Feb 9 2015 Mobile ALABAMA USA A lone protestor stands outside the Mobile County Probate Cour

Alabama hat die Ehe für alle zurück

Präsident des Obersten Gerichtshofes setzte Verpartnerungen aus

Der US-Bundesstaat Alabama hat die Ehe für Schwule und Lesben zurück. Und das, obwohl am Mittwoch (Ortszeit) der Präsident des Obersten Gerichtshofes, Roy Moore, die Familienrichter im Staat dazu aufgefordert hatte, nur noch heterosexuelle Paare zu trauen.

Seine Begründung: In den Gesetzen von Alabama sei die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert. Deshalb gelte die historische Entscheidung des Supreme Court vom vergangenen Juni nicht. Die Nachricht hat sich sofort landesweit und international verbreitet. Hillary Clinton, demokratische Anwärterin fürs Präsidentenamt, twitterte: „Die Ehe für alle ist Gesetz des Landes – dazu gehört auch Alabama.“

Moores Entscheidung sei „traurig und armselig“, findet ein Richter

Es wurde also schon damit gerechnet, dass die verordnete Heiratspause nur von kurzer Dauer sein würde. Einige Countys übernahmen die neue Regelung gar nicht, andere verweigerten homosexuellen Paaren jedoch den Trauschein.

Am Freitagabend (Ortszeit) wurde bekannt, dass auch die letzten Countys der Anordnung von Moore nicht mehr folgen. Dazu gehört etwa Madison County im Norden des Staates, wo noch am selben Tag Anwälte und Aktivisten protestierten. Der Familienrichter des Countys, Tommy Ragland, gab bekannt, wieder „jeden“ zu verehelichen, berichtet AL.com

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Hillary Clinton reagierte umgehend auf die homophobe Aktion aus Alabama. Foto: Twitter

Andere Richter hatten sich gar nicht erst daran gehalten. So etwa Richter Stephen L. Reed aus dem Montgomery County. Er nannte die Entscheidung von Moore auf Twitter „traurig und armselig“. Im selben Tweet versprach er, weiterhin Schwule und Lesben zu trauen.

„Moore ist ein religiöser Fanatiker und Egomane“

Es ist nicht das erste Mal, dass der Republikaner Roy Moore mit einer homophoben Aktion auffällt. Direkt nach der Entscheidung des Supreme Court, in allen 50 Staaten die Ehe für alle zu garantieren, teilte der Präsident des Obersten Gerichtshofes mit, seine Richter seien nicht an Bundesgesetze gebunden.

Deshalb fordern einige schon länger, dass der 68-Jährige von seinem Amt befreit wird. Dazu gehört etwa Richard Cohen, der Leiter des South Poverty Law Center (SPLC), das sich gegen Rassismus und für Bürgerrechte einsetzt: „Das Handeln des Obersten Richters ist unmoralisch und widerspricht dem Gesetz, weshalb er seine Position verlieren sollte. Der Staat Alabama verdient etwas Besseres“, sagte er dem Alabama News Network am Donnerstag.

Er ergänzte: „Ich war ein wenig überrascht und ein wenig bestürzt darüber, was Richter Moore getan hat, aber dann habe ich realisiert, dass es sich um Richter Moore handelt. Er ist ein religiöser Fanatiker, er ist ein Egomane und er wird, glaube ich, nicht aufhören.“

Titelfoto: imago/ZUMA Press


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