Die Sparkassenfiliale am Rathaus in Saarbrücken wird am Montag 17 03 2014 auf Grund eines Überfall

UMFRAGE: Habt Ihr Angst?

Immer mehr Fälle von Gewalt gegen Schwule und Frauen an Silvester werden bekannt

Was war dieses Jahr Silvester los? An der Uferpromenade in der Düsseldorfer Altstadt wurde der 27-jährige Christian verprügelt. Ein Angreifer stürzte sich auf ihn und seine Freunde und rief homophobe Beleidigungen. Christian kam in ein Krankenhaus und wurde am Dienstag operiert. Der Schlag des Angreifers war so kräftig, dass sich der Kiefer mit dem Jochbein verkeilt hat. In Freiburg wurde ein schwules Paar um halb 3 Uhr früh beim Verlassen einer Bar beschimpft, geschlagen und getreten – offenbar auch mit homophobem Hintergrund; wenige Stunden später wurde eine lokale Drag-Queen-Berühmtheit attackiert, ebenfalls in Freiburg. Dort findet heute Abend eine Demonstration gegen Homophobie statt. Laut Veranstalter der Demo, Ireneus Frost, gebe es Stadtviertel, „in denen ich mich nicht als schwul zu erkennen geben würde.” Die Toleranzgrenze sei für ihn erreicht. „Hier in Freiburg geht das gerade um wie die Pest”, so Frost gegenüber MÄNNER.

Es waren einfach zu viele zur gleichen Zeit

Was die Übergriffe gegen Frauen am Kölner Hauptbahnhof betrifft: Mittlerweile sind mehr als 120 Anzeigen bei der Polizei eingegangen. Laut Polizeit haben drei Viertel einen sexuellen Hintergrund. Und auch zwei junge Münchnerinnen wurden in der Silvesternacht von einer Gruppe Männer bedrängt und beleidigt. Die Liste ließe sich noch mit Beispielen aus Hamburg und Stuttgart fortführen. Die Kölner Einsatzkräfte hatten nicht allen Übergriffen Herr werden können – „dafür waren es einfach zu viele zur gleichen Zeit.” So einen Satz, den der SPIEGEL aus einem internen Polizeiprotokoll zitiert, möchte man eigentlich nicht von der Polizei hören.

Die Ursachen müssen noch im einzelnen geklärt werden. Mal unabhängig davon, wieviel Alkohol im Spiel war (keine Entschuldigung) und woher die Täter stammten (kein Grund, pauschal alle Asylbewerber vorzuverurteilen), wollen wir von Euch wissen:

Ändert Ihr aufgrund dieser Vorfälle Euer Verhalten?

Die Umfrage ist bereits beendet!Hier die Ergebnisse:

Wie reagiert Ihr auf die Vorfälle in Düsseldorf und Freiburg?

Titelfoto: Imago


37 Kommentare

  1. Horst Lukas Kieler

    Das ist der größte Skandal an der ganzen Geschichte: Das man den Opfern Verhaltensmaßregeln auf den Weg mitgibt ( wie das z.B. Oberbürgermeisterin Henriette Reker in Köln nach den Vorfällen tat) und nicht den Tätern. Einfach unglaublich.

  2. Phil Inger

    nein, ich verhalte mich wie schon seit einigen jahren: ich meide Menschenmengen und partystraßen mit hohem ausländeranteil (Kölner Ringe) sowieso

  3. Sven Feddern

    Wenn wir das alles meiden sollen mein lieber Phil Inger den sind wir wieder in den 80 oder sogar in den 30-40 angekommen und den haben wir um sonst für unsere rechte gekämpft .

  4. Klaus Dieter Spangenberg

    Nein, ich bin selbst schon Opfer von sexualisierter Gewalt innerhalb der letzten 4 Jahre geworden. Im schwulen Kiez wird man nach dem verlassen der Kneipen regelmäßig von Gruppen von jungen Männern angemacht und dabei beklaut! Die letzten male habe ich mich lautstark gewehrt, nehme keine Geldbörse oder Smartphone mehr mit! da kümmert sich auch keine Polizei.

