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Frankreich hebt Blutspendeverbot auf

Ab Frühjahr 2016 dürfen auch schwule Männer wieder spenden

Frankreich wird das Verbot von Blutspenden von Männern die mit Männern schlafen (MSM) aufheben. Auch die Ablehnung von Spenden von Ehefrauen bisexueller Männer wird beendet. Frankreichs Gesundheitsministerin Marisol Touraine sagte am Mittwoch, das Verbot würde in den nächsten Monaten in mehreren Stufen abgeschafft, sodass im Frühjahr 2016 wieder alle Französinnen und Franzosen, ganz unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder der ihrer Partner Blut spenden dürften. Im Augenblick würde man eine Regelung in Kraft setzen, nach der nur Männer spenden dürften, die ein Jahr lang keinen Sex mit einem anderen Mann gehabt haben. Holland hatte erst vor wenigen Tagen eine ähnliche Regelung für schwule und bisexuelle Männer eingeführt.

Ein Ende von Tabuisierung und Diskriminierung

Frankreich hatte, wie viele Länder, das Verbot von Blutspenden durch MSM in den 1980er Jahren eingeführt, weil Politiker damals glaubten, so der Ausbreitung von HIV entgegenwirken zu können. Auch in Deutschland gibt es ein Verbot. In Australien, Schweden, Japan oder Großbritannien muss man als schwuler Mann ein Jahr keusch gelebt haben, bevor man Spenden darf. Die stigmatisierenden Gesetze werden seit vielen Jahren von Aktivisten und Gesundheitspolitikern kritisiert, weil es für sie, so zum Beispiel die WHO im letzten Jahr, „keine wirkliche wissenschaftliche Grundlage“ gibt. Sie sind Diskriminierung durch Politik. Marisol Touraine reflektierte das gegenüber Medien bei ihrer Ankündigung und sagte, die Neuregelung bedeutete auch „ein Ende von Tabuisierung und Diskriminierung“. Die neue Regelung in Frankreich wird ähnliche Gesetze in Chile, Mexico, Spanien und Italien aufgreifen, die die individuellen Risikofaktoren von Spendern einbeziehen, statt einfach eine Bevölkerungsgruppe wegen ihrer sexuellen Orientierung auszuschließen.

Bild: Shutterstock


4 Kommentare

  1. Daniel Jazdzewski

    Die Spende nur keuschen Männer, die mit Männern Sex haben, zu erlauben ist weiterhin die Diskriminierung, die es vorher gab. Sex zu haben gehört zur sexuellen Identität einfach dazu. Da gibt es wirklich nichts zu freuen oder zu feiern. Ob ich jetzt beim Blutspenden behaupte, dass ich 12 Monate keinen Sex mit einem Mann hatte oder niemals Sex mit einem Mann, ist im Endeffekt das Gleiche.

    Es ist auch kein Entgegenwirken von „Diskriminierung und Tabuisierung“ wie es die Gesundheitsministerin behauptet! Im Gegenteil wird wieder zementiert: Schwuler Sex ist gefährlich und macht krank!

  2. Daniel Jazdzewski

    Männer Magazin Nachdem Studien gemacht wurden, die die Ungefährlichkeit der Spende bestätigen. Das könnte knapp werden, wenn sich die Mehrheitsverhältnisse nach den Wahlen drehen.


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