Fünf Stimmen für ein Hallelujah

Das ist die MÄNNER-Teddy-Jury

Als wir im November bekanntgaben, dass die MÄNNER 2016 zum ersten Mal eine eigene Jury für das Teddy-Programm aufstellen würde und wir die so paritätisch und queer wie irgend möglich besetzen wollten, kamen einige aus dem Staunen nicht mehr raus: „Wir dachten, Ihr seid ein Heft für schwule Jungs.“ Sind wir auch. Auch. Aber erstmal freuen wir uns, wenn wir von so vielen LGBTI – und sogar Heteros – wie möglich gelesen werden. Deswegen besteht unsere Jury aus zwei Männern und zwei Frauen (siehe Galerie), die zwischen Mitte 20 und Ende 40 sind, aus Frankfurt, Berlin, Brandenburg und der Schweiz kommen und alle dem queeren Spektrum angehören. Wir haben einen zukünftigen Filmemacher und eine Genderforscherin dabei, aber auch jemanden, der hauptberuflich Möbel verkauft. Eines eint sie alle und war die einzige Voraussetzung für ihre Teilnahme: unendliche Begeisterung für die Berlinale im Allgemeinen und queeres Kino im Besonderen. Die brachten sie in sehr unterschiedlichen, aber allesamt fabelhaften Bewerbungen zum Ausdruck, weswegen wir uns sehr darauf freuen, mit ihnen die Berlinale zu verbringen.

Die Jury bloggt jeden Tag vom Festival

Das trifft vor allem auf einen zu: MÄNNER Editor at large Paul Schulz, der die Jury-Betreuung während der Berlinale übernimmt und zugleich Teil der Jury ist, weil man für gelungene Abstimmungsergebnisse immer eine ungerade Zahl braucht. Außerdem wird Paul, mit Hilfe der Jury, an jedem Festivaltag über das bloggen, was die Jury-Mitglieder innerhalb und außerhalb von Kinosälen erleben und natürlich: wie die Filme waren. Und es sieht so aus, als sei 2016 da ein wirklich guter TEDDY-Jahrgang.

Der TEDDY wird 30 und wir lassen es krachen

Denn der weltweit einzige queere und offizielle Filmpreis auf einem A-Festival hat 2016 30-jähriges Jubiläum. Das muss gefeiert werden! Seit 1987 wird er in den Kategorien Kurz-, Dokumentar- und Spielfilm an queer-relevante Filme aus dem gesamten Berlinale-Programm vergeben, aber queeres Kino gab es natürlich vorher auch schon. Das Happy-Birthday-Sonder-Super-Jubiläumsprogramm zeigt deswegen insgesamt 16 Filme aller Altersklassen. Unter anderem die Weltpremiere der Erst-Restauration von „Anders als die Andern“, der 1919 in Deutschland entstand. Das Werk von Richard Oswald ist der erste schwule Film der Filmgeschichte. Bevor 1987 Gus Van Sant und Pedro Almodóvar die ersten Teddys überreicht werden konnten, hatten schon längst Filmemacherinnen wie Ulrike Ottinger, Greta Schiller oder der auf der Berlinale vielgezeigte Lothar Lambert die Existenz einer Filmkultur bewiesen, die weit über den Mainstream hinausweist (ganz zu schweigen von den bekannten Größen eines dezidiert schwulen Kinos wie Rosa von Praunheim, Werner Schroeter, Rainer Werner Fassbinder oder Derek Jarman). Der Teddy 2016 feiert mit einem Jubiläumsprogramm selten gesehene Werke, die den Preis überhaupt erst notwendig machten oder ihn in seiner Existenz bestärkt haben, weil sie weit über ihn hinausgehende Wirkungen hatten.

Bilder: privat


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