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„Ich mach das jetzt einfach“

Der britische Schottlandminister outet sich

David Mundell, Großbritanniens Schottland Minister, gesteht in einem rührenden Post auf seiner Webseite ein, dass es schwer ist, was er heute getan hat:  „Neues Jahr, neuer Start! Ich habe mich schon zu meinen politischen Prioritäten für das kommende Jahr geäußert und möchte dem nun eine Priorität meines Privatlebens hinzufügen: Ich habe eine der wichtigsten Entscheidungen meines Lebens getroffen. Die, mein öffentliches Coming-out als schwuler Mann zu haben. Ich mach das jetzt einfach, so, fertig, jetzt ist es gesagt. Wie kann etwas gleichzeitig so leicht und so schwer in nur drei Worten auszudrücken sein: ‚Ich bin schwul.‘? Letztendlich hab ich nur ein paar Tasten auf meiner Tastatur gedrück und jetzt steht es da. Dabei war es zu einem bestimmten Punkt meines Lebens in meinem Kopf schwerer, als eine Wahl zu gewinnen, an ein Ministeramt zu kommen, vor dem Parlament zu sprechen oder im Kreuzfeuer eines Fernsehinterviews zu stehen. Ich fühle das immer noch ein bisschen, auch wenn ich weiß, dass diese Art Gefühl heute nicht der Normalzustand ist, Gott sei Dank. Aber, für Männer meiner Generation gibt es sie eben doch noch.

Wie kann etwas gleichzeitig so leicht und so schwer in nur drei Worten auszudrücken sein: ‚Ich bin schwul.‘?

Jeder, der zu dem Punkt kommt, an dem ich gerade bin, hatte seine eigene Reise hierher, meine war voller Zweifel, Nöte und Ängste, aber auch voller Vorfreude und einem untrüglichen Sinn für die Richtigkeit meiner Richtungsentscheidung. Ich wollte hierher. Ich brauchte etwas, aber musste am Ende zugeben, dass der einzige Weg zum Glück für mich darin besteht, nicht nur privat, sondern auch öffentlich zu dem zu stehen, der ich bin.“ Der 53-Jährige gehört seit Mai letzten Jahres dem britischen Kabinett unter David Cameron an. Mundell kommt aus einem kleinen, schottischen Dorf, besuchte die Lockerbie Academy und studierte anschließend Jura an der Universität Edinburgh. Bei den Britischen Unterhauswahlen 2005 bewarb sich Mundell um das Direktmandat des neugeschaffenen Wahlkreises Dumfriesshire, Clydesdale and Tweeddale und gewann. Im Schattenkabinett von David Cameron war Mundell ab 2007 als Schottlandminister vorgesehen. Nach den Unterhauswahlen 2010  wurde Mundell zum Unterstaatssekretär für Schottland ernannt. Das Ministeramt übernahm er 2015. Mundell hat drei erwachsene Kinder. Premierminister David Cameron äußerte sich erfreut über Mundells Entscheidung. Der ist der erste offen schwule Minister der britischen Konservativen.

Bild: Imago/I Image


4 Kommentare

  1. Heinrich Ratkowski

    Gut, gut. Aber es ist wie mit Wowereit und mit Westerwelle. Erst als Hetero getarnt Karriere machen und danach outen, ist einfach nicht dasselbe als ob man von Anfang an seinen Weg als Schwuler gemacht hätte. Aber der Mut fehlt den allermeisten und denen, die ihn hatten, ist in der Regel bislang kein beruflicher Erfolg oder eine beachtliche Karriere beschieden. Es sei denn als Künstler oder so.


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