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Falk Richter: Ausgezeichnet!

Er ist Gewinner der fünften Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik

Falk Richter ist nicht nur einer der erfolgreichsten und provokantesten Dramatiker Deutschlands; er ist dabei auch so selbstverständlich offen schwul, dass ihn stören wird, dass es überhaupt erwähnt wird, auch wenn er von den neuen, konservativen Kräften in Deutschland genau deswegen derzeit intensiv angefeindet wird.

Richter lässt nicht kalt, er provoziert, reizt, fordert eine Stellungnahme.

Andere haben weniger Probleme mit Falk Richter, ganz im Gegenteil: Er ist heute als der fünfte Preisträger der Saarbrücker Poetikdozentur bekannt gegeben worden. In der Begründung heißt es u.a.: Richters „Stücke polarisieren im besten Sinn: sie lassen nicht kalt, sie provozieren, reizen, fordern eine Stellungnahme. Dies gilt besonders auch für ihre Ästhetik. (…) Seine Stücke nötigen den Zuschauer, Haltung zu entwickeln ob »Gott ist ein DJ« (1999), »Nothing hurts« (1999), »Unter Eis« (2004), »Rausch« (2012) oder Richters jüngste, gerade erst uraufgeführte, heftig diskutierte Arbeit »Fear« über Deutschland als ein Land, in dem die Angst grassiert, zwischen Pegida und Flüchtlingskrise.“ Nach Rimini Protokoll, Roland Schimmelpfennig, Kathrin Röggla und Albert Ostermaier übernimmt der Dramatiker, Schauspiel- und Opernregisseur Falk Richter die fünfte Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik der Universität des Saarlandes. / Öffentliche Vorträge an drei Montagabenden im Januar 2016.

Gegen Krieg, Propaganda, mediale Manipulation, den neoliberalen Kapitalismus

1969 in Hamburg geboren, debütierte Falk Richter bereits 1994 als Regisseur und als Dramatiker. Seither gehört er zu den international erfolgreichsten und einflussreichsten deutschsprachigen Dramatikern mit Uraufführungen und Projekten in den USA, Australien, Belgien, Frankreich, Japan, Norwegen oder der Schweiz ebenso wie an den großen deutschsprachigen Theaterhäusern. Richters Arbeiten beeindrucken und berühren durch die Radikalität, mit der er in ihnen Stellung bezieht – gegen Krieg, Propaganda, mediale Manipulation, den neoliberalen Kapitalismus –, mit der er Kritik der Medien betreibt, den Schmerz der Erosion menschlicher Nähe in einer zunehmend entfremdeten Welt sichtbar macht. Seine Stücke polarisieren im besten Sinn: sie lassen nicht kalt, sie provozieren, reizen, fordern eine Stellungnahme. Dies gilt besonders auch für ihre Ästhetik: Richters Texte nutzen die neuen Medien, die sie analysieren, stellen sie aus. Und sie suchen für die Erfahrungen der Gegenwart nicht nur sprachlichen, sondern ebenso körperlichen Ausdruck im choreografischen Theater, das er vor allem in der mehrjährigen Zusammenarbeit mit der Choreografin Anouk van Dijk entwickelt hat.

Seine Stücke sind rauschhaft, fordernd und anspielungsreich. Eine konsequente Analyse und Kritik des Lebens

Die Auszeichnung mit der fünften Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik ehrt einen Theatermacher, dessen Stücke rauschhaft, fordernd und anspielungsreich eine konsequente Analyse und Kritik des Lebens in der neoliberalen Wirklichkeit unternehmen. Richters Stücke nötigen den Zuschauer, Haltung zu entwickeln – ob »Gott ist ein DJ« (1999), »Nothing hurts« (1999), »Unter Eis« (2004), »Rausch« (2012) oder Richters jüngste, gerade erst uraufgeführte, heftig diskutierte Arbeit »Fear« über Deutschland als ein Land, in dem die Angst grassiert, zwischen Pegida und Flüchtlingskrise. Im Verlag Theater der Zeit erscheint dieser Tage neues Buch »Small Town Boy und andere Stücke«, das seine letzten fünf Stücke enthält.

Bild: Bernhard Musil


2 Kommentare

  1. Marcus Assenmacher

    WOW, das war doch wieder mal ein super qualifizierter Kommentar eines offenbar anal frustrierten AfDisten (ist das eigentlich bei denen Aufnahmebedingung?) Wenn das der Führer wüsste… (Fotobeitrag: „Ich suche meine Männlichkeit“-Höcke ehrt die „Homosexuellen in der AfD“ mit seiner Anwesenheit)


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