Berlinale Tag 4: Schöne-Männer-Edition

Die Jury diskutiert die hübschesten Kerle des Festivals

Wir von der MÄNNER-Berlinale Jury sind ja auch bloß Menschen. Als solche sind wir dem Festivalflirt – dem Kurschatten der Filmindustrie – auch nicht abgeneigter als die nächste unausgeschlafene Person mit viereckigen Augen. Martin hat inzwischen schon mehrfach versucht, unauffällig schöne Männer zu fotografieren, indem er so tut als würde er im Kino, oder sonstwo, ein Selfie machen, und dabei die Kamera völlig komisch hält, um das eigentliche Objekt der Begierde draufzubekommen. Da die schönen Männer zwar meistens wirklich schön, aber eben oft auch nicht völlig blöd sind, genießen wir zum Tagesabschluss das eine oder andere Foto von hübschen Kerlen, die böse, oder irritiert, oder belustigt, in Richtung von Martins Handy gucken. Einige winken auch. Das ist dann nicht so schön. Da wir ja nicht gefragt haben, ob sie ins Männer-Blog wollen, können wir die Fotos hier nicht zeigen. Aber, wer einen blonden, jungen Mann irgendwo auf der Berlinale sehr verrenkt ein Selfie machen sieht: Das ist wahrscheinlich Martin. Will sagen: Es gibt viele schöne Männer auf dem Festival. Heute gibt’s eine Auswahl der allerschönsten. Das interne Jury-Ranking findet Herrn Skarsgard kurz vor Logan Lerman. Aber, seht selbst. Wir gehen derweil weiter ins Kino. Und sehen heute:

Männer Jury Tag Vier: Die Filme

1. Der Ost-Komplex

Auch 25 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung ist unter Historikern umstritten, ob die DDR ein Unrechtsstaat war oder nicht. Jochen Hick, der bereits mit mehreren Filmen im Panorama vertreten war, porträtiert mit Mario Röllig einen Zeitzeugen, begleitet ihn zu seinen Eltern und ehemaligen Kollegen, zu den Stationen seiner Flucht und seiner Inhaftierungen. Röllig wurde 1987 in Ungarn wegen versuchter Republikflucht festgenommen und 1988 von der BRD freigekauft. Heute hält er regelmäßig Vorträge vor Schulklassen und gibt ehrenamtlich Führungen im zur Gedenkstätte umgewandelten Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen. Dabei ist Hick stets nah dran, trotzdem auf Neutralität bedacht, beobachtet und stellt immer wieder Fragen aus dem Off.

2. Rara

Seit der Trennung ihrer Eltern lebt Sara mit ihrer jüngeren Schwester bei der Mutter, die jetzt mit einer Frau zusammen ist. Der Alltag der vier unterscheidet sich eigentlich kaum von dem anderer Familien. Für Sara ist die Situation eigentlich ganz in Ordnung. Doch nicht alle sehen es so, insbesondere ihr Vater hat Bedenken. Als Saras 13. Geburtstag ansteht, ist sie überfordert: die erste Verliebtheit, ein Körper, der sich verändert, und jetzt auch noch Loyalitätskonflikte mit den Eltern, alles wirkt falsch. Das einfühlsame Spielfilmdebüt der Regisseurin Pepa San Martín beruht auf wahren Ereignissen.

3. Kater

Nach seinem preisgekrönten Debütfilm März inszeniert Händl Klaus in seinem zweiten Werk die Vertreibung zweier Liebender aus dem Paradies. Mit viel Feingefühl für die männliche Seele und den blinden Fleck, den wir in uns tragen, erzählt diese musisch-poetische Ballade von der Fragilität der Liebe. Die Darsteller Philipp Hochmair und Lukas Turtur sind zwei Theatertiere, die mit ihrem naturalistischen Schauspiel zu beeindrucken wissen.

4. Die Queer Shorts

Mit dabei der jetzt schon hochgehandelte „Moms on Fire”, eine schwedischer Film mit Knetfiguren, geht so: Eine ganz normale Gegend in einer ganz normalen Stadt. Zwei Frauen sitzen auf dem Sofa und kratzen ihre schwangeren Bäuche. Es sind noch vier Tage bis zur Geburt. Die Situation ist weder schönzureden noch auszuhalten. Sie ist einfach unerträglich. Masturbieren geht nicht, weil man nicht an die Klitoris kommt, der Boyfriend ist abwesend und sowieso boring. Der einzige Vorteil eines weiteren Kindes besteht darin, nicht mehr mit dem ersten Kind spielen zu müssen. Die Künstlerin und Filmemacherin Joanna Rytel zeigt eine Knet-Animation, in der in aller Direktheit Fragen gestellt und Situationen geschildert werden, über die oft geschwiegen wird.

Alle Bilder: Imago/Future Image/pixelpress


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