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HIV-Medikament: Eine Spritze reicht?

Eine zweimonatliche Spritze statt täglicher Tabletten erreicht gute Ergebnisse

Eine von den Pharmazie-Konzernen Johnson & Johnson und GlaxoSmithKlein finanzierte Studie zu den Wirkungsweisen einer neuen HIV-Medikation hat sehr ermutigende Ergebnisse. Untersucht wurde, ob eine Depot-Medikation, eine Spritze die dem Patienten alle vier oder acht Wochen verabreicht wird, denselben Wirkungsgrad hat, wie eine täglich in Tablettenform eingenommene HIV-Therapie. Heißt: Man wollte wissen, ob die Spritze die Viruslast genauso weit unter die Nachweisgrenze drückt wie das, was jetzt schon für Patienten erhältlich ist.

Die Spritzen funktionieren besser, als eine normale Kombitherapie

Das scheint so zu sein. Die Patientengruppe die ihre Spritze alle vier Wochen bekam, hatte eine 94-Prozentige Suppressionsrate, beim acht Wochen Rhythmus lag sie sogar bei 95 Prozent. Im Moment verabreichte Kombitherapien liegen bei durchschnittlich 91 Prozent. Die Spritzen funktionierten innerhalb der Studie also sogar etwas besser. Paul Stoffels, der Chef von Johnson&Johnson, war sehr zufrieden mit den Ergebnissen und sagte voraus, das Medikament könnte die Art wie HIV behandelt wird „völlig verändern“. Noch müssen die Ergebnisse in größeren klinischen Studie bestätigt werden. Wenn sie dann auch so vielversprechend sind wie die jetzigen, könnte das neue Medikament schon in fünf Jahren auf den Markt kommen. Und die gegenwärtigen Therapieformen vielleicht sogar vollständig ersetzen. Gerade in Ländern in denen Patienten es wegen ihrer Lebensumstände schwierig finden, Medikamente über lange Zeit regelmäßig einzunehmen, könnte die Spritzentherapie einen, im wahrsten Sinne des Wortes, heilsamen Einfluß auf die Gesamtsituation haben. Aber natürlich würden sie auch das Leben europäischer oder amerikanischer Positiver deutlich unkomplizierter machen.

Bill Gates: Es wird in den nächsten 15 Jahren eine Impfung geben

Auch die Forschung in Richtung einer Impfung gegen HIV, macht große Fortschritte. Der Entdecker des HIV-Virus, Nobelpreisträger Dr. Robert Gallo, hat am Institute of Human Virology, an der University of Maryland School of Medicine, vor kurzem eine vielversprechende Testreihe an Tieren abgeschlossen, die gut auf die Impfung ansprachen. Nun werden Patienten für eine erste Studie am Menschen gesucht. Bill Gates, der im Januar vorausgesagt hatte, es werde innerhalb der nächsten 15 Jahre eine Impfung gegen HIV geben, spendete selbst sechs Millionen Dollar an das Projekt.

Bild: Shutterstock/Volpato


11 Kommentare

  1. Frank Rönisch

    Mein Arzt sagte vor einigen Tagen, die Spritze (von Johnson&Johnson oder eine andere?) könnte schon 2017 kommen. In jedem Fall wird sie eine Erleichterung für HIV-positive im Alltag sein, auch wenn die neueren Medikationen mit nur noch einer Tablette pro Tag sehr anwendungsfreundlich sind.

  2. Manuel Sluga

    Wow !! Wenn das wahr ist dann geht nun wirklich was weiter in der Medizin ! Wünsche es jedenfalls allen Betroffenen , Ich hab in meinem Freundeskreis selbst Leute mit HIV , und ich wünsche Ihnen nichts mehr wie das !

  3. Dietmar Jackson

    Ich finde es schön das diese Meldung Hoffnung verbreiten soll, doch möchte ich für mich und andere dass trotzdem der Hinweis gegeben wird, diese Krankheit und die Mutationsfähigkeit der HI-Viren nicht zu unterschätzen.


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