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Verfassungsverbot für Eheöffnung?

Die Rumänisch-Orthodoxe Kirche will die Ehe nur zwischen "Frau und Mann"

 

Die Rumänisch-Orthodoxe Kirche unterstützt eine Gesetzesinitiative in dem osteuropäischen Land, die die rumänische Verfassung ändern will. Es soll festgeschrieben werden, dass die Ehe eine Gemeinschaft zwischen einem Mann und einer Frau ist. Das käme einem Verbot der Eheöffnung für gleichgeschlechtliche Paare gleich. 2003 änderten die Rumänen ihre Verfassung in Bezug auf die Ehegesetzgebung das letzte Mal. Damals wurde eine geschlechtsneutrale Formulierung eingefügt, die Ehe sei eine Verbindung zwischen zwei „Partnern”. Viele Juristen und Aktivisten hatten damals gehofft, das sei der Anfang der Öffnung der Ehe. Seitdem ist nicht viel passiert.

Im September hatte die Europäische Union Rumänien aufgefordert, hier für Verbesserungen zu sorgen

Die Diskussion um das Thema ist in Rumänien auf Grund einer alten Anordnung neu entbrannt. Im September hatte das Europäische Parlament unter anderem Bulgarien, Zypern, Griechenland, Italien, Polen und eben Rumänien aufgefordert, ihrer Verpflichtung zur Gleichstellung und Gleichbehandlung von Homosexuellen nachzukommen, dazu sind die Mitglieder der Europäischen Union eigentlich angehalten. Im Rahmen einer Resolution, die 19 Länder für ihre Gleichstellungspolitik lobte, wurden bei anderen Mitglieder hier Verbesserungen eingefordert. Die Länder reagierten darauf sehr unterschiedlich. Griechenland führte noch im Dezember die zivile Partnerschaft für schwule und lesbische Paare ein, Polen wird immer mehr zur auch katholisch geprägten Diktatur und wurde dafür gerade erneut von der EU gerügt. In Rumänien versucht man das Thema zu umgehen, indem man auf einen Verfassungszusatz hinarbeitet.

80 Prozent aller Rumänen sagten in einer Umfrage 2012, dass sie nicht gern einen homosexuellen Nachbarn hätten

Das liegt auch daran, dass mehr als zwei Drittel der Rumänen – 85 Prozent der Bevölkerung, um genau zu sein – Mitglieder der orthodoxen Kirche sind. 80 Prozent aller Rumänen sagten in einer Umfrage 2012, dass sie nicht gern einen homosexuellen Nachbarn hätten; gesellschaftliche Homophobie ist also ein riesiges Problem. Die Gesetzesinitiative zur Änderung der Verfassung wird vor allem von der „Koalition zum Schutz der Familie”, Rumäniens Version der deutschen „besorgten Eltern”, vorangetrieben. Rumänien ist erst seit 2007 Mitglied der Europäischen Union. Homosexualität ist seit 1996 nicht mehr illegal und bis 2001 gab es unterschiedliche Schutzalter für Homosexuelle und Heterosexuelle.

Bild: Imago/Westend


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