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Nasser ist Mann 2015

Jeder dritte MÄNNER-Leser stimmt für den 19-jährigen Aktivisten

Nasser El-Ahmad, einer der bekanntesten LGBTI-Aktivisten, ist von den MÄNNER-Lesern online zum Mann 2015 gewählt worden – im Vorjahr war diese Ehre dem früheren Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, zuteil geworden.

Der Sohn einer libanesischen, streng muslimischen Familie, hatte schon früh eine Ahnung, dass er schwul ist. Die ersten Jahre glaubte er, er sei damit allein. Mit 15 Jahren ging er auf eine Veranstaltung für Schwule und Lesben. Mitschüler fanden es über Facebook heraus, schließlich erfuhren auch seine Eltern davon. Vor drei Jahren entführten ihn sein Vater und zwei Onkel – offenbar, um ihn im Ausland zwangszuverheiraten. Erst an der bulgarisch-rumänischen Grenze wurden sie gestoppt. Durch den offensiven Umgang mit seiner Entführung hat Nasser in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit für die schwierige Situation schwuler Männer in muslimischen Familien geschaffen. Immer wieder sorgt er mit Kundgebungen dafür, dass das Thema nicht in Vergessenheit gerät. Im April etwa protestierten 1.000 Menschen in Berlin, initiert durch Nasser, friedlich gegen Homophobie und Intoleranz.

Allein hätte ich das nie geschafft.

„2015 war ein Jahr, dass mir sehr sehr deutlich gemacht hat, dass der Kampf gegen Homophobie in Berlin, insbesondere in Stadtteilen wie Neukölln, Kreuzberg, usw. noch lange nicht zu Ende ist“, sagte Nasser in einer ersten Stellungnahme gegenüber MÄNNER. „Mein Ziel für das Jahr 2016 ist es, sehr viele Aktivisten, Vereine, Initiativen etc. mit ins Bündnis gegen diesen Kampf einzubeziehen. Insbesondere auch möchte ich den LGBTI-Flüchtlingen zeigen, das wir uns als Community gegen Homophobie, gegen diese ganze Unterdrückung wehren. Auch ich als homosexueller Moslem wehre mich gegen diesen Hass. Genau so könnt Ihr das auch machen – das möchte ich als Botschaft vermitteln. 2015 war mehr als nur ein erfolgreiches Jahr für mich: Der Gang vor Gericht gegen meine Eltern, wo leider kein Urteil gesprochen worden ist (wie die Medien behaupten) – ohne die Community hinter mir hätte ich das alles nie geschafft.“

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Auf dem 2. Platz der rund 1000 abgegebenen Stimmen landete Philipp Huber. Der 20-Jährige, der als Lektor in der Kirche arbeitete, outete sich im August vor der versammelten Gemeinde und gab seinen Austritt bekannt. Er kritisiert den Umgang mit Homosexuellen innerhalb der Kirche. „Es ist schon schwer genug, mit seiner eigenen Sexualität klar zu kommen, aber umso schwerer, das mit dem Glauben noch im Einklang zu bringen.” Platz 3 geht an den Dresdner Ronald Zenker, der sich für LGBTI-Flüchtlinge engagiert.

Für Nasser ist es die zweite Auszeichnung binnen weniger Wochen. Anfang des Monats war er vom Bündnis gegen Homophobie mit dem Respektpreis geehrt worden.

Titelfoto: David Berger

 


28 Kommentare

  1. Tom Mueller

    toll, aber er sollte sein selbstdarstellungsbedürnis zähmen. sonst wird er noch zu so einer peinlichen figur wie david berger, nur mit umgekehrten polit. vorzeichen.

  2. Philipp Kelm

    naja finde ich nicht toll. hab sein Profil gesehen. wirklich gegen Homophobie zu kämpfen scheint er nicht. mir kommts eher vor das er gewählt wurde weil seine Familie ihn töten wollte. das mag zwar schlimm sein aber dafür nen Preis bekommen? ich kämpfe selber auch seit jahren gegen Homophobie bekam aber nie Anerkennung dafür. versteht mich nicht falsch, so ein Preis ist mir latte, ich kämpfe halt im dunkeln

  3. Nasser El-Ahmad

    Mein lieber, nicht weil ich von meiner Familie getötet werden sollte. Sondern weil sich ein Schwuler Araber der immer noch ein Moslem ist sich stark in der Öffentlichkeit dagegen wehrt und auf andere Schicksale aufmerksam macht.. Gerade in der muslimischen Community.

