May 17 2014 Brussels Bxl Belgium Illustration picture shows a masque of Russian President Vla

Russland will Coming-out verbieten

Die Duma wird am 19. Januar darüber abstimmen

Am Dienstag der nächsten Woche, dem 19. Januar 2016, werden die Volksvertreter der Russischen Föderation in der Duma, dem russischen Parlament, darüber abstimmen, ob das öffentliche Coming-out schwuler Männer unter Strafe gestellt wird. Iwan Nikitschuk und Nikolei Arawjew, zwei Abgeordnete der Kommunistischen Partei, haben einen entsprechenden Antrag ins Parlament eingebracht. Nikitschuk und Arawjew sagten, der Grund für ihre Gesetzesinitiative sei die Wirkungslosigkeit der aktuellen Propagandagesetze, sie seien nicht „effektiv“ genug.

Dieser Dreck, der aus dem Westen zu uns gelangt, ist für wahre Russen einfach nur unnatürlich.

Jede Art von öffentlicher Zärtlichkeit zwischen Männern würde, käme das neue Gesetz zur Anwendung, mit einer Gefängnisstrafe und einem Bußgeld von 5000 Rubel geahndet. CSDs und Prides sind schon jetzt verboten, sie fallen unter das Propagandagesetz; allerdings sieht das neue Gesetz vor, jede Person, die öffentlich ihre Unterstützung für Homosexuelle kund tut, 15 Tage ins Gefängnis zu sperren, ganz unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung. Laut den Abgeordneten soll das Gesetz orthodoxe Werte stärken. (Kommunisten und die russisch-orthodoxe Kirche? Vielleicht die Stelle mit dem Opium und der Religion und dem Volk nochmal lesen? Aber, wir schweifen ab.)

Nikitschuk und und Arawjew begründen ihr Vorhaben so: „Wir haben unsere eigenen Vorstellungen von Ehre und reinem Gewissen. Dieser Dreck, der aus dem Westen zu uns gelangt, ist für wahre Russen einfach nur unnatürlich. Diese abartigen sexuellen Gelüste ekeln normale, vernunftbegabte, gesunde Menschen einfach nur. Es ist widerlich, dass diese Menschen gleiche Rechte einfordern.“, sagten die Abgeordneten laut Gaystarnews.

Kein ernstzunehmender Parlamentarier wird öffentlich seine Unterstützung für Homosexuelle bekanntmachen

 

Und auch wie sie das Gesetz durchs Parlament bringen wollen, erklärten die beiden: „Kein ernstzunehmender Parlamentarier wird öffentlich seine Unterstützung für Homosexuelle bekanntmachen“, so Nikitschuk. So sei schon das Propagandagesetz 2013 durchgedrückt worden. Die „gute“ Nachricht: Eine Ausnahme kennt das neue Gesetz dann doch. Lesbische Frauen sind nicht betroffen, weil sie, so die Abgeordneten, von Natur aus besser als schwule Männer wüssten „wie man sich beherrscht und in der Öffentlichkeit mit seinen Gefühlen umgeht.“

Bild: Imago/ZUMA Press


20 Kommentare

  1. Regular_Ralf

    „… zwei Abgeordnete der regierenden Kommunistischen Partei, haben einen entsprechenden Antrag ins Parlament eingebracht.“ Seit wann regiert in Russland eine kommunistische Partei? Ich dachte Putins national konservative Partei „Einiges Russland“ wäre an der Macht. Eine Zusammenarbeit zwischen Nationalkonservativen und der orthodoxen Kirche macht natürlich Sinn –zumindest mehr Sinn als dieser Artikel! – da beide Seiten das selbe dämlich Weltbild haben. Sehr schade was in Russland passiert!

  2. Bodo Lippl

    schock, schwere not. ich denke, man muss in konsequenz lgbt-asylgesuche aus russland akzeptieren. oder weiß jemand genau, wie die gegenwärtige praxis ist?


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