shutterstock_178286501

Facebook erlaubt wieder Drag-Namen

Ab heute soll alles besser werden. Wir erklären wie.

Facebook hat konkrete Maßnahmen bekannt gegeben, damit Dragqueens auch auf Facebook wieder Dragqueens sein können und Aktivisten in Ländern, in denen Homosexualität illegal ist, das Netzwerk auch weiterhin als nützliches Tool gebrauchen können, um anonym Informationen auszutauschen. In den letzten Monaten waren queere Communitys weltweit immer wieder Sturm gegen die neue Namenspolitik gelaufen, die dazu führte, dass Menschen nur noch mit dem Namen auf Facebook sein durften, der in ihrem Personaldokument steht. Alex Schultz, einer der Vorstände von Facebook, der für das Ansteigen der Mitgliederzahlen verantwortlich ist, hatte das im November in einer langen Antwort auf die Frage eines Users bezüglich der Namenspolitik schon angekündigt. „Wir sind intensiv darum bemüht, diese Regelungen zu verbessern”, schrieb er. „Denn auf der einen Seite habe ich mit eigenen Augen gesehen, wie Mitglieder der LGBTI-Community von Mitgliedern mit gefakten Namen beschimpft und bedroht wurden. … Auf der anderen Seite laufen ich und viele andere Mitarbeiter von Facebook jedes Jahr in San Francisco beim Pride mit und haben dabei dieses Jahr oft und sehr druckvoll mitgeteilt bekommen, dass die Regelung auch Menschen davon abhält, auf Facebook einfach sie selbst sein zu können und sie sich stark eingeschränkt fühlen.”

So soll verhindert werden, dass die eigentlich als Anti-Bullying Regelung gedachte Maßnahme, bei Trans* oder Dragqueens benutzt wird, um ihnen das Leben schwer zu machen.

Zwei konkrete Änderungen kündigte Schultz seinerzeit an: Facebook-User können in Zukunft, werden sie wegen der Namenspolitik ermahnt, gegenüber dem Netzwerk detailiert begründen, warum sie einen bestimmten Namen für ihr Profil gewählt haben. „So können unsere Mitarbeiter die Gesamtsituation besser einschätzen, in der der ‘falsche’ Name benutzt wird.” Außerdem müssen User, die andere User wegen ihres falschen Namens melden, in Zukunft genauer begründen, warum sie das tun. So soll verhindert werden, dass die eigentlich als Anti-Bullying Regelung gedachte Maßnahme, bei Trans* oder Dragqueens benutzt wird, um ihnen das Leben schwer zu machen. Zusätzlich wird es wegen ihres Namens gesperrten Usern erleichtert, auf ihr Account zuzugreifen. „Es ist ein schwieriger Balanceakt: Einerseits wollen wir ernsthaft verhindern, dass Bullying auf Facebook ein Problem ist. Andererseits wollen wir Menschen natürlich auch nicht daran hindern, sich als Persönlichkeiten so ausdrücken, wie sie das wollen”, begründete Schultz die neuen Regelungen.

Wir werden wir es leichter machen, Namen zu verifizieren, sollte das notwendig werden. Die Werkzeuge dafür haben wir im Austausch mit Community-Leadern weltweit entwickelt.

In einem Posting auf seinem Profil gab Justin Osofsky, Vice President of Global Operations von Facebook, bekannt: „Unsere Namenspolitik ist einerseits dafür gedacht, Bullying zu verhindern und unsere User zu schützen, weil andere User klar erkennbar sind. Dieses Element werden wir auch weiter druckvoll einsetzen. Es ist uns auf der andere Seite aber sehr wichtig, dass unsere Politik hier für jeden Sinn macht, besondern für Mitglieder von Communities, die es ohnehin schwer haben und diskriminiert werden. Deswegen entwickeln wir unsere Plattform ständig weiter. Deswegen werden wir ab heute erstens die Anzahl der Personen verringern, die ihren Namen noch bestätigen müssen, wenn sie einen benutzen, unter dem andere Menschen sie (er)kennen. Zweitens werden wir es leichter machen, einen bestimmten Namen zu verifizieren, sollte das notwendig werden. Die Werkzeuge dafür haben wir in intensivem austausch mit Community-Leadern weltweit entwickelt. So ist es ab jetzt zum Beispiel möglich, zu erklären, dass man einen bestimmten Namen benutzt, weil man schwul, lesbisch, trans*, bisexuell, Angehöriger einer ethnischen Minderheit oder von Bullying betroffen ist. Es ist möglich den Kontext und die Situation in dem ein Name verwendet wird, zu erläutern. Diese Informationen werden unseren Teams helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.“ Außerdem wird auch das Melden von falschen Namen anspruchsvoller. „Ab heute muss jemand genauer und relativ ausführlich begründen, warum er jemanden wegen seines Namens meldet. Das Verfahren hat nun mehrere Schritte.“ Und das ist nur der Anfang. „Wir werden die Zahl der Menschen, die ihren Namen begründen müssen, im neuen Jahr weiter spürbar reduzieren, während wir unsere Sicherheitsstandarts aufrecht erhalten.  … Dabei wird es Usern möglich sein, leichter Input dazu zu geben, welche Verbesserungen die Seite weiter erfordert“, so Osofsky weiter. Oder auf gut Deutsch: „Wir arbeiten daran.“

Bild: Shutterstock/Twin Design


0 Kommentare



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close