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Houston stimmt gegen gleiche Rechte

Lesbische Bürgermeisterin: "Das war eine Hasskampagne"

Wie es wohl ist, wenn man als offen lesbisch lebende Bürgermeisterin einer Weltstadt von seinen Wählern per Stimmzettel gesagt bekommt, dass es o.k. ist, das man nicht die gleichen Rechte hat wie sie? Annise Parker, die seit 2010 Bürgermeisterin der amerikanischen Großstadt Houston in Texas ist, und in dieser Zeit zweimal wiedergewählt wurde, weiß das jetzt. Dienstag Nacht wurde HERO, die Houston Equal Rights Ordinance, ein Gesetz das LGBTI im Arbeits- und Zivilrecht gleiche Rechte und Schutz vor Diskriminierung zusichern sollte, mit 60 Prozent aller Stimmen gekippt. Die Richtlinie war vor zwei Jahren mit großer Mehrheit im Stadtrat verabschiedet worden.

Das nun überhaupt noch einmal per Volksentscheid über sie entschieden wurde, war möglich geworden, weil Geistliche genügend Unterschriften sammelten, um dafür zur sorgen. Dann veranstalteten die Befürworter der Streichung einen so schmutzigen Wahlkampf, wie ihn selbst die USA selten erleben. Sie verbreiteten in Fernsehspots, Transsexuelle würden in öffentlichen Toiletten Kinder belästigen, sollte die Regelung bestehen bleiben. Oscarpreisträgerin Sally Field, die Mutter eines schwulen Sohnes ist und sich in den letzten Wochen in den Kampf um „Proposition 1“ einschaltete, war entsetzt „Hier wird ganz offensichtlich gelogen. Es ist eine Schande.“

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Sally Field stellt die berühmteste Szene aus ihrem bekanntesten Film „Norma Rae“ nach, um das Gesetz zu unterstützen

Bürgermeisterin Parker, die auch für ihre Fähigkeit bewundert wird, unbequeme Wahrheiten auszusprechen, sagte nach Bekanntwerden des Ergebnisses in einer Ansprache vor dem Rathaus: „In den letzten Jahren durften Houstons Bürger viermal über meine und die Rechte meiner Community abstimmen. Das ist demüptigend, beleidigend und einfach falsch. Niemandes Rechte sollten Gegenstand einer Volks-Abstimmung sein. Die Kampagne gegen HERO war eine Hasskampagne in der absichtlich gelogen wurde. Absichtlich. Es geht hier nicht darum, dass Menschen nicht über bestimmte Dinge informiert worden wären. Es geht darum, dass man absichtlich die Ängste vor einer Minderheit geschürt hat, über die viele Menschen nur sehr wenig wissen. Das hat man dazu benutzt, ein Gesetz zu kippen, das in 17 anderen Bundesstaaten und 200 amerikanischen Städten erfolgreich verabschiedet wurde und mit dem Politiker großartige Erfahrungen gemacht haben. Die Gegner des Gesetzes haben einfach im Fernsehen und von Kanzeln herab gelogen. Wir haben es hier mit einer sehr kleinen Gruppe religiös, rechter Ideologen zu tun, die nur wissen, wie man etwas zerstört, aber nicht, wie man Dinge aufbaut. “ Damit könnte Parker Recht haben, denn die Wahlbeteiligung für die Volksabstimmung lag bei nur 25 Prozent.

Bild: Shutterstock/f11photo

Hier Parkers Rede:

Houston voters have spoken and HERO will not pass. Houston Mayor Annise Parker had this to say in response.

Posted by NewsFix Houston on Dienstag, 3. November 2015

 


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