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Demokraten gegen Kondompflicht

Politiker in San Francisco haben sich gegen eine Kondompflicht in Pornofilmen ausgesprochen

Politiker der Demokratischen Partei in San Francisco haben sich gegen eine Regelung ausgesprochen, die Kondomgebrauch bei Pornodrehs zur Pflicht machen würde. Wähler in der Stadt werden die Gelegenheit haben, darüber im Laufe des Jahres per Volksentscheid abzustimmen. Der Gesetzesvorschlag würde Kondome für heterosexuelle und homosexuelle Praktiken in Pornografie verpflichtend vorschreiben, weil Sexualität, die ohne Kondom gezeigt wird, angeblich „Risikoverhalten” unter den Zuschauern befördert. Diese Behauptung steht seit Jahren im Raum, wirklich belegen konnte sie bisher allerdings noch niemand.

Weinstein behauptet, es gäbe über 70 Prozent Unterstützung für sein Vorhaben innerhalb der Bevölkerung

Auch nicht der Aktivist  Michael Weinstein von der AIDS Healthcare Foundation in San Francisco, der Zehntausende Unterschriften gesammelt hatte, um die Abstimmung überhaupt möglich machen zu können. Weinstein behauptet, es gäbe über 70 Prozent Unterstützung für sein Vorhaben innerhalb der Bevölkerung. Andere HIV-Organisationen wettern allerdings gegen Weinsteins Vorhaben, sprechen davon, dass hier ein ganzer Industriezweig unter Generalverdacht gestellt werden würde, der ohnehin schon sehr verantwortungsvoll mit HIV umgeht und seine Darsteller, auch zu ihrem eigenen Schutz, verpflichtend und fortlaufend auf STIs testet. Seine Gegner sagen, Weinsteins Argumente wären moralischer, nicht gesundheitspolitischer Natur.

Seine Gegner sagen, Weinsteins Argumente wären moralischer, nicht gesundheitspolitischer Natur

Es hat seit 1994, also in 23 Jahren, keinen Fall mehr gegeben, bei dem ein Darsteller oder eine Darstellerin sich auf einem Pornoset mit HIV angesteckt hat. Was auch an den strengen Tests für Darsteller liegt. Die Befürchtung der Gegner des Gesetzes ist, dass die Kondompflicht große Teile der Industrie in den Untergrund zwingen würde, wo Tests nicht Pflicht wären und es keinen fortlaufenden Diskurs über Safer Sex gäbe. Der HIV-positive Abgeordnete Matt Dorsey sagte der Tageszeitung „Bay Area Reporter”: „Die Zusammenhänge hier sind nicht einfach zu verstehen. Besonders, wenn Gesetzesvorschläge einfach ‘Kondome in Pornoproduktionen-Gesetz’ heißen. Viele Kollegen haben mich gefragt, ‘Was ist denn so schlimm an Kondomen?’ Erstmal gar nichts. Aber wenn man die möglichen Entwicklungen betrachtet, wird einem bewusst, wie gefährlich eine solche Maßnahme sein würde. Nachdem alle ihre Hausaufgaben gemacht hatten, war die Sache für uns klar.” Die Demokraten im Stadtparlament sprachen sich mit großer Mehrheit gegen das Gesetz aus.

Es gibt keinen Bereich der Arbeitswelt, indem Sicherheit nicht vor allem anderen kommen sollte

Michael Weinstein ist trotzdem sicher, dass das Gesetz verabschiedet wird: „Wir gehen dem Wahltag gelassen entgegen. Es gibt keinen Bereich der Arbeitswelt, indem Sicherheit nicht vor allem anderen kommen sollte.” Weinstein ist generell umstritten. Menschen die das HIV-Medikament Truvada als PrEP benutzen, um sich vor HIV zu schützen, sagte er schon mal, sie würden bloß eine „Partydroge” nehmen, worauf andere Aktivisten entsetzt reagieren.

Bild: Imago/Imagebroker


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