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Irland verbietet Diskriminierung

Das Gesetzt wurde heute verabschiedet

Irland wird mit großen, schnellen Schritten eines, wenn nicht das, LGBTI-freundlichste/n Länder in Europa. Nicht nur ist im Sommer die Ehe, in einem weltweit einmaligen Vorgang, per Volksentscheid für lesbische und schwule Paare geöffnet worden, wenig später beschloss das Parlament in Dublin auch, dass Iren über ihre Geschlechtszugehörigkeit künftig selber entscheiden dürfen. Ganz ohne ärztliche Atteste, psychologische Prüfungen oder Operationen. Auch das ist weltweit einmalig.

Was wie ein verwaltungstechnischer Vorgang klingt, wird sich massiv auf das Arbeiten in Krankenhäusern und Schulen in Irland auswirken.

Nun wird ein weiterer Baustein für ein diskriminierungsfreies Irland festgezurrt: Heute wurde vom Unterhaus ein Gesetz verabschiedet, dass es kirchlichen Schulen und religiös geprägten Krankenhäusern verbietet, ihre LGBTI-Angstellten zu diskriminieren. Das war bislang, mit der Begründung, LGBTI würde „das religiöse Ethos“ dieser Einrichtungen in Frage stellen, möglich. Was wie ein bedeutungsloser, verwaltungstechnischer Vorgang klingt, wird sich massiv auf das Arbeiten in Krankenhäusern und Schulen in Irland auswirken. Weit über 50 Prozent aller Bildungseinrichtungen, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, sind fest in katholischer Hand. Einmal mehr gilt: Auch die Kirche hat sich in Zukunft an ganz und gar weltliche Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter anzupassen.

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Mitglieder der irischen Lehrergewerkschaft mit dem neuen Gesetzestext (Bild: Twitter)

Die neue Fassung der „Section 37 of the Employment Equality Act“ braucht nur noch die Unterschrift des Premierministers, um in Kraft zu treten, nachdem sie schon letzte Woche im Oberhaus des Senats eine große Mehrheit gefunden hatte. AktivistInnen begrüßten die Entscheidung. „Dieses Gesetz ist ein wichtiger Baustein dafür, das LGBT sich in Zukunft in Irland als komplett gleichberechtigte Bürger und Bürgerinnen fühlen können und genau wie alle anderen, heiraten, arbeiten und Familien gründen werden“, sagte die Leiterin des Gay and Lesbian Equality Networks, Sandra Irwin-Gowran. Nur nochmal zur Einordnung: In Deutschland dürfen Schwule und Lesben nicht heiraten, kirchliche Einrichtungen dürfen schwule und lesbische Mitarbeiter ohne weitere Angabe von Gründen entlassen und eine offizielle Geschlechtsanpassung dauert mehrere Jahre.

Bild: shutterstock/gualtiero boffi

 


8 Kommentare

  1. Jens Rödiger

    Ein Land, das sich durch die Herstellung von Butter und Alkoholikern* hervortut ist also nicht mehr nur gesellschaftlich, sondern inzwischen sogar rechtlich weiter, als wir. Allmählich muss man sich ja fast wieder genieren Deutscher zu sein.

    * Ironie-Schild!

  2. Philipp Büscher

    Wie die Menschen sich hier aufregen über Deutschland ist ja fast schon süß. Natürlich freue ich mich über die Fortschritte in Irland aber man muss die Thematik als Ganzes betrachten. Wir regen uns darüber auf das wir in Deutschland nicht heiraten dürfen und in anderen Ländern der Welt wird man wegen seiner Homosexualität erschossen. Das ist mal wieder so typisch deutsch : über das eigene Land meckern aber nicht checken wie gut wir es doch haben.

  3. Achim Schipporeit

    Das ist eine vorbildliche Initiative. Auch in Deutschland muss endlich das Sonderarbeitsrecht der Kirchen abgeschafft werden. Auch für die Kirchen muss – im Sinne der strikten Trennung von Staat und Kirchen (!!) – das allgemeine Arbeitsrecht gelten! Die Kirchen sind kein Staat im Staate!


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