Refugees welcome steht während der Eroeffnung der LGBT Fluechtlingsunterkunft am 20 02 2016 in Berl

Queere Flüchtlinge: Einzug am Dienstag

Heute hatten Anwohner die Möglichkeit, das neue Heim zu besichtigen

In der kommenden Woche füllt sich die Unterkunft für queere Flüchtlinge mit Leben. Das Haus im Berliner Stadteil Treptow soll ab Dienstag bis zu 124 lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans* und inter* Menschen ein Zuhause bieten. Heute hatten Anwohner die Möglichkeit, das neue Heim zu besichtigen. Das Haus, das als Not- und Gemeinschaftsunterkunft dienen soll, ist die erste größere Gemeinschaftsunterkunft für LGBTI-Flüchtlinge in Deutschland. Auch in Nürnberg gibt es ein ähnliches Projekt für queere Flüchtlinge, in dem aber bislang noch keine Menschen wohnen.

 

Queere Flüchtlinge in Berlin Treptow

Die Senatorin Dilek Kolat (l) und der Geschäftsführer der Schwulenberatung Marcel de Groot am Einrichtungsplan

Die Berliner Bürgermeisