Poppers

Wird Poppers in England verboten?

Am 20. Januar wird das House of Commons ein entsprechendes Gesetz verabschieden

Das House of Commons wird am 20. Januar ein Gesetz beraten und mit großer Wahrscheinlichkeit auch verabschieden, das den Verkauf aller „psychoaktiven Substanzen” verbietet. Darunter fallen laut dem Gesetz zum Beispiel Lachgas, aber auch Poppers. Der Verkauf solcher Substanzen würde mit Gefängnisstrafen von bis zu sieben Jahren geahndet werden. Es gibt eine Liste mit Ausnahmeregelungen, auf der unter anderem Kaffee, Alkohol und Tabak stehen. Regierungsbehörden, die sich mit Drogengebrauch befassen, haben der zuständigen Staatssekretärin im Heimatministerium, Theresa May, dazu geraten, auch Poppers dieser Liste hinzuzufügen, bislang allerdings ohne Erfolg.

Bei Verbot enstünde ein Schwarzmarkt, der sich nur schwer kontrollieren ließe

Der Abgeordnete der Labour Partei Andy Burnham begründete seine Position gegenüber Gaystarnews so: „Die Labour Partei lässt sich in ihrer Drogenpolitik immer von möglichen Schäden leiten. Wir betrachten immer zuerst, ob sich eine Person durch den Konsum einer Substanz schädigen. Dafür gibt es im Fall von Poppers keine Hinweise.” Außerdem geht er davon aus, dass nach dem Verbot von Poppers ein Schwarzmarkt entstünde, der sich schwer kontrollieren ließe, bei der Polizei zu Mehrarbeit führen würde und auf dem Qualitätskontrollen unmöglich seien. „Es würde eine ganze Community ohne Not kriminalisieren. Deswegen haben wir der Regierung dringend geraten, ihre Entscheidung zu überdenken.” Dieser Forderung haben sich sogar einige Abgeordneten der regierenden Konservativen angeschlossen.

Eigentlich ist Poppers als Droge längst illegal

Amylnitrit, das als Poppers verkauft wird, ist als Droge in Großbritannien eigentlich längst illegal, der offene Konsum ist verboten. Allerdings konnten die Stoffe bisher als Raumduft oder Reinigungsmittel verkauft werden. Auch das wäre nach dem neuen Gesetz nicht mehr erlaubt. Der Besitz und eigene Konsum in Privaträumen wäre allerdings weiterhin legal, nur an andere weitergeben – auch in sexuellen Kontexten – dürfte man Poppers nicht mehr. Irland hat Poppers 2010 mit einem ähnlichen Verbot belegt, seitdem ist der Konsum der Substanz unter jungen Menschen aber angestiegen. Auch Frankreich hat 2010 versucht, Poppers zu verbieten, das Verbot aber wenig später zurückgezogen. In Deutschland fällt Poppers unter die Liste der verschreibungspflichtigen Medikamente, der Besitz und Konsum sind nicht verboten, der Vertrieb und die Weitergabe allerdings schon. Trotzdem benutzen laut Umfragen gut ein Drittel aller sexuell aktiven Männer, die Sex mit Männern haben, in Deutschland Poppers, um sich vor oder während des Analverkehrs zu entspannen.

Auch die Einfuhr kleinster Mengen ist eine Straftat
Poppers ist giftig und sollte nicht verschluckt werden. Außerdem wurde es in den letzten Jahren immer wieder mit schweren Schädigungen der Augen in Zusammenhang gebracht. Touristen sollten beachten, dass nachdem das neue Gesetz am 1. April Kraft tritt, auch die Einfuhr kleinster Mengen von Poppers nach England – zum Beispiel in der eigenen Waschtasche – eine Straftat ist, auch wenn der Besitz selbst nicht illegal ist.

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