LGBTI-Flashmob vor Mailänder Dom

10.000 Menschen demonstrieren für gleiche Rechte für LGBTI

Rund 10.000 Menschen haben am Nachmittag in Mailand für gleiche Rechte für Schwule und Lesben demonstriert. Der Platz vor dem Dom war übervoll, auch zahlreiche heterosexuelle Familien nahmen teil. Aktivisten hielten kämpferische Reden. Das Motto lautete „#temposcaduto – pretendiamo diritti“ – „Die Zeit ist abgelaufen – Wir erwarten (unsere) Rechte.“ Heute findet in Rom die Hauptversammlung der regierenden Partito Democratico von Ministerpräsident Matteo Renzi statt. Italien ist der einzige Staat in Westeuropa, in dem es immer noch keine rechtliche Anerkennung für schwule und lesbische Paare gibt. Vor einem Monat hatte der italienische Justizminister Andrea Orlando gefordert, dass sein Land Eingetragene Lebenspartnerschaften einführt. Italien müsse die von der EU angemahnten europäischen Standards einhalten und gleichgeschlechtliche Paare dringend gleichstellen.

Italien soll aufwachen

Die Teilnehmer wurden gebeten, sich vor dem Dom auf den Boden zu legen und so zu tun, als würden sie schlafen. Das bezieht sich auf den bisherigen Slogan „Italien wach auf!“, den die Aktivisten mit einem Wecker symbolisieren. Zum Abschluss ließen sie einen schrillen Alarm ertönen.

LGBTI Gleiche Rechte

Es ist das erste Mal, dass es in Mailand eine LGBTI-Demo vor dem Mailänder Dom gibt. So wurde der Duomo, der Dom, zum „Duhomo“ umbenannt. Es haben sich spontan im Land noch weitere Flashmobs gebildet wie etwa in Turin.

„Hände weg von unseren Kindern, die in einer Umwelt groß werden, wo man ihnen Hass nicht beibringen sollte“, rief der Sprecher der Aktivistengruppe Sentinelle Di Milano, die den Flashmob organisiert hatte.

LGBTI Gleiche Rechte

Diese Frau kam mit einem Plakat, auf dem stand: „Ich bin hetero. Ich habe das Recht zu heiraten und Kinder zu kriegen (während Ihr es anderen ohne jeden Grund verweigert). Doch ich kann Euch versichern, dass ich nie ein Kind in die Welt setzen würde, wo es diskriminiert und beleidigt würde und wo man ihm seine Rechte und Würde abspricht.“

Zum Abschluss wurde „The power of love“ von Frankie Goes to Hollywood gespielt. Die nächste Kundgebung ist am 5. März geplant.

Fotos: Facebook/Radio Popolare & Mono Bar


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