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Slowenien stimmt über Eheöffnung ab

Bis Sonntag entscheiden die Wähler

Als erstes postkommunistisches Land hat Slowenien im März ein Gesetz verabschiedet, das die Partnerschaften von Schwulen und Lesben der traditionellen Ehe gleichstellt. Auch Adoption ist in dem 2-Millionen-Leute-Land zwischen Österreich, Ungarn, Kroatien und Italien nun für schwule Paare laut Gesetz erlaubt. Das Gesetz hatte große Zustimmung im Parlament geerntet: Dafür stimmten 51, dagegen 28 Abgeordnete. Auch Präsident Borut Pahor unterstützt es. Die neue Regelung wurde vor allem durch die Arbeit linksgerichteter und liberaler Parteien möglich: Die Ehe wird jetzt juristisch einfach als Verbindung von zwei Personen ungeachtet des Geschlechts definiert.

Das Bündnis „Es geht um die Kinder” hielt am Tag der Abstimmung eine Kundgebung vor dem Parlament ab.

Gegen die Gleichstellung waren neben der konservativen Opposition auch die katholische Kirche und konservative Bürgerinitiativen. Und natürlich gibt es auch in Slowenien „besorgte Eltern”: Das Bündnis „Es geht um die Kinder” hielt am Tag der Abstimmung eine Kundgebung vor dem Parlament ab. Tausende Menschen protestierten gegen die Öffnung der Ehe, vor allem gegen das Adoptionsrecht. Die Gegner kündigten eine Volksabstimmung gegen die Gesetzesnovelle an, wofür sie 40.000 Wählerstimmen benötigten.

Nach letzten Umfragen unterstützt eine klare Mehrheit aller slowenischen Wählerinnen und Wähler die Gleichstellung.

Die haben sie auch bekommen, weswegen am heutigen Dienstag eine Volksabstimmung über das Gesetz beginnt, deren Ergebnisse am Sonntag verkündet werden. Die Befürworter des Gesetzes machen sich wenig Sorgen: Nach letzten Umfragen unterstützt eine klare Mehrheit aller slowenischen Wählerinnen und Wähler die Gleichstellung, auch wenn die durch die Taktiken der Gegner, die mit ähnlicher Propaganda und Hetze wie im Rest von Europa arbeiten, ein wenig geschrumpft ist.  Ist die Volksabstimmung erfolgreich, wäre Slowenien, nach Irland, das zweite Land weltweit, dessen Bürger sich per Votum für die Gleichstellung von LGBTI ausgesprochen haben.

Bild: Shutterstock/Asiya8


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