MUMBAI INDIA SEPTEMBER 2 View of taxis parked at a terminal in Bombay Central during trade union

Indien führt LGBTI-Taxis ein

Trotz des Verbots von Homosexualität will ein Reiseunternehmen diesen Service anbieten

Die LGBTI-Organisation Humsafar Trust und das Reiseunternehmen Wings Travel haben sich zusammengeschlossen und wollen fünf TaxifahrerInnen für die besonderen Bedürfnisse der LGBTI-Community ausbilden, damit sie ab 2017 den „Wings Rainbow“-Taxiservice in Mumbai betreiben können. Die fünf kommen aus der Community und wissen, was nötig ist, welche Schutzbedüfnisse und Nöte Schwule, Lesben und Transgender haben. Jetzt werden sie ein Jahr ausgebildet, damit sie nicht nur das wissen, sondern auch die nötige Fahrerlaubnis und Ortskenntnisse haben, um der Community behilflich zu sein und dabei gleichzeitig ihren Lebensunterhalt verdienen können. Der Geschäftsführer von Wings Travel, Arun Kharat, sagte der Tageszeitung The Hindi: “Wir wollen, dass die Fahrer Unternehmer werden, ihre Fahrzeuge besitzen und unabhängig sind. Die LGBTI-Community in Indien soll den selben Service und die gleichen Rechte genießen wie die Communitys im Westen, auch in Bezug auf das eigene unternehmerische Arbeiten.“

Von den fünf Fahrern, die derzeit ausgebildet werden, gehören zwei der Hijra-Community an.

Die Rechte von Transgendern in Indien waren vor Kurzem durch ein Urteil des Verfassungsgerichts gestärkt worden, was dazu geführt hatte, dass Geschäfte begonnen hatten, offen Transgender und andere LGBT zu beschäftigen. Von den fünf Fahrern, die derzeit ausgebildet werden, gehören zwei der Hijra-Community an. Hijras sind Angehörige einer eigenen Kaste, auf die viele Inder herabsehen, weil sie auf Grund ihrer Geschlechtsidentität kaum Beschäftigung finden und so oft als Sexworker arbeiten müssen. „Wir hoffen, dass wir dadurch nicht nur zu mehr Öffentlichkeit für diese Gruppe beitragen, sondern in Zukunft noch mehr Möglichkeiten schaffen können, sie zu beschäftigen“, sagte Pallav Pantankar, der Leiter der LGBTI-Organisation Humsafar Trust „The Hindi“.

2014 hatte das Oberste Gericht in Indien die Entkriminalisierung von Homosexualität für verfassungswidrig erklärt.

2014 hatte das Oberste Verfassungsgericht in Indien die Entkriminalisierung von Homosexualität für verfassungswidrig erklärt, was zu Schockwellen rund um die Welt sorgte. Seither ist die Lage für LGBTI-Menschen in Indien schwierig. Im Dezember hatte sich Indiens Finanzminister Arun Jaitley öffentlich gegen die wieder eingeführte Kriminalisierung von Homosexualität ausgesprochen. Außerdem haben einige Rechtsexperten eine öffentliche Kampagne gegen die Rekriminalisierung gestartet und wollen die Entscheidung des Verfassungsgerichts rückgängig zu machen.

Bild: IMAGO/Hindustan Times

 


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