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Ex-Boxer nicht breit, sondern bisexuell

Er hat Schwulenporno "bei vollem Bewusstsein" gedreht

Manchmal ist das Leben ein bisschen wie eine Daily Soap: liebe Menschen werden wundersam von Krebs geheilt, Paare rennen alle paar Tage auseinander und kommen wieder zusammen, weil sie einfach nicht merken, dass sie nicht zueinander passen und verlobte Exboxer mit zehn Kindern, von denen man dachte, sie seien unter Drogen gesetzt worden und hätten völlig breit in einem Schwulenporno mitgespielt, leiden gar nicht unter chemisch verursachter Amnesie, sondern sind bloß bisexuell und unglaublich schlechte Lügner. Das sind die Geschichten, die das Leben so schreibt.

Die Produzenten drohen mit dem Anwalt

Was bisher geschah: Der Ex-Profi-Boxer und zehnfache Vater Yusaf Mack wurde auf einer Familienfeier von einem guten Freund darauf hingewiesen, dass keiner mit ihm sprechen würde, weil man sich doch gegen Geld diesen schwulen Dreier mit ihm im Internet ansehen könne. Daraufhin teilt der scheinbar überraschte Mack seiner Familie und den Medien mit, er könne sich erstens an nichts erinnern, und sei deswegen zweitens sicher mit Drogen gefügig gemacht und so quasi zur Mitwirkung in dem Film gezwungen worden. Da ihm aber irgendjemand 4500 Dollar für etwas zugesteckt hat, an das er sich, wie gesagt, nicht erinnern kann und ihn dann in einen Zug nach Philadelphia verfrachtet hat, habe er seinerzeit beschlossen, dass Ganze auf sich beruhen zu lassen. Man kann sich ja auch nicht um alles kümmern. Nebenbei bemerkt Mack gegenüber dem Onlinemagazin philly.com noch: „Mein ganzes Leben lang war ich, was die Leute einen Hurenbock nennen. Ich liebe Frauen. … Ich fasse Männer nur beim Boxen an.“ Ah ja. Die Geschichte ist so unfaßbar, dass sie sich letzte Woche binnen weniger Tage um den gesamten Planeten verbreitet und das für den Film verantwortliche Internetportal dazu veranlasst, bekannt zu machen, sie wären schon lange im Geschäft und hätten ihre Darsteller noch nie unter Drogen setzen müssen, Yusaf Mack natürlich auch nicht. Der würde sie verleumnen und sie würden sich rechtliche Schritte vorbehalten.

Ich habe gelogen und möchte mich entschuldigen

Wenn einem hart arbeitende Pornoproduzenten, denen man Entführung und Vergewaltigung vorwirft, mit Anwälten drohen, kann man schon ins Grübeln kommen. Und so kommt es wahrscheinlich, dass Yusaf Mack sich nun doch an etwas erinnert. Und zwar daran, dass er bisexuell ist und natürlich sehr freiwillig und wegen des Geldes in dem Film mitgewirkt hat. In einem Montag Nacht veröffentlichten Statement schreibt der Exboxer: „Ich möchte mich aus dem tiefsten Grunde meines Herzens entschuldigen. Und will ein paar Dinge klarstellen. Erstmal sind da die falschen Angaben, die ich über meine angeblich Drogen induzierte Mitwirkung in dem Erotikfilm der Company Dog Pound gemacht habe. Ich habe mich nie negativ über die Firma geäußert, aber habe gelogen, als ich gesagt habe, man hätte mir am Set Drogen gegeben. Ich war während der Dreharbeiten bei vollem Bewusstsein”, so Mack. „Als Zweites möchte ich meine soziale Situation erklären, die dazu geführt hat, dass ich in dem Film mitgewirkt habe. Ich habe das getan, weil ich damals das Geld brauchte, aber auch, weil ich bisexuell bin. Das bedeutet, dass ich Spaß daran habe, mit wem auch immer ich möchte, intim zu werden. … Es gibt viele andere Frauen und Männer in ähnlichen Umständen. Ich hoffe, ich kann hier ein Beispiel dafür sein, dass es besser ist, einfach man selbst zu sein. Es ist schwierig zu sich selbst zu stehen, weil gleichgeschlechtliche Lebensweisen, besonders für Afro-Amerikaner immer noch tabuisiert werden und mit vielen Vorurteilen belegt sind. Ich musste mich erst daran erinnern, dass ich ein Kämpfer bin und das durchstehen werde. Ich bin so viel mehr als meine sexuelle Orientierung.”

Das Ganze ist eine vertane Chance

Und hier ist das, was an dieser Geschichte wirklich bedauerlich ist: Sie ist eine vertane Chance. Denn hätte Mack eine ähnliche Erklärung seiner Umstände letzte Woche abgegeben, befänden wir uns jetzt wahrscheinlich in der Mitte einer wirklich spannenden und nötigen Diskussion über den Umgang bestimmter Communitys mit LGBTI und deren eigenen Umgang mit sexuellen Tabus, deren Hauptprotagonist Mack wäre. Leider wird es dazu nicht kommen. Denn weil er gelogen hat, ist Macks Statement nur das vorläufige Ende einer zutiefst albernen Klatschgeschichte, an der er selbst und seine Familie noch lange zu knabbern haben werden. Schade.

Bild: Twitter


11 Kommentare

  1. Johannes Barber

    Das Traurige ist, dass bereits jeder letzte Woche wusste, dass er gelogen hat… warum sich so eine Lüge ausdenken oder sie so publik machen, wenn die Wahrheit sowieso herauskommt? Wer mir dabei am meisten leid tut, ist die Firma, die den Film gedreht hat, sowie deren Darsteller. Ungewollte mediale Aufmerksamkeit und Arbeit, die eigentlich wegen Nichts entstanden sind. -____-

  2. Johannes Barber

    Hallo, sei auch du gegrüßt. 🙂 Der Typ ist kein Boxer mehr. Außerdem gibt es in ähnlich „männlichen” (sorry für diesen Begriff) Sportarten, wie Gewichtheben oder Rugby, auch Sportler die sich nach und nach outen. Wie gesagt, hätte er die Geschichte nicht so öffentlich gemacht, wäre es für ihn jetzt wohl weniger peinlich.

  3. Tim Alberts

    in China ist ein Sack Reis umgefallen !
    Bildzeitung und Express geben ne Pressekonferenz !
    Entschuldigung aber wenn interessiert das ?
    Na und ?!
    Da hat jemand vor der Kamera herrum gevögelt und sich dann schnell um den Schaden zu begrenzen als Bi geoutet…ehm…ja und jetzt! ?

  4. Mark Breu

    He ich kann Yusuf gut verstehen ,es ist nicht einfach denk ich gerade in seinem Sport Umfeld !aber finde es traurig das iimmer noch so ein Wirbel gemacht wird welche sexuelle Ausrichtung hat !


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