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„Seine Kampagne ist gefährlich“

Wie sich Künstler an Donald Trump abarbeiten

Die Liste der Geschmacklosigkeiten und Beleidigungen tief unter der Gürtellinie, die US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump bisher von sich gegeben hat, ist lang: „Wenn Hilary Clinton ihren Ehemann nicht befriedigen kann, warum glaubt sie, sie könne Amerika zufrieden stellen?“ Über seine Tochter sagte der 69-Jährige: „Sie hat einen sehr hübschen Körper. Wenn sie nicht meine Tochter wäre, würde ich vielleicht mit ihr ausgehen.“

Trumps Kampagne ist „gefährlich“

Ein schwuler Künstler aus Manchester hat sie alle gesammelt und zu einem Trump-Porträt zusammengefügt. „Zu Beginn seiner Kampagne haben wir alle gelacht über ihn“, so Conor Collins., der im vergangenen Jahr bereits ein ähnliches Porträt von Caitlyn Jenner geschaffen hat – mit transphoben Kommentaren aus Sozialen Netzwerken. „Aber obwohl seine Kommentare lächerlich sind, hat seine Kampagne an Fahrt gewonnen und ist wirklich gefährlich geworden. Er macht Rassismus und Sexismus salonfähig, um seine Karriere voranzutreiben. Wer der Anführer der freien Welt werden will, sollte das nicht durch Diskriminierung erreichen.“

Man konnte förmlich das Blut aus ihren Augen kommen sehen

Im letzten Jahr hatte bereits die Künstlerin Sarah Levy ein sehr eigenwilliges Trump-Porträt erstellt – mit Pinsel und Tampon, aus ihrem Menstruationsblut. Vorausgegangen war seine Beleidigung einer Nachrichtenmoderatorin. Nach einem kritischen Interview, bei dem sich Trump schlecht behandelt fühlte, sagte er: „Man konnte förmlich das Blut aus ihren Augen kommen sehen. Blut von welchen Stellen auch immer.“ Er hatte das Verhalten der Journalistin mit ihrer Monatsblutung erklärt.

 

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Was Homo-Rechte betrifft, hat Trump der Menschenrechtsorganisation Human Rights Campaign zufolge übrigens eine gemischte Bilanz: Er hat sich immer gegen die Öffnung der Ehe ausgesprochen, denn er sei ein „Traditionalist“. Dennoch akzeptiert Trump nach eigenem Bekunden das Urteil des Supreme Court zur Ehe-Gleichstellung aus dem vergangenen Jahr als Teil eines demokratischen Prozesses. Anders als sein Mitbewerber im Rennen um die US-Präsidentschaft, Mick Huckabee, bezeichnete er das Verhalten der renitenten Standesbeamtin Kim Davis als falsch: Sie hatte sich geweigert, nach der bundesweiten Öffnung der Ehe schwulen Paaren eine Heiratslizenz auszustellen. Auch hat sich Trump immer wieder für den Schutz von LGBTI-Menschen vor Diskriminierung ausgesprochen.

Homophob sei er jedenfalls nicht, so Trump in einem Interview im Herbst 2015.

Titelbild: Conor Collins


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