  5. Christoph Matti

    Ein offener Brief an die Oberbürgermeisterin von Köln und zukünftige Kandidatinnen für einen öffentlichen Posten in Deutschland:

    Liebe Frau Oberbürgermeisterin Reker, liebe Kandidatinnen, liebe Politikerinnen,

    Sie wissen doch, wir leben immer noch in einer patriarchischen Gesellschaft, auch wenn ihr jetzt raus dürft und das im Westen sogar unverhüllt, gilt es doch immer noch, sich zu benehmen.
    Natürlich sollt auch ihr euch frei ausleben können und eure Meinung und Überzeugung auch leben dürfen. Nur, achten Sie doch bitte zukünftig darauf, wo Sie sich in der Stadt hinstellen um für Ihre Partei Werbung zu machen. Es gibt Männer, die stechen zu, wenn Sie am falschen Ort stehen. Nicht, dass diese Männer ein Recht hätten, einfach zuzustechen, jedoch, Sie sollten sich doch auch nicht so exponieren und fremde Männer ansprechen. Sonst müssen Sie halt schon damit rechnen, dass einer zusticht. Was mir natürlich sehr leid tut. Viele Männer sind halt immer noch von der Frauenbewegung traumatisiert.

    Es gibt doch auch Kanditatinnen und Politikerinnen, die gerne Freiwilligenarbeit zuhause leisten, die wissen, wo die Frau wirklich hingehört. Es ist eine schwierige Zeit, und wir müssen alle Opfer bringen.

    Ich empfehle Ihnen, halten Sie Abstand, stellen Sie sich nicht irgendwo auf der Strasse hin, verteilen Sie keine Flugblätter, suchen Sie nicht das Gespräch mit Fremden. Sie laden sie sonst ein, zuzustechen.
    Stellen Sie sich doch irgendwo hin, wo Sie niemand sieht, niemand hört, dann laufen Sie auch nicht Gefahr attackiert zu werden.

    Freundliche Grüsse
    Christoph Matti

  6. Phil Inger

    ich sage ja: sowas wie die kölner ringe meide ich schon lange – das jetzt hochkochende phänomen gibt es (zumindest in köln) schon seit jahren

  7. Stefan Häbich

    Im gegenteil, umso mehr übergriffe es gibt, umso mehr tretet ich offen als Schwul auf. Für mich ist es wichtig das wir uns selber als selbstverständlich ansehen und uns nicht verstecken, den dies löst bei einigen erst recht anfeindungen aus weil sie denken wir hätten etwas zu verbergen und stehen nicht zu uns selbst.

  8. Jonathan Mleziva

    Ich hab vor vielen Dingen Angst… etwa steigende Mieten, Krankheiten, Helen Fischer oder das man mir meine alte Fussmatte klaut … Oder davor das das Internet immer mehr Panik schürrt und man am ende von „den Ausländern” spricht…

  9. Matthias Heuken

    Man liest bei allen eigentlich das Gleiche, wir wollen mehr Akzeptanz, Sicherheit und Rechte… dann lasst uns doch mal irgendeinen Blödsinn dafür tun 😀 😀 😀 ne LGBT Partei gründen…. hehe

  10. Stefan Häbich

    Bei einen Durchschnitt von5-10% LGBTI*Q Lebensweisen würden wir sofort im Bundestag vertreten sein wenn es…
    Ja wenn es nicht diejenigen geben würde die lieber bei der Union, der AfD oder sonstige Parteien mitmachen würden. Der vorschlag ist deswegen nicht sehr von erfolg gekrönt.

  11. Stefan Häbich

    Bei einen Durchschnitt von5-10% LGBTI*Q Lebensweisen würden wir sofort im Bundestag vertreten sein wenn es…
    Ja wenn es nicht diejenigen geben würde die lieber bei der Union, der AfD oder sonstige Parteien mitmachen würden. Der vorschlag ist deswegen nicht sehr von erfolg gekrönt.

  12. Stefan Häbich

    Bei einen Durchschnitt von5-10% LGBTI*Q Lebensweisen würden wir sofort im Bundestag vertreten sein wenn es…
    Ja wenn es nicht diejenigen geben würde die lieber bei der Union, der AfD oder sonstige Parteien mitmachen würden. Der vorschlag ist deswegen nicht sehr von erfolg gekrönt.

