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„Ihr werdet unsere Liebe nicht stoppen”

Französisches Opfer eines Hassverbrechens gibt perfekte Antwort

Am Dienstag verließ Clemént Grobotek mit seinem Freund Aaron einen Nachtclub im französischen Montpellier. Sie liefen Hand in Hand. Sechs Männer fuhren an ihnen vorbei und beschimpften sie als „Schwuchteln”, „Homos” und „widerlich”. Grobotek schrie ihnen eine passende Antwort hinterher. Die sechs Männer hielten ihr Auto an und stiegen aus, vier griffen Groboteks Freund an, zwei ihn. Aaron war nach dem Angriff für mehrere Minuten bewusstlos. Die beiden wurden in ein Krankenhaus gebracht und dort medizisch versorgt.

20 minutes.fr

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Am Mittwoch Morgen schrieb Grobotek auf Facebook:

„Wir wurden heute Nacht Opfer von sechs homophoben Angreifern. Ich kann die Angst die man empfindet, wenn dein Geliebter bewusstlos und blutend am Boden liegt, niemandem beschreiben, das Unvermögen, zu begreifen, warum so etwas passiert und wie machtlos man sich fühlt. Es ist so: Wir sind beide nach den ersten Schlägen wieder aufgestanden. Nur, damit sie dann härter zuschlugen. SECHS gegen ZWEI! Aber das ist nicht genug, ihr werdet nicht gewinnen! Nicht nur seid ihr intolerant, ihr seid auch Feiglinge. Und wisst ihr was? Ihr habt keine Macht über uns! Ihr könnt einmal zuschlagen, und dann nochmal und dann nochmal, aber ihr werdet mich nie dazu bringen, meinen Kerl nicht trotzdem mehr als alles auf der Welt zu lieben. Vielleicht sind wir nur Homos und Schwuchteln, wie ihr sagt, aber wenigstens greifen wir nicht zu sechst zwei andere Menschen an. Fühlt euch geküsst, ihr Homophoben. Ich möchte mich bei meinen Freunden bedanken, die um vier Uhr früh ins Krankenhaus kamen, um uns dort zu unterstützen, bis wir um neun Uhr nach Hause durften.”

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Der Post wurde bis Freitag über 50.000 Mal geteilt. Am nächsten Wochenende soll, als Reaktion auf den Angriff, eine Demonstration gegen Homophobie in Montpellier stattfinden.

Als Reaktion auf das breite Interesse schrieb Grobotek in einem zweiten Post:

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„Wir danken euch für all die Unterstützung, die uns tief berührt hat. Es tut mir leid, nicht jedem persönlich antworten zu können, aber ich habe viele Hundert persönliche Nachrichten bekommen, ihr seid echt verrückt. Danke an alle. Ich möchte aber trotzdem alle daran erinnern, dass wir zwei leider nicht die einzigen sind, solche Vorfälle gibt es jeden Tag. Es liegt an uns, aufzustehen und zu zeigen, dass Homophobie in Frankreich 2015 nicht geduldet wird. Alle eure Nachrichten zeigen mir das. Ich danke euch allen aus tiefstem Herzen und würde euch alle umarmen, wenn ich könnte.”

Bilder: Clément Grobotek/Facebook


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