  4. Nasser El-Ahmad

    Jeder einzelne von uns kämpft auf einer Art und Weise gegen Homophobie, die GEEHRT werden MUSS.
    Egal ob in der Öffentlichkeit bekannt oder im Hintergrund.

    Das sich aber jemand so stark in der Öffentlichkeit zeigt und sich insbesondere im muslimischen Teil dagegen wehrt, gegen diese Unterdrückung gegen diese Homophobie von einer muslimischen Familie.. Das ist etwas außergewöhnliches für die Öffentlichkeit gewesen

  5. Jens Reschke

    du bist mir persönlich zu aufmerksamkeitsgeil. andere leisten ähnliches und mehr. in den medien präsent zu sein, liegt natürlich im sinne der sache, aber deine sonstige darstellung und dein fast schon penetrantes erhaschen irgendwelcher komplimente, lässt das ganze leider etwas narzistisch wirken und stellt die gute sache in den schatten deines schillernden scheins.
    so zumindest wirkt dein auftreten auf mich.
    trotzdem herzlichen glückwunsch!
    was du tust, finde ich gut. wie du es tust, da bin ich zwiegespalten.

  6. Tom Mueller

    hi nasser, mein eindruck ist einfach, dass du zu ich-bezogen bist. manchmal ist weniger mehr. damit meine ich nicht dein engagement, sondern deine selbstdarstellung. ich fand z.b. dass einige postings, die du zu deinem flüchtlings-engagement geschrieben hast, zu sehr darauf abzielten, gelobt oder bewundert zu werden. es schien dir mehr darum zu gehen, dich zu profilieren, als um die sache. es ist auch gefährlich, dein facebook-profil als indikator dafür zu benutzen, wie andere leute dich finden, denn deine facebookfreunde liken alles, was du machst. so kriegst du nicht mehr mit, wie sehr und wie viele andere die augen verdrehen, wenn sie deinen namen hören. genauso würde ich aber auch gar nicht auf jeden blöden kommentar gegen dich hören, geschweigedenn darauf eingehen. zu viele schreiben nur gehässiges aus neid, dummheit oder bösartigkeit. diese leute verdienen nicht, dass du ihnen dafür auch noch aufmerksamkeit schenkst. das ist alles keine einfache sache, den richtigen umgang mit der öffentlichkeit zu finden. nun, du bist noch jung, kannst noch viel lernen und erreichen. ich wünsche dir das beste, wirklich. ich finde dich auch einen mutigen jungen mann. guck dir david berger an. er ist (ganz zu schweigen von seinen fürchterlichen meinungen) eine traurige und peinliche figur geworden. seine selbstdarstellerischen postings auf fb haben viel dazu beigetragen. nur noch eine kleine schar von facebook-usern folgt. ihm. das ist alles, wovor ich dich warnen will. hier aber mal eine kritik gegen dich, über die ich mich sehr geärgert habe, die in eine kategorie fällt, gegen die ich mich dann tatsächlich wehren würde (im gensatz zu den kommentaren hier): http://teariffic.de/2015/03/21/warum-ich-personen-judge-die-diese-demo-feiern-2/

  7. Dieter R. Roger

    Ich finde, dass man nicht jeden Pups ,den man lässt von seinen Facebook-Freunden feiern lassen muss. Ich finde Bescheidenheit und persönliche Zürucknahme hinter der Sache für einen Preis, der polit. oder soziales Enegament würdigt, dazu gehört. Das vermisse ich an dir. Dein Engagement in allen Ehren. Wenn Narzismus Antrieb ist, Gutes zu tun, ist das am Ende natürlich auch nicht verkehrt, hauptsache es beföderter tGutes. Ich würde dann aber nicht unbedingt einen Preis vergeben.

  8. Patrick Steeger

    Ich wollte mal loswerden, dass Alle nominierten es verdient hätten zu gewinnen. Ich war ja auch nominiert, aber ich denke man sollte nicht nur einen dafür auszeichnen, sondern jedes Engagement in seinem Rahmen wertschätzen und dabei aber keine Unterschiede machen! Engagement ist Engagement, egal ob Gegen Mobbing oder in der Flüchtlingshilfe! 🙂


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