-37472ab4014d04fa

Protest: Pastor friert für LGBTI

Michael Tupper prangert so die Homophobie seiner Kirche an

„Ich schlafe draußen, weil die Türen der Methotisten-Kirche nicht jedem offen stehen”, steht auf dem Schild, das Reverend Michael Tupper neben seinem Zelt aufgestellt hat. Jeden Abend um halb zehn, legt er sich hier schlafen, um 6.30 Uhr steht er wieder auf. Und hat im kalten Winter in Michigan wahrscheinlich die ganze Nacht gefroren. Tupper tut das seit dem 30. November letzten Jahres und will 175 Nächte durchhalten, um die Homophobie innerhalb der Kirche anzuprangern, für die er selber schon lange als Pastor arbeitet. Sein Protest hat ein US-weites Medienecho ausgelöst und breite Unterstützung hervorgerufen. „Mein Ziel ist es, auf das Diskriminierungsproblem innerhalb meiner Kirche hinzuweisen, um Menschen die Möglichkeit zu geben, sich für die nötigen Veränderungen einzusetzen, die erforderlich sind, damit es LGBTQ möglich ist, in unseren Gotteshäusern zu heiraten und auch Gemeinden als Pastoren vorzustehen”, begründet er den radikalen Schritt selbst gegenüber der Kalamazoo Gazette.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Tupper für die Community einsetzt.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Tupper für die Community einsetzt. Was auch einen persönlichen Grund hat: Der Pastor hat eine lesbische Tochter. 2014 unterschrieb Tupper die Heiratsurkunde seines Kindes, was dazu führte, dass er sich vor einer kircheninternen Kommission verantworten musste und gerügt wurde. Wovon er sich nicht einschüchtern ließ: Im letzten Sommer unterzeichnete Tupper die Heiratsurkunde eines offen schwulen Pastoren-Kollegen, der sein Amt niederlegen musste, weil er seinen Freund heiraten wollte. Auch das zog ein Diziplinarverfahren nach sich.

Der US-Bundesstaat Michigan, in dem Tupper lebt und arbeitet, hat vor zwei Wochen ein Gesetz verabschiedet, das Analverkehr mit bis zu 15 Jahren Gefängnis bestraft.

Der US-Bundesstaat Michigan, in dem Tupper lebt und arbeitet, hat vor zwei Wochen ein Gesetz verabschiedet, das Analverkehr mit bis zu 15 Jahren Gefängnis bestraft. Offiziell geht es hier um Tierschutz: Die sogenannten „Sodomy Laws“, archaische Gesetze aus der Zeit der puritanischen Gründungsväter gegen homosexuelle Handlungen, die man – historisch gesehen – vor allem mit sündigem Analsex gleichsetzte, sollen jetzt Haustiere davor beschützen, dass ihre Halter sich an ihnen vergehen. Allerdings betonte der Senat, es gehe beim jetzigen Gesetzesentwurf nicht gegen Schwule, sondern gegen alle Menschen, die Analsex praktizieren, also auch Heterosexuelle. LGBTI-Aktivisten protestierten scharf.

Bild: Facebook


0 Kommentare



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close