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Freiburg: Gewalt gegen schwules Paar

Die Polizei sucht Zeugen

Gerhard und sein Mann Hurama hatten Silvester in der Bartasia gefeiert, eine Mischung aus Bar, Restaurant und Club. Die beiden kennen sich seit sechs Jahren, seit vier Jahren sind sie verpartnert. Als sie gegen halb 3 die Bartasia verlassen wollten, kam es an der Garderobe zu einem gewaltsamen Zwischenfall. Aus heiterem Himmel begann ein Gast auf Hurama einzuschlagen und ihn als Schwuchtel zu beschimpfen.

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Handyfoto eines Zeugen (Facebook)

Wie Gerhard gegenüber MÄNNER sagt, gingen die Sicherheitsleute daraufhin auf das Paar los und zerrten sie nach draußen. Obwohl die Männer bereits auf dem Boden lagen, trat man noch nach, unter anderem auf ihre Köpfe. Auf den Handyfotos eines Zeugen ist laut Gerhard einer der Bartasia-Kellner zu sehen. Geholfen hat dem Paar niemand. Auch Gerhards wiederholten Bitten, die Polizei zu rufen, kam niemand nach.

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Gerhard (linkes Bild) ist mit blauen Flecken, Hämatomen und einer aufgeplatzten Lippe davon gekommen, sein Lebenspartner liegt im Krankenhaus. Der Augenhöhlenknochen ist gebrochen und drückt auf den Nerv. Er wird heute Nachmittag operiert. Bleibende Schäden wird er nicht davontragen, haben die Ärzte seinem Mann versichert.

 

Zeugen gesucht

Gerhard und sein Mann waren schließlich noch bei der Polizei und erstatteten Anzeige. Nun werden Zeugen gesucht, die den Vorfall in der Bartasia beobachtet haben. In einer Stellungnahme des Restaurants heißt es, Gerhard habe sich „aggressiv“ verhalten und sei „extrem schnell handgreiflich“ geworden. Außerdem behandle man „jeden Gast gleich“.

Zeugen können sich bei der Freiburger Polizei melden oder bei uns – maenner-leserservice[ät]brunogmuender.com –, wir leiten alles weiter.

Bei der Polizei sagte man ihnen, es habe in dieser Silvesternacht so viele gewaltsame Übergriffe gegeben wie noch nie – allein 38 in Freiburg. Auch die Dragqueen Betty BBQ wurde in derselben Nacht in der Freiburger Innenstadt von einem Unbekannten beschimpft und geschlagen.

Am Freitag findet in Freiburg eine Demo gegen Schwulenfeindlichkeit statt. Sie beginnt um 18 Uhr am Stadttheater.

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Titelbild: Handyfoto eines Zeugen/Facebook


13 Kommentare

  1. Bernd Mü

    Erbärmlich die Kommentare, die auf der Seite dieser Bar gepostet werden. Die Versuche Gewalt zu rechtfertigen? Erschreckend! „Sicherheitskräfte“ die anstelle deeskalierend zu wirken zu wollen, zuschlagen und nachtreten?

  2. Isabelle Leclercq

    Kann man nicht jeder leben lassen wir er ist egal welsche religion oder sexuelle neigung er hat wir sind doch nicht mehr im mittelalter….wie es wirklich war wissen nur die die dabei waren aber türsteher die kloppen das geht gar nicht

  3. Joerg Schnellbaecher

    Dank NPD, AfD, Luckes neuer Gedönspartei, PEGIDA, besorgte Eltern, CSU, CDU….

    Die alle der Bevölkerung klar verständlich machen, dass Homosexuelle nichts Wert sind, werden wir uns bald nicht mehr nur mit solchen Ausnahmen konfrontiert sehen, sondern es wird die Regel werden, dass wir gejagt und verprügelt werden.

    Jahrzehntelanger Kampf mit Worten und Demos der Alten war vergebens. Viele haben für uns auch ihr Blut gegeben. Alles, alles umsonst.

    In wenigen Jahren muss die heutige Jugend kämpfen, mit Worten und Fäusten, sonst werden wir alle wie räudige Hunde erschlagen.


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