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Kein Life Ball 2016

Veranstalter Gery Keszler braucht Bedenkzeit

Gery Keszler, Erfinder und CEO des Wiener Life Ball, des vielleicht glamourösesten HIV-Charity Events der Welt, hat sich das alles gut überlegt: „Ich bin mir meiner Verantwortung als Teil dieser Community bewusst und seit geraumer Zeit denke ich darüber nach, wie ich es schaffen kann, ihr noch nachhaltiger nachzukommen. Dazu habe ich den für mich längst fälligen Schritt gesetzt und am vergangenen Life Ball erstmals öffentlich über meine HIV-Infektion gesprochen.” Keszler Outing war der berührenste Moment der gesamten Show 2015, weil er zwischen all dem Glamour und der nackten Haut noch einmal unmißverständlich klar machte, warum all die fröhlichen Menschen da waren. „Auch ich habe meine Krankheit emotional verdrängt, wollte sie aus Scham ausblenden. Einerseits ging es mir dabei nicht anders als den meisten anderen Betroffenen und andererseits, weil ich die Sorge hatte, dass Sponsoren, Partner und Freunde nur wegen meines Schicksals den Life Ball unterstützen. Doch es geht hier nicht um mich und letztlich habe ich diesen Schritt gesetzt, weil der Life Ball jetzt eine entsprechende Dimension erreicht hat und zu einer eigenständigen Marke geworden ist. Das macht es möglich, das Wirtschaftliche vom Persönlichen zu trennen“, so Keszler.

Dazu habe ich den für mich längst fälligen Schritt gesetzt und am vergangenen Life Ball erstmals öffentlich über meine HIV-Infektion gesprochen.

Deswegen wird es 2016 keinen Life Ball geben. Keszler und sein Team wollen vor dem anstehenden 25jährigen Jubiläum 2017 noch einmal reflektieren, bedenken, das Event auf eine neue Stufe heben: In den vergangenen Jahren konnten bereits namhafte Organisationen wie die Clinton Health Access Initiative, amfAR, UNAIDS und die Elton John AIDS Foundation als starke Partner gewonnen werden. Hier sieht Keszler aber noch viel mehr Potential, was den Aufbau eines internationalen Netzwerks und auch die mediale, internationale Breitenwirkung anbelangt. Der Verein AIDS LIFE arbeitet an einem Advisory Board, um gemeinsam mit diesem neue Konzepte umzusetzen. Der nächste Life Ball wird diese aufgreifen, um die Anliegen einem noch größeren, internationalen Publikum näher zu bringen. „Wir möchten neue Unternehmen für unsere Anliegen gewinnen und die Beziehungen zu unseren aktuellen Unterstützern ausbauen und vertiefen. Ohne sie wäre der Life Ball und die so wichtige Unterstützung von Hilfsprojekten, nicht möglich“, so Gery Keszler. „Um das bewerkstelligen zu können, braucht es entsprechende Strukturen, Konzepte und mehr Zeit, als neben dem operativen Betrieb einer Life Ball Vorbereitung gefunden werden kann.” Man könnte auch sagen: Einfach mal kurz Luftholen bitte.

Foto: Life Ball, Joanna Jutkiewiz

Foto: Life Ball, Joanna Jutkiewiz

Der Life Ball glänzt seit 23 Jahren mit Stargästen wie Sharon Stone, Elton John, Naomi Campell oder Giselle Bündchen. Jedes Jahr entwirft ein neuer Modeschöpfer eine Schau nur für das Event, 2015 etwa Jean Paul Gaultier mit Conchita Wurst. Auch wenn der Ball selbst im kommenden Jahr ausfällt, das Red Ribbon Celebration Concert und der First Ladies Luncheon werden auch ohne die Hauptveranstaltung über die Bühne gehen.

 

Foto: Life Ball, Harald Klemm


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