May 1

„Bringt Liebe unter die Menschen”

Israelische Transaktivistin nimmt sich das Leben

May Peleg saß im Vorstand des LGBTI Community Center, dem Jerusalem Open House, und war Besitzerin der “Mikveh”, einer Homo-Bar, wo sie noch vor kurzem ihren 31. Geburtstag feierte. Am Samstag beschloss sie, nach langem Kampf mit den Behören und gesundheitlichen Problemem ihr Leben zu beenden. Sie war körperlich und sexuell mehrfach misshandelt worden, und man hatte ihr verboten, nach der Scheidung ihre eigenen Kinder zu sehen. Verschiedene Versuche, sich das Leben zu nehmen, waren vorher gescheitert.

May wurde in einer ultra-orthodoxen Familie groß. Dass sie ein Mädchen ist, wusste sie schon mit 5 Jahren. Vor ihrem Tod verfügte sie, dass ihr Leichnam eingeäschert wird – doch ihre Familie, mit der sie keinen Kontakt mehr hatte, klagt nun vor Gericht, May stattdessen in einer religiösen Zeremonie nach jüdischem Brauch zu bestatten – und zwar als Mann.

Das wäre respektlos und würde meine Identität auslöschen.

Vor ihrem Tod verfügte May: „Ich habe Anlass zu befürchten, dass – wenn mein Körper in die Hände meiner Mutter kommt – sie eine religiöse Beerdigung verfügen würde – ohne mich als Frau anzuerkennen, obwohl ich eine geschlechtsangleichende OP hatte. Das wäre respektlos und würde meine Identität auslöschen.“

Ich habe einen Traum.

In ihrem Abschiedbrief schreibt die Aktivistin: „Ich habe einen Traum, dass es eines Tages Anlaufstellen gibt, die eine Heimat bieten für alle, die sie brauchen. Ich habe einen Traum, dass es therapeutische Einrichtungen gibt, speziell für Opfer sexueller Gewalt, für Menschen, die an Essstörungen leiden, an postraumatischen Belastungsstörungen oder an multiplen Persönlichkeitsstörungen.” Ausdrücklich macht sie die Behörden für ihr Leiden verantwortlich, namentlich den Sozial-, den Gesundheits- und den Justizminister.

An ihre Mitstreiter vom Jerusalem Open House for Pride and Tolerance appelliert sie, den Kampf für mehr LGBTI-Rechte fortzuführen, und richtet auch eine Botschaft an die Gesellschaft. „Akzeptiert jede lebende Seele, wie sie ist. Macht dem Hass auf andere ein Ende und bringt Liebe unter die Menschen!“

Fotos: Ofrit Assaf


2 Kommentare


Schreibe einen neuen Kommentar



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close