England London Regent Street A flag held aloft by a participant in the London Pride parade A fla

England verbietet Verpartnerungen

Aber nur für Heterosexuelle

Das höchste Gericht von England hat Freitag Morgen entschieden, dass die Diskriminierung, die Heterosexuelle derzeit in der Partnerschaftsgesetzgebung in England erfahren, in Übereinstimmung mit dem Gesetz ist. Die vorsitzende Richterin Andrews hatte am 19. und 20. Januar Ausführungen zur Klage von Rebecca Steinfeld und Charles Keidan gehört. Das Paar hatte geklagt, weil es ihm nicht möglich ist, eine zivile Lebenspartnerschaft einzugehen, nur die Ehe steht ihnen offen. Ihrer Meinung nach verstößt das gegen Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention, in dem die Gleichbehandlung aller Bürger vor dem Gesetz, unabhängig von, unter anderem, Geschlecht oder sexuellen Orientierung, geregelt ist.

Das ihnen außer der Ehe keine weitere Option geboten wird, ist nicht ungesetzlich

Richterin andrews sah das deutlich anders. Ihrem Urteil nach ist der Unterschied in der Gesetzgebung erlaubt, weil keine Ungleichbehandlung vorliegt. Die Ehe erlaubt heterosexuellen Paaren genau das Gleiche Maß an Schutz ihrer Beziehung und Privatsphäre, wie es die zivile Partnerschaft tun würde. Der Unterschied sei rein nominell. Sie gab allerdings zu, „dass es sicherlich Menschen geben wird, die mit dem Paar sympathisieren, weil ihnen ein Lebensmodell verwährt wird, weil sie heterosexuell sind. … Dass ihnen außer der Ehe keine weitere Option geboten wird, ist genauso gesetzmäßig, wie es nicht ungesetzlich war, dass homosexuellen Paaren, bei gleichen Rechten für Partnerschaften, die Ehe nicht offen stand.” Unterschiede im Rechtsstand sind also möglich, solange Rechte der Partner davon nicht betroffen sind. Die Richterin kam der Forderung der Kläger nicht nach, räumte ihnen allerdings das Recht ein, in Berufung zu gehen.

Das ist eine Niederlage für die Liebe und für die Gleichheit vor dem Gesetz.

LGBTI-Aktivist Peter Tatchell, der die Kläger unterstützt hatte und seit Jahren für zivile Partnerschaften auch für Heteros kämpft, sagte im Anschluss an das Urteil: „Das ist eine Niederlage für die Liebe und für die Gleichheit vor dem Gesetz. Tausende heterosexueller Paare, die gern eine Partnerschaft eingehen würden, sind enttäuscht. Das Gericht hat das demokratische Prinzip der Gleichheit vor dem Gesetz heute negiert. Das Urteil heißt, dass heterosexuelle Paare eine einzige Option haben, ihre Partnerschaft zu legitimieren, die Ehe, während gleichgeschlechtlichen Paaren jetzt zwei Möglichkeiten offen stehen: Ehe und Verpartnerung. … Ich hoffe, Charles und Rebecca fechten das Urteil an und am Ende setzt sich die Gerechtigkeit durch.”

Bild: IMAGO/UIG


3 Kommentare


Schreibe einen neuen Kommentar



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close