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Tatort: Kommissar kommt raus

Der von Mark Waschke gespielte Robert Karow ist schwul

Berlins neues Tatort-Duo ist das erste in der über 40-jährigen Geschichte der Sendereihe, das heute Abend mit einem schwulen Ermittler glänzen darf. Kriminalhauptkommissarin Nina Rubin (Meret Becker) und Robert Karow (Mark Waschke) machen aber, wie das in Berlin auch im wahren Leben so wäre, kein großes Gewese darum. Man sieht wie Karow, von dem man im letzten, ersten Fall der beiden nur erfahren hat, dass er allein lebt, einen Kerl mit nach Hause nimmt. Mehr war nicht. Seine Homosexualität ist kein Motor oder Motiv für die erzählte Geschichte. Er ist schwul – und aus.

Mark Waschke in "Ätzend" (Bild: rbb)

Mark Waschke in „Ätzend“ (Bild: rbb)

Ist auch besser so, Rubin und Karow haben in „Ätzend“ genug zu tun: Beim Abriss einer Laubenkolonie stoßen Bauarbeiter auf ein Fass mit Schwefelsäure. Als die Arbeiter darin menschliche Überreste erkennen, beginnen Rubin und Karow zu ermitteln. Wer ist der Tote? Ein Herzschrittmacher aus dem Fass führt sie zu Saed Merizadi (Husam Chadat), Inhaber eines kleinen Dentallabors in Neukölln. Aber schnell stellt sich heraus: Saed hatte nie eine Operation. Während Rubin und Karow Saed verhaften, fällt ihnen auf, dass ein junger Mann flieht – Saeds Sohn Arash Merizadi (Tan Julius Ipekkaya). Und auch Saeds schwangere Frau Layla (Elmira Rafizadeh) ist plötzlich wie vom Erdboden verschwunden. Nach und nach fördern die Kommissare eine tragische Familien- geschichte ans Licht. Sie tauchen ein in die Welt von Menschen, die illegal in Berlin leben. Parallel ermittelt Karow weiter im Alleingang. Er will herausfinden, warum sein früherer Kollege Gregor Maihack sterben musste. Nachdem auf der Baustelle eine zweite Leiche gefunden wurde, fragt sich Karow, ob es Verbindungen zum Fall Maihack gibt. Bei seinen Nachforschungen gerät der Kommissar in eine dramatische Situation. Am Ende weiß auch Nina Rubin nicht mehr, ob sie ihrem Partner trauen kann.

Regie führt Grimme-Preisträger Dror Zahavi

Klingt so, als wären die Schauwerte auch heute Abend wieder hoch. Der erste Tatort des neuen RBB-Ermittler-Duos, „Das Muli“ war unter anderem dafür kritisiert worden, dass er „zuviel von allem“ hatte. Die Fans mochten die neuen Ermittler aber sehr und die Quote war gut. Mit Grimme-Preisträger Dror Zahavi führt heute Abend derselbe Mann Regie wie in der ersten Runde.

Bild: RBB


11 Kommentare

  1. Horst Lukas Kieler

    Da man das überwiegend heterosexuelle Publikum nicht mit einem allzu deutlich schwulen Ermittler „überfordern“ will, ist derjenige eben so „unschwul“ wie möglich. Also keine Küsse, keine Zärtlichkeiten oder gar Sexszenen zwischen zwei Kerlen und um Himmels Willen keine Aussage in der Tatsache sehen, dass der Tatort endlich einen schwulen Ermittler hat. Alles bleibt brav, bieder und sauber – gabs sowas nicht schon mal in einer Serie mit Henning Baum?

  2. Manuel Marrakech

    dann ist es wieder einmal nur traurig wenn der schwule ermittler nicht das verkörpert was uns schwule ausmacht.. das ist wahrscheinlich der pseudokompriss den viele eingehen nur um kein image zu bekommen..

  3. Krimhild Porwig

    Ist doch bei Lena Odenthal nicht anders. Mal ne leichte Andeutung sonst nix.
    Jedoch finde ich es schon einmal einen guten Anfang, das es auch schwule und lesbische Kommissare gibt, wenn auch nur inkoknito.

  4. Manuel Marrakech

    sie haben es gut gemeint und total im klo versenkt.. kein kuss, keine umarmung – man sah nur wie die zwei die wohnung betreten haben. ABER hauptsache 20 minuten vorher eine hetero sexszene im auto – man will die heteros ja milde stimmen.. der versuch modern, offen und real zu wirken ist leider nicht gelungen.. schade eigentlich!


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