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Schwules Chromosom gefunden?

Weltweit größte Zwillingsstudie hat interessantes Ergebnis

In der bislang größten Studie zum Thema, haben Wissenschaftler Beweise dafür gefunden, dass die Veranlagung zu Homosexualität vor unserer Geburt genetisch festgelegt ist. Am NorthShore Research Institute in Evanston, im US-Bundesstaat Illinois, analysierten Genetiker das Erbgut von 409 Paaren schwuler Brüder und Bruderpaaren in denen einer schwul und einer heterosexuell ist und kamen dabei zu erstaunlichen Ergebnissen. Schon länger wird theoretisiert, dass der Abschnitt xq28 auf dem X-Chromosom und einer auf Chromosom 8 Marker für sexuelle Orientierung sein sollen. In früheren Studien stieß man immer wieder auf Hinweise dafür. Die Studie in Evanston ist mehr als dreimal so groß wie die größte bisherige Studie zum Thema und konnte die Annahmen bestätigen. Studienleiter Alan Sanders sagte gegenüber Medien: „Das bringt Stimmen die behaupten, dass man seine sexuelle Orientierung betreffend eine Wahl hat, oder man sie irgendwie ‚heilen‘ oder ‚behandeln‘ könnte, hoffentlich endgültig zum verstummen.“

Studienleiter Sanders gibt zu, dass man noch viel Arbeit investieren muss, um die verantwortlichen Gene auf den Chromosomen zu identifizieren.

Xq28, der betreffenden Abschnitt auf dem X-Chromosom, war schon 1993 von Dean Hamer am US National Institute of Health identifiziert worden. An seiner Studie hatten allerdings nur 40 Brüderpaare teilgenommen. Vom zweiten Abschnitt weiß man seit 2005. Auch wenn die aktuelle Studie viel umfangreicher und die Ergebnisse deutlicher sind, gibt Studienleiter Sanders zu, dass man noch viel Arbeit investieren muss, um die verantwortlichen Gene auf den Chromosomen zu identifizieren.

Einer der an der Studie beteiligten Wissenschaftler hatte einige Tage nach der Veröffentlichung der Studienergebnisse seine Mitarbeit daran niedergelegt.

Erst im Oktober hatte eine Studie mit 47 Zwillingspaaren dazu geführt, dass ein Wissenschaftlerteam bekannt gegeben hatte, es könne mit 67-prozentiger Wahrscheinlichkeit anhand einer Speichelprobe feststellen, ob jemand homosexuell oder heterosexuell ist. Hierzu sei es notwendig sogenannte  epigenetische Marker zu analysieren, deren Rolle in der genetischen Disposition von Menschen bislang nicht abschließend geklärt ist. Tuck C. Ngun, einer der an der Studie beteiligten Wissenschaftler hatte einige Tage nach der Veröffentlichung der Studienergebnisse seine Mitarbeit daran niedergelegt. Zur Begründung gab er an, selbst schwul zu sein und sich nicht an Forschung beteiligen zu wollen, mit deren Ergebnissen eventuell pränatal festgestellt werden könne, ob Embryonen schwul oder lesbisch seien.

Bild: Shutterstock/Jezper

 


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