dunkle Wolken ziehen ueber das Bochumer Opel Werk 1 an der Wittener Str kurz vor der Schliessung L

Warum man häufiger mal umparken sollte

Zum Hintergrund der aktuellen OPEL-Werbekampagne

„78 Prozent der Deutschen verbinden Hamburg mit Regenwetter. Dabei regnet es in Köln deutlich öfter“ oder „Wer schwul ist, kann nicht Fußball spielen. Es sei denn, er war deutscher Meister“.

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Mit diesen und weiteren Vorurteilen machte vor zwei Jahren eine Kampagne auf Plakaten, Werbebannern im Internet und YouTube-Videos von sich reden. Zwar tauchte er auf den Plakaten nicht als Ideengeber auf, aber hinter der Aktion steckte der Autobauer Opel. Auch wenn das anfangs niemand offiziell bestätigen wollte. Die Auflösung folgte erst einen Monat später.

Foto: Opel

Foto: Opel

 

Vor wenigen Tagen tauchte eine neue Anzeige der Rüsselsheimer Autohersteller auf. Sie zeigt ein schwules Paar, das einem dieser pseudotoleranten Typen gegenübersteht, die einem „Ich habe nichts gegen Schwule“ gerne noch ein „Aber“ hinterherschicken und ihre vorherige Aussage damit entlarven. Eigentlich gibt es da nicht viel misszuverstehen. Gut, man muss vielleicht um eine Ecke mehr denken – aber das hat ja bekanntlich noch niemandem geschadet.

Immerhin veröffentlichte das Projekt 100 % Mensch die folgende Stellungnahme: „Die Werbung ist in unseren Augen leider wirklich misslungen. Die eigentliche positive Aussage kehrt sich angesichts der Verschlüsselung und der durchgehenden Farbe der beiden Sätze ‘Nichts gegen Schwule’ und ‘stoppen bevor es knallt’ ins Gegenteil. Schade Opel! Gut gemeint ist in diesem Fall nicht gut gemacht.”

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Wir haben bei den gescholtenen Rüsselsheimern nachgefragt. Dort teilte man uns zu der von Scholz & Friends kreierten Anzeige mit: „Wir bei Opel stellen uns gegen jede Form von Diskriminierung, Intoleranz und Homophobie. So unterstützt Opel auch die Initiative Jugend gegen Aids e. V., zum Beispiel zum Christopher Street Day oder zum Welt-AIDS-Tag. Gemeinsam wird auf bestehende Vorurteile und gesellschaftliche Stereotypen aufmerksam gemacht. Diese Haltung wollten wir auch mit dieser Anzeige zum Ausdruck bringen.“

Man habe allerdings hier und da Kommentare in den Sozialen Netzwerken bekommen wie „Das könnt Ihr doch besser“ oder „Schade, missverständlich”, so ein Opel-Sprecher.

„Wir haben dabei zu sehr um die Ecke gedacht“, lautet das Fazit des Autobauers. „Wir werden es beim nächsten Mal besser machen.“

Wir freuen uns drauf.

Titelfoto: Imago/blickwinkel


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