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Chinese kämpft ums Heiraten

Das Gericht hat seine Klage angenommen

Am 23. Juni 2015 wollte der 26-jährige Sun Wenlin seinen Partner heiraten. Doch das Standesamt in Furong, einem Stadtteil der südchinesischen Stadt Changsha, hat das abgelehnt. Ein Beamter sagte Wenlin, „eine Ehe muss zwischen Mann und Frau sein“.

Der Chinese wollte das nicht akzeptieren. „Im Originaltext des Eherechts steht nicht, dass es sich um einen Mann und eine Frau handeln muss, sondern um Gatte und Gattin. Ich persönlich glaube, dass diese Formulierung sich nicht nur auf heterosexuelle Paare bezieht, sondern auch auf Schwule und Lesben“, erklärt er der „Global Times“.

Sun Wenlin ist von einem Sieg vor Gericht überzeugt

Deshalb hat er im Dezember Klage eingereicht. Die wurde vom zuständigen Gericht angenommen, wie Wenlin am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters erklärt hat. „Ich glaube, aus einem rechtlichen Gesichtspunkt sollten wir Erfolg haben“, schätzt der 26-Jährige seine Chancen ein. „Denn unsere Gesetze sagen, dass es sowohl die Freiheit zu heiraten als auch Gleichberechtigung der Geschlechter gibt. Das kann auf gleichgeschlechtliche Ehen angewandt werden.“

Die Provinz Furong wollte sich zu dem Fall noch nicht äußern. Das Gericht erklärte, es „kommentiere Fälle nicht, bevor sie angehört wurden.“

Doch schon jetzt gilt es als Erfolg, dass das Gericht die Klage überhaupt angenommen hat. „In China lehnen Gerichte oft politisch heikle Fälle ab. Dass der Fall gehört wird, signalisiert einen offiziellen Willen dazu, die Diskriminierung der LGBT-Community zu beenden“, sagt Maya Wang, China-Expertin der New Yorker Menschenrechtsgruppe „Human Rights Watch“. „Doch wir werden sehen, ob sie den Fall gewinnen. Wenn dem so ist, wäre das ein wahrer Wendepunkt für LGBT-Rechte in China.“

Seine Anwältin: „Der Fall ist schon jetzt ein Sieg“

Denn obwohl homosexuelle Handlungen im Reich der Mitte seit 1997 nicht mehr strafbar sind, leiden schwule Männer dennoch unter einem gesellschaftlichen Tabu. Vor allem die ländliche Bevölkerung abseits der Metropolen Peking, Shanghai und Hong Kong tut sich schwer, Schwule und Lesben zu akzeptieren.

Die Anwältin von Sun Wenlin, die nur ihren Nachnamen Ding nennen möchte, erklärt, dass die Klage innerhalb von sechs Monaten vor Gericht angehört wird. Sie erklärte: „Wenn es nur darum geht, Sichtbarkeit zu erzeugen, ist dieser Fall ohne Zweifel schon jetzt ein Sieg.“

Titelfoto: imago/China Photo Press – Symbolfoto

 


2 Kommentare

  1. Christian Lenz

    Warum darf ein Schwuler oder Lebische nicht heiraten ? Es gibt Länder da darf ein Schwuler oder Lebische heiraten und es gibt Länder wo es nicht erlaubt ist . Es ist einfach Traurig :'( Das es Länder gibt , dass die Schwuler oder Lebische nicht heiraten dürfen .


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