  13. Matthias Heuken

    Schade eigentlich …. aber was neu aufsetzen was LGBTIQ Interessen vertritt und auch für andere Wähler interessant ist kann was werden … Wenn so eine AfD 9% bekommt dann sollte man eine Mischung aus LGBT Rechten, Union, SPD, die Grünen, FDP und der Wahrheit in einer neuen Partei hinbekommen

  14. Petra Paul

    Halte mich schon immer von Menschenmassen fern, besonders wenn auch noch Alkohol im Spiel ist. Sowas kann immer eskalieren, muss ich nicht haben. Lieber im Freundeskreis feiern.

  15. Phil Inger

    genau, niedergemeiert.de. wenn du dich gerne aufmischen lassen magst, dann mach das doch. dann bin ich doch lieber gewinn. wie weit das „drücke dich politisch korrekt aus und kneife ganz fest die augen vor dem zu, was dem konträr laufend geschieht” führt, haben wir zu silvester bis mindestens heute ja schon hinlänglich betrachten können.

  16. Jens Brathering

    Es gibt in Köln schon immer Orte an denen ich die Hand meines Freundes sicherheitshalber loslasse. ..das ist traurig aber sicherer…wurde selber auch schon verprügelt weil ich schwul bin…aber dennoch bin ich meistens sehr konfrontativ…würde auf die frage ob ich schwul bin immer wieder JA sagen…aber inzwischen bin ich besser darauf vorbereitet was dann kommen kann…:)

  17. Daniel Grow

    Angst sollte man nicht haben und diese auch nicht zeigen.
    Dann dürfte man gar nicht mehr vor die Tür gehen.
    Für Leute die sich unsicher fühlen, empfehle ich ein Selbstverteidigungskurs. Man fühlt sich selber sicherer, wenn man weiß wie man reagieren kann. Lieber etwas gegen seine Angst tun, als von ihr kontrolliert zu werden.

  18. Frank Wisser

    Ich war ein paar Wochen auf den Philippinen mit meinem Partner , dort habe ich mich sehr sicher gefühlt. Als ich am 01 Januar hier in Deutschland um 9.00 Uhr am Bahnhof ankam wurde am schon angepöpelt. In der S Bahn nach hause saß ich , auf der anderen Seite ein junges Mädchen und 3 Typen , sonst war die Bahn leer. Während der Fahrt fragte einer der Typen einen im halbschlaf und sark alkoholisierten Typen, ” Kannst du dich noch daran erinnern wie du de Schwuchtel gedroht hast du stichst ihn ab ?”
    Da kann man sich nicht wirrrklich wohl und sicher fühlen, ich war foh als ich aus der Bahn raus war und ja ich werde hier in meinerrr Geburtsstadt künftig vorsichtiger sein.

  19. Timo Zirkler

    Hallo Zusammen,

    Angst habe ich nicht und verstecken komm für mich nicht (mehr) in Frage. Vor 20Jahren hatte ich mein Coming out, lebe seither offen schwul und wer damit ein Problem hat geht mir am besten aus dem weg.

  20. Frank Bartz van den Bosch

    Nein Angst habe ich nicht und werde ich nicht haben! Es wird aber Zeit, dass wir der Bundesregierung GEMEINSAM deutlich machen, dass jedem Einzelnen in Deutschland die Menschenrechte gleichermaßen gehören. Die Bundesregierung hat dies seit dem Ende des 2. Weltkrieges nicht sehen wollen und hat vergessen, dass wir die Homosexuellen (LGBTI’s) die letzte Gruppe sind die noch immer unterdrückt, diskriminiert und verachtet werden. Alle Regierungen waren da bisher gleich, es muss sich etwas ändern, denn im Grundgesetz und allen anderen Gesetzen darf es keine hererosexuelle Oberklasse geben. Jetzt erst recht – kämpfen für unsere Freiheit und Menschenrechte !


Schreibe einen neuen Kommentar



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close