Plakat gegen Pegida PEGIDA Demo Stuttgart Demo Pegida 05 01 2015 EP_PFS

„Bündnis für alle“ gegründet

Informationen und Dialog sollen gegen besorgte Eltern und "Genderwahnsinn" helfen

Unter dem Motto „Vielfalt für Alle“ hat sich in Stuttgart ein neues Bündnis von Organisationen und Einzelpersonen gebildet. Durch klare Information und öffentlichkeitswirksame Aktionen soll über die von den sogenannten „besorgten Eltern“, der „Demo für Alle“ und anderen fundamentalistischen Akteuren betriebene populistische Falsch- und Desinformation aufgeklärt werden, die unter anderem lesbische, schwule, transgender und transsexuelle Menschen diskriminiert. Zu dem Aufklärungs-Bündnis gehören zahlreiche Organisationen aus dem queeren Spektrum, wie die IG CSD Stuttgart e.V., der Weissenburg e.V., das Projekt 100% MENSCH oder der Sportverein Abseitz e.V., aber auch verschiedene Parteiorganisationen und gesellschaftliche Gruppen.

Vor allem wenden wir uns gegen die von den sogenannten „besorgten Eltern“ und anderen fundamentalistischen Akteur*innen 

Die Mitglieder selbst beschreiben sich so: „Wir sind ein Bündnis, das sich zum Ziel gesetzt hat, unmittelbar auf die Öffentlichkeit einzuwirken, um über menschliche, sexuelle und geschlechtliche Vielfalt aufzuklären, deren Sichtbarkeit in der Gesellschaft zu erhöhen und auf eine rechtliche Gleichstellung hinzuwirken. Vor allem wenden wir uns gegen die von den sogenannten „besorgten Eltern“ und anderen fundamentalistischen Akteur*innen betriebene populistische Falsch- und Desinformation, die LSBTTIQA-Menschen diskriminiert. Unsere Mittel sind Information und die Durchführung von öffentlichkeitswirksamen Aktionen, insbesondere dort, wo durch das Agieren von LSBTTIQA-feindlichen Akteur*innen ein schnelles Reagieren und Intervenieren notwendig wird. Unsere Arbeit konzentriert sich auf den Großraum Stuttgart. Wir streben jedoch eine überregionale Vernetzung an in dem Bestreben, eine breite Unterstützung für unsere Arbeit zu erreichen. Unsere Arbeit gründet auf gegenseitigem Respekt und Akzeptanz. Wir sind weltanschaulich unabhängig und überparteilich. Wir wenden uns gegen jede Form von Diskriminierung, Menschenfeindlichkeit und Gewalt. Unsere Partner*innen sind alle diejenigen, die unsere Ziele teilen und unterstützen sowie für eine weltoffene und vielfältige wie diskriminierungsfreie Gesellschaft stehen.“

Erste Maßnehme: Information gegen Mißinformation, direkt vor Ort

Als eine erste gemeinsame Maßnahme tritt das Bündnis am Samstag, den 23. Januar 2016 ab 09:00 Uhr in Aktion. An diesem Tag veranstalten die Verantwortlichen der sogenannten „Demo für Alle“ im Kongress- und Kulturzentrum Liederhalle ein „Gender- und Sexualpädagogik“-Symposium. Es zeichnet sich ab, dass diese Veranstaltung in einem ähnlichen Kontext stattfindet wie die vergangenen Proteste der „Demo für Alle“ in Stuttgart gegen den baden-württembergischen Bildungsplan. Es werden Themen und Schlagworte wie Gender-Mainstreaming, Geschlechtervielfalt und -gleichberechtigung, Homosexualität, Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare und Schulaufklärung verkürzt, aus dem Zusammenhang gerissen und vermischt. Der auf diese Weise unterstellte „Gender-GaGa“, die behauptete „Verschwulung der Welt“ oder die vermeintliche Frühsexualisierung von Kindern haben allerdings mit der gelebten Realität wenig zu tun. Das Bündnis „Vielfalt für Alle“ „erwartet vielmehr, dass die Initiierenden des Symposiums unter dem Vorwand des Kinderschutzes Desinformation verbreiten und Vorurteile, Hass sowie Angst stärken. Die Initiierenden lassen es zudem zu, dass Religion für Menschenfeindlichkeit missbraucht wird.“, so die Verantwortlichen beim Bündnis.

Das Bündnis ruft weitere Interessierte auf, diesem Beispiel zu folgen

Aus diesem Grund hat sich das Bündnis „Vielfalt für Alle“ dazu entschlossen, auch auf dem Platz vor der Liederhalle Stuttgart am Veranstaltungstag präsent zu sein. Durch Information und Aufklärung soll für einen ernstzunehmenden Diskurs gesorgt werden, der die gelebte Vielfalt in der Gesellschaft widerspiegelt. Dazu wird unter anderem ein Infostand eingerichtet, an welchem die Bündnismitglieder für direkten Dialog und offene Gespräche zur Verfügung stehen. Das Bündnis ruft weitere Interessierte auf, diesem Beispiel zu folgen und der Veranstaltung friedlich, gewaltlos und kommunikativ eine hörbare Stimme für Vielfalt zu geben.

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Bild: Plakat gegen Pegida, PEGIDA Demo Stuttgart am 05.01.2015 (Quelle: Imago/Eibner)


3 Kommentare

  1. Bernhard Kreiner

    kirchen die super homophoben und rassisten gehen gegen die vielfalt auf die strasse und nicht vergessen der treiber und antreiber der veranstaltung sind zuerst die kirchen und wenige rechte


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