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Eheöffnung in Kolumbien?

Noch diese Woche soll es soweit sein

Kolumbien wird zu einem der fortschrittlichsten der Welt, wenn es um die Rechte seiner LGBTI Bürger und Bürgerinnen geht. Erst vor zwei Wochen ist das Adoptions-Verbot gekippt worden: Das Oberste Verfassungsgericht von Kolumbien hatte ein Verbot von Fremdadoptionen durch gleichgeschlechtliche Paare aufgehoben. Die Richterinnen und Richter entschieden mit sechs zu zwei Stimmen, dass es „im besten Interesse von Kindern” sei, wenn sie auch von zwei Vätern oder zwei Müttern adoptiert werden können, die nicht ihre Blutsverwandten sind, weil jede andere Regelung „das kindliche Recht auf eine Familie” beschneidet und deswegen verfassungswidrig ist. Außerdem wurde festgelegt, dass gleichgeschlechtliche Paare auch bei künstlicher Befruchtung oder anonymer Ei- oder Samenspende das Recht haben, sich beide als Eltern auf der Geburtsurkunde ihres Kindes eintragen zu lassen.

Das Verfassungsgericht hat in den letzten Jahren in 63 Urteilen die Rechte von kolumbianischen lesbischen und schwulen Paaren gestärkt.

Nun berichten kolumbianische Medien, dass auch die Eheöffnung noch in dieser Woche kommen soll. Auch hier ist das Oberste Verfassungsgericht am Zug. Der 25-Jährige LGBTI-Aktivist Luis Felipe Rodriguez Rhodes hat sich durch die instanzen geklagt, um seinen Partner heiraten zu können und erwartet das entsprechende Urteil in den nächsten Tagen. Eigentlich sollte das Gericht schon letzte Woche darüber entscheiden, ob Rhodes Ehe legal ist, aber verschob die Entscheidung noch einmal, um intern zu diskutieren. Sorgen macht sich trotzdem keiner: „Das Verfassungsgericht hat in den letzten Jahren in 63 Urteilen die Rechte von kolumbianischen lesbischen und schwulen Paaren gestärkt. Die Zustimmung zur Adoption war breit und das Gesetz sehr umfassend. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass Kolumbien noch diese Woche die Ehe öffnet und so weltweit führend in diesem Bereich wird“, sagte der Kläger gegenüber Medien.

Es gibt nach Freigabe der Adoption ohnehin keinen juristischen Unterschied zwischen Partnerschaft und Ehe mehr

Kommt die Entscheidung, ist sie wahrscheinlich mit einer Frist verbunden, die Standesbeamte zwingen wird, innerhalb von 30 Tagen damit zu beginnen, Hochzeitsurkunden für gleichgeschlechtliche Paare auszustellen. In Kolumbien gibt es, ähnlich wie in Deutschland, für Homopaare bisher nur die Möglichkeit, ihre Partnerschaften registrieren zu lassen. Die Verpartnerung ist rechtlich der Ehe weitgehend gleichgestellt, beinhaltete aber bislang nicht die Adoption. Da dies nun möglich ist, gibt es zwischen den beiden Rechts-Instituten quasi keinen Unterschied mehr. Es ist also nicht nötig, sie aufrecht zu erhalten, sondern die Öffnung der Ehe macht auch verwaltungstechnisch Sinn. Wie zu erwarten war, reagierten Vertreter der katholischen Kirche mit Protest auf die Ankündigung der Gesetzesänderung. Das hatten sie auch schon bei der Adoption getan.

Bild: Shutterstock/esfera


 


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