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Unterstützt Papst LGBTI in Uganda?

Aktivisten bitten Franziskus um ein positives Statement

Seit Freitag Abend ist der Papst in Uganda, für drei Tage. Es ist das erste Mal in 20 Jahren, dass ein Oberhaupt der kathoischen Kirche das afrikanische Land besucht. Die Hoffnungen und Wünsche, die mit dem Besuch verknüpft sind, könnten verschiedener nicht sein. Nicht mal 24 Stunden bevor der Papst eintraf, beschloss das ugandische Parlament ein Gesetz, das die Rechte aller Nichtregierungsorganisationen stark beschneidet.

Das „Non-Governmental Organisations Bill” berechtigt die staatliche Organe, NGOs künftig zu überwachen und aufzulösen, wenn sie nach ihrer Meinung etwas tun, dass der „Würde des ugandischen Volkes” widerspricht. Internationale Menschenrechtsorganisationen protestierten umgehend, und Aktivisten und Aktivistinnen die sich für die Rechte von Frauen oder Minderheiten einsetzen, äußerten ihre große Sorge. Ihre Arbeit könne in Zukunft nicht nur erschwert, sondern unmöglich gemacht werden. Wer sich ohne Lizenz für Menschenrechte stark macht, kann zukünftig mit bis zu acht Jahren Gefängnis bestraft werden. Das gilt auch, so vermuten Beobachter, für LGBTI-Organisationen. Schon jetzt sind bis zu lebenslange Gefängnisstrafen für Homosexualität möglich, und es werden immer wieder Verschärfungen der Gesetze diskutiert.

Frank Muhisha (Bild: Twitter)

Frank Muhisha (Bild: Twitter)

„Wenn ein Mensch schwul oder lesbisch ist, und sich mit gutem Willen um einem Beziehung zu Gott bemüht, wer bin ich, ihn dafür zu verurteilen”, sagte der Papst 2013. Viele dachten, das sei eine Wende in der katholischen Kirchenpolitik, hin zu mehr Offenheit. War es nicht. Trotzdem hoffen prominente ugandische Aktivisten nun, der Papst könne sie unterstützen. Frank Mugisha, der Chef der Vereinigung „Sexual Minorities Uganda”, sagte Al Jazeera am Freitag: Die katholische Kirche in Uganda sitzt mit allen anderen Kirchen in einem Boot. Sie verteufeln und diskriminieren LGBTI. Die Sprache, die sie benutzen, ist so feindselig, dass sich Menschen nicht trauen, sich zu outen. Dabei ist die Kirche eigentlich ein Ort der Liebe und Unterstützung, die sie aber nicht erfahren.” Mugisha glaubt, eine auch noch so kleine Andeutung von Unterstützung des Papstes würde den LGBTI in Uganda gesellschaftlich sehr helfen.
„Wir hoffen, dass der Papst sich für Akzeptanz und ein Ende des Hasses auf die Community unter Katholiken und für ein Ende der Gewalt gegen LGBTI stark macht. … Wenn er das tut, wird es ernst genommen und bewirkt gesellschaftliche Veränderungen.” 80 Prozent der ugandischen Bevölkerung sind Christen, der Großteil davon evangelisch, aber es gibt immer mehr Katholiken.

In diesem Interview von 2013 spricht Frank Mugisha über das ugandische „Kill The Gays”-Gesetz:

Bild: Shutterstock/Pecold


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