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„Der Applaus ist für Whitney Houston”

Belinda Davids lässt die verstorbene Pop-Diva auferstehen

Bis heute gehört Whitney Houston zu den weltweit am meisten verehrten Künstlerinnen. Nach ausverkauften Konzerten in den USA, Kanada und Australien tourt „The Greatst Love Of All“ seit Februar durch Deutschland. Darin lässt die südafrikanische Sängerin Belinda Davids die 2012 verstorbene Pop-Diva wieder aufleben.

MÄNNER: Haben Sie Whitney Houston jemals live singen gesehen?

Belinda Davids: Nein, leider nicht. Aber ich kenne einige Leute, die sie zu einem späten Zeitpunkt ihrer Karriere gesehen haben und von ihren Live-Auftritten total enttäuscht waren. Vielleicht sollte ich sie gar nicht sehen, vielleicht war es besser so.

Wem jubelt das Publikum zu, wenn Sie auf der Bühne stehen, Belinda Davids oder  Whitney Houston?

Ihr natürlich, der Applaus ist für sie, sie ist der Star. Ich versuche nur, ein bisschen von mir dazuzugeben.

Ist das ein Problem für Sie?

Manchmal schon ein wenig, ja. Ich bin Belinda Davids und nicht Whitney Houston, ich verbeuge mich nur vor ihr.

Wird das nicht langweilig mit der Zeit?

Niemals. Jedes Land, jede Stadt, jedes Publikum ist anders, und jedes Mal habe ich die Aufgabe, es zu begeistern und zu unterhalten. Das ist traumhaft.

Whitney Houston war sehr unglücklich, hatte ein schwieriges Leben. Was empfinden Sie, wenn Sie daran denken?

Sie stand ständig unter Druck, von Kindheit an. Ich habe drei Biografien über sie gelesen und denke, die am meisten über sie aussagt ist die letzte, die ihre Mutter geschrieben hat. Als Bobby Brown auftauchte, wurde alles noch schlimmer. Danach ging es endgültig bergab mit ihr. Ich kann diesen Druck der Familie, der Öffentlichkeit nachempfinden und nachfühlen, was sie durchgemacht hat. Es ist der Druck, immer die Beste zu sein, immer das Beste zu geben, niemals nachzulassen, auch wenn dir überhaupt nicht danach ist und du dich nicht wohlfühlst. Das zeigt auch unsere Show gut und ich glaube, deswegen ist sie so erfolgreich.

Was für ein Gefühl ist es, in dieser Show Whitney Houston zu sein?

Ich bin nicht Whitney Houston, ich stelle sie nur dar. Aber schon das ist eine Ehre, sie ist eine Legende.

Whitney Houston

“I Always Love You”, “One Moment In Time”, “I Wanna Dance With Somebody”: All die großen Hits von Whitney Houston sind dabei. Foto: Mewes Entertainment Group

Wie bereiten Sie sich darauf vor, in die Rolle von Whitney Houston zu schlüpfen?

Bevor die Show „The Greatest Love Of All“ 2012 gestartet ist, musste ich erstmal drei Monate lang körperlich trainieren. Zum Beispiel musste ich lernen, beim Laufen zu singen, dieses Atemtraining hilft sehr für meine Auftritte, bei denen ich mich auch viel bewege, zum Beispiel mit den Tänzern. Das ist eine echte Herausforderung. Außerdem habe ich mir ihre Filme und Unmengen von Videos angesehen, manche ohne Ton, um ihre Bewegungen zu studieren, ihre Körpersprache. Dabei sieht man einfach mehr, auch von ihrem Mienenspiel. Wie sie sich dreht, wie sie das Publikum und ihre Gesprächspartner anschaut, wem sie sich zuwendet und wie sie gestikuliert, eine Menge solcher Dinge. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie kraftraubend das ist.

Was haben Sie bisher von Deutschland gesehen?

Zu wenig. Fast 20 Städte in zehn Tagen während einer Promotour im Oktober, das klingt nach viel, aber es bleibt wenig hängen. Alles, was ich gesehen habe, kam mir so unwirklich vor, weil ich es nur aus Filmen kannte. Ich bin Kinofan. Und als ich all die Häuser hier sah, die ich bisher nur aus Filmen kannte, war das einfach unglaublich für mich. Deshalb freue ich mich auch darauf, noch mehr zu sehen, zum Beispiel Berlin. Ich interessiere mich für die deutsche Geschichte und weiß auch ein wenig darüber, dort kann ich sie dann besichtigen. Kultur ist wichtig und sie zu pflegen, und ich will die deutsche Kultur näher kennenlernen.

Ist die Musik, die Sie machen, auch die Musik, die Sie privat hören?

Ja, auch. Jeder Mensch lebt von seinen Erfahrungen, und meine Musik entsteht aus meinen Erfahrungen. Deshalb höre ich Musik auch nicht nur, um mich zu unterhalten, sondern um inspiriert zu werden. Bei der Florian Silbereisen-Show, wo ich im Oktober mit einem Whitney-Houston-Hit-Medley aufgetreten bin, habe ich Mireille Mathieu gehört. Dass sie mit 69 noch singt, finde ich für mich ganz persönlich motivierend. Ich weiß ja nicht, ob meine Stimme so lange hält, aber ich wünsche mir, mit 83 oder 84 noch aufzutreten und zu singen. Das inspiriert mich.

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Für Belinda Davids ist es eine Ehre, die Songs von Whitney Houston zu singen. Foto: Mewes Entertainment Group

Hat Whitney Houston Sie auch inspiriert?

Ja, natürlich, sehr sogar. Aber ich merke inzwischen, dass ihre Art zu singen immer mehr meine Art zu singen beeinflusst. Ich habe sie so lange und so oft nachgemacht, dass ich immer mehr sie werde, und das ändere ich gerade. Whitney Houston soll demnächst mehr Belinda Davids enthalten, ich möchte mehr Elemente von mir bei ihr unterbringen.

Müssen Sie sich mittlerweile Mühe geben, auf der Bühne Sie selbst zu sein statt Whitney Houston?

Ja, manchmal muss ich mich einen Augenblick lang konzentrieren, kurz innehalten. Mein Freund, der mich zu den Auditions geschickt hat, sagte mal: Du erinnerst mich so an Whitney, du bist ihr so ähnlich. Da war es für mich gar nicht mehr schwer, den Job zu kriegen, denn ich dachte, ich bin mehr sie als ich selbst, ich wollte so sehr, dass meine Stimme genau so klingt wie ihre.

Aber ganz genau wie Sie wollen Sie nicht sein, oder? Zum Beispiel diese Drogensachen…

Für mich ist das nichts, das bringt mir nichts. Ich trinke ja nicht mal Alkohol zu Hause. Sonst würde ich ja mein Kind hintergehen. Ich kenne Mütter, die Drogen nehmen und trinken, aber das sind schlechte Mütter, sie betrügen ihre Kinder.

Alle Tourdaten und weitere Informationen gibt es hier.

Titelfoto: Mewes Entertainment Group


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