Nasser El-Ahmad erhält Respektpreis

Der deutsch-libanesische LGBTI-Aktivist aus Berlin wird vom Bündnis gegen Homophobie geehrt

Nasser El-Ahmad ist der Gewinner des Respektpreises 2015. Die Auszeichnung nahm er heute von der Berliner Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, Dilek Kolat, im Radisson Blu Hotel entgegen. Zum Dank überreichte der 18-Jährige ihr einen Ring. Nasser, Sohn einer libanesischen, streng muslimischen Familie, hat sich erfolgreich gegen die Unterdrückung durch seine Verwandten gewehrt. Durch den offensiven Umgang mit seiner Entführung ins Ausland hat er in einer breiten Öffentlichkeit Aufmerksamkeit für die schwierige Situation schwuler Männer in muslimischen Familien geschaffen. Immer wieder sorgt er mit Kundgebungen dafür, dass das Thema nicht in Vergessenheit gerät. Das Kuratorium des Bündnisses gegen Homophobie würdigte das Engagement des Preisträgers als Ermutigung für junge schwule Männer und lesbische Frauen, die von der eigenen Familie unterdrückt werden. Nasser ist auch nominiert für die MÄNNER-Wahl zum MANN 2015 (hier geht’s zum Voting).
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Neben Nasser El-Ahamd war auch der ehemalige Kinderarzt Dr. Jörg Woweries für sein Engagement für den Schutz und die Selbstbestimmungsrechte intergeschlechtlicher Menschen nominiert, speziell für ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit, außerdem die Arbeitsgruppe des Masterstudiengangs „Art in Context“ um Wolfgang Knapp am Institut für Kunst im Kontext der Universität der Künste Berlin, die sich für die Realisierung eines Denkmals für die weltweit erste homosexuelle Emanzipationsbewegung engagiert, sowie die Aktivistin Annet Audehm, die sich für LGBTI-Menschen einsetzt – und auch für Flüchtlinge allgemein: So hat sie in Eigeninitiative im Sommer mit dem Fahrrad die Apotheken der Stadt abgeklappert und sammelte Proben ein (Duschgel etc.), die sie dann an Flüchtlinge verteilte.

Im Rahmen der Preisverleihung stellte der Berliner Polizeipräsident, Klaus Kandt, die Zahlen der Kriminalitätsstatistik der ersten Jahreshälfte 2015 vor. Demnach sind in den ersten sechs Monaten bei der Polizei 51 homophobe und transphobe Straftaten registriert worden, ähnlich viele wie im Vergleichszeitraum 2014 (52 Straftaten). Erst im Oktober hatte es etwa in einer Flüchtlingsunterkunft einen gewalttätigen Atttacke auf ein schwules syrisches Paar gegeben, Schläge und Morddrohungen. Die Männer sind jetzt in einer neuen, sicheren Unterkunft.

Berlins Polizeipräsident bedankt sich beim Bündnis gegen Homophobie für die Zusammenarbeit

„Wir als Polizei“, so Kandt, „erfahren selten von solchen Straftaten“ – denn oft würden homophobe Straftaten nicht angezeigt, auch wegen vorhandener Sprachbarrieren. Die Dunkelziffer von nicht angezeigten Straften schätzt der Polizeipräsident auf 80 bis 90 %. Er bbedankte sich ausdrücklich beim Bündnis gegen Homophobie für die Zusammenarbeit und sagte: „Wir unterstützen Sie gern bei Ihrer Arbeit.“und sagte: „Wir unterstützen Sie gern bei Ihrer Arbeit.“

Das Bündnis gegen Homophobie ist die Allianz der heterosexuellen Mehrheitsgesellschaft für die gesellschaftliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen. Um aktiv gegen Homophobie einzutreten setzt der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) im Auftrag der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen – Landesantidiskriminierungsstelle (LADS), das von ihm initiierte Bündnis gegen Homophobie im Rahmen der Initiative „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“ um. Vier neue Mitglieder wurden heute bekanntgegeben, unter anderem der Kreurberger Fußballverein FSV Hansa 07 und Getränke Hoffmann.

Foto & Video: Kriss Rudolph


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