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Der LSVD bekommt Sitz im Rundfunkrat

Gute Nachrichten: Mehr Schwule und Lesben bei den Öffentlich-Rechtlichen

Erst Anfang des Jahres ließ das ZDF seine LGBTI-Zuschauer und -Zuschauerinnen wissen, dass sie ihm herzlich egal sind. Ein Sitz im Rundfunkrat, der in den jeweiligen Sendern auch Einfluss auf die Richtung des Programms nehmen kann, schien nicht drin zu sein. Und das war auch die Gesamthaltung derer, die bei den öffentlich-rechtlich-finanzierten Anstalten und in den Landesparlamenten für die Besetzung dieser Gremien zuständig waren. Doch nach Protesten, u. a. der MÄNNER, gab es dank Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow schließlich noch die Entscheidung für einen LGBTI-Vertreter beim ZDF. Der Kandidat – oder die Kandidatin – sollte bis Jahresende feststehen, ist allerdings bis heute nicht gefunden. Es wird wohl Frühjahr werden, erfuhr MÄNNER auf Anfrage in Thüringen.

Wenn künftig der Rundfunkrat des Saarländischen Rundfunks tagt, sitzt der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) mit am Tisch. Die Organisation teilt mit:

Der Landtag des Saarlandes hat, mit den Stimmen der großen Koalition, das saarländische Mediengesetzes novelliert.

Mit großer Freude reagiert der Lesben- und Schwulenverband des Saarlandes auf seinen künftigen Sitz im Rundfunkrat des saarländischen Rundfunks (SR). Der Landtag des Saarlandes hat, mit den Stimmen der großen Koalition, das saarländische Mediengesetzes novelliert und dafür Sorge getragen, dass die Belange von Lesben und Schwulen gleichberechtigt neben den Familien- und Frauenverbänden dem Rundfunkrat angehören. Der LSVD Saar hatte die Aufnahme in den Rundfunkrat bei der Landesregierung und den Fraktionen des Landtages vor einem Jahr im Zusammenhang mit der Diskussion über die Besetzung des ZDF-Beirates vorgeschlagen. Dieser Vorschlag wurde von allen Parteien begrüßt und führte zum entsprechenden Vorschlag der Landesregierung. „Es geht ein starkes Signal für mehr Vielfalt und Gleichstellung von dieser Gesetzesnovelle aus. Das Saarland ist das erste Bundesland, welches Lesben und Schwulen eine Vertretung in seinen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten einräumt. Wir wünschen uns, dass alle anderen Bundesländer diesem Beispiel folgen”, so das LSVD Vorstandsmitglied Hasso Müller-Kittnau.

Das Saarland ist das erste Bundesland, welches Lesben und Schwulen eine Vertretung in seinen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten einräumt.

Der LSVD sieht mit diesem Sitz die Chance verbunden, dass sich die Lebenswirklichkeit von homo-, bi- und transsexuellen Menschen stärker als bisher in den saarländischen Medien wiederfinden wird. „Wir kooperieren seit Jahren erfolgreich mit dem SR, wenn es um die Übertragung und Bewerbung des SaarLorLux CSD geht. Neben diesem jährlichen Event, sollte jedoch auch der Lebensalltag von Lesben, Schwulen, Trans- und Bisexuellen in unserem Bundesland in den Fokus der saarländischen Medien genommen werden. Wie leben gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften auf dem Land? Welche Probleme haben Regenbogenfamilien? Wie sieht es bei Thema „Gleichstellung” in der Großregion aus? Es gibt viele Themen, die wir gerne in der öffentlichen Berichterstattung wiederfinden würden. Wir werden die Belange unserer Zielgruppe mit in die Gremienarbeit nehmen und freuen uns auf die Zusammenarbeit”, so Müller-Kittnau. Auf der gestrigen Landesvorstandssitzung des LSVD Saar wurde Hasso Müller-Kittnau als Mitglied und Irene Portugall als Stellvertreterin einstimmig benannt.

Bild: Shutterstock/brux


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