NEW DELHI INDIA NOVEMBER 29 LGBT rights activist Laxmi Narayan Tripathi clicking selfie with par

Indien: Oberstes Gericht berät erneut

Ist Homosexualität wirklich illegal?

Das 2013 wieder erlassene Verbot von Homosexualität steht in Indien keine drei Jahre später wieder zur Diskussion. Der Oberste Gerichtshof des Landes gab am Dienstag einem Antrag von Menschenrechts- und LGBTI-AktivistInnen statt, der fordert, den Zusatz zum Paragrafen 377, auf dem das Verbot von Homosexualität basiert, erneut bewerten zu lassen. Die Passage ist über 150 Jahre alt und stammt noch aus der britischen Kolonialzeit. Zu einem noch nicht näher bezeichneten Zeitpunkt werden deswegen fünf Richter unter der Leitung des höchsten Richters des höchsten indischen Gerichtes, erneut darüber beraten und entscheiden, ob sie das Verbot von Homosexualität bestehen lassen oder sich, wie schon 2009, wieder für eine Legalisierung entscheiden.

Dass sich die Richter heute eindeutig hierauf bezogen, wird von vielen Aktivisten als positives Zeichen gewertet.

Grundlage für die Bewilligung des heutigen Antrags, war laut Auskunft der Richter ein Abschnitt in ihm, der monierte, das Verbot sei 2013 ergangen, basiere aber auf einem gerichtlichen Urteil aus dem Jahr 2011 und hätte wichtige gesellschaftliche und juristische Entwicklungen in diesen zwei Jahren außer acht gelassen. Dass sich die Richter heute eindeutig darauf bezogen, wird von vielen Aktivisten als positives Zeichen gewertet. Die „Curative Petition” die sie dazu benutzten, bei der ein schon ergangenes Urteil des selben Gerichts von anderen Mitgliedern einer Kammer erneut überprüft werden kann, war mehr als ein Jahr vorbereitet worden.

Es ist nicht der erste Versuch, die Rekriminalisierung von Homosexualität in Indien rückgängig zu machen.

Es ist nicht der erste Versuch, die Rekriminalisierung von Homosexualität in Indien rückgängig zu machen. Erst wenige Tage vor Weihnachten letzten Jahres war eine Abstimmung darüber im indischen Parlament gescheitert. Allerdings hat das Höchste Gericht Indiens in den letzten zwei Jahren einige Urteile gefällt, die Mitgliedern der LGBTI-Community zu mehr Rechten verhalfen, was sogar wirtschaftliche Auswirkungen hat. Vor einigen Tagen hatte ein Reiseunternehmen angekündigt, in Mumbai einen Taxiservice von und für LGBT einrichten zu wollen.

Bild: Aktivisten beim DEHLI-PRIDE 2015 im November (Quelle: Imago/Hindustan Times)


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