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China hört Klage auf Eheöffnung

Am 28. Januar ist der erste Gerichtstermin

China wird sich am 28. Januatr, dem Donnerstag nächster Woche, zum ersten Mal gerichtlich und offiziell mit der Öffnung der Ehe beschäftigen. Der 26-jährige Sun Wenlin und sein 36-jähriger Partner verklagen das Standesamt in Chagsha, in der zentralchinesischen Provinz Hunan, weil die Beamten dort, ihnen keine Heiratserlaubnis ausstellen wollten.  Wenlin wollte das nicht akzeptieren. „Im Originaltext des Eherechts steht nicht, dass es sich um einen Mann und eine Frau handeln muss, sondern um Gatte und Gattin. Ich persönlich glaube, dass diese Formulierung sich nicht nur auf heterosexuelle Paare bezieht, sondern auch auf Schwule und Lesben“, erklärt er gegenüber Medien seinerzeit.

Es hat einige Jahre gedauert, bis ich meine Eltern davon überzeugt hatte, dass mein Leben als schwuler Mann ein gutes ist

Die Klage war 16. Dezember eingereicht worden und wurde am 6. Januar vom Gericht akzeptiert. Am Donnerstag postete Wenlin das oben stehende Foto mit der Klagebegründung auf Weibo, der chinesischen Version von Facebook. Und ließ noch einmal wissen: „Ich glaube, die monogame Ehe, von der im Gesetz gesprochen wird, bezieht sich nicht nur auf heterosexuelle Paare, sondern kann auch auf zwei Frauen oder zwei Männer angewandt werden.” Und die für ihn persönlich wichtigste Unterstützerin, hat er längst überzeugt. „Es hat einige Jahre gedauert, bis ich meine Eltern davon überzeugt hatte, dass mein Leben als schwuler Mann ein gutes ist”, so Wenlin. Jetzt steht seine Mutter fest an seiner Seite: „Es spielt für mich keine Rolle, wie sehr die Gesellschaft meinen Sohn diskriminiert, ich werde ihn immer unterstützen.” Ein mutiger Schritt, gilt die Homosexualität ihrer Kinder Vielen in China doch auch immer noch als ein Zeichen schlechter Erziehung.

Die Emanzipationsbewegung hat jedoch seitdem keine großen Fortschritte gemacht.
1991 wurde Homosexualität in China und Hongkong legalisiert. Bis dahin war Analverkehr zwischen Männern ein Kapitalverbrechen. Die Emanzipationsbewegung hat jedoch seitdem keine großen Fortschritte gemacht. Chinesische LGBTI werden nach wie vor verfolgt und haben es besonders auf dem Land schwer.  Während einer Neubewertung der Ehegesetzgebung gab es 2003 in der Volksrepublik erste Diskussionen über homosexuelle Ehen. Allerdings ohne Erfolg. Die Sexologin Li Yinhe setzte sich im Zuge der Nationalen Volkskongresse 2000 und 2004 für die Legalisierung gleichgeschlechtlicher Ehen ein, bekam aber die nötigen 35 Unterschriften von Delegierten für ihren Antrag nicht. Wenlins Klage wird von Aktivisten landesweit als wichtiger Schritt und Durchbruch begrüßt. „Ich glaube, was wir tun, wird Chinas Gesellschaft verändern. Wenn es keine Bewegung gibt, kommen wir einfach in einem Jahr wieder”, so der Aktivist. In der Region ist in Bezug auf die Menschenrechte von LGBTI spürbar Bewegung. Erst letztes Wochenende hat Taiwan eine neue, LGBTI-freundliche Präsidentin gewählt.
Bild: Sun Wenlin (links) und sein Partner (Quelle: Weibo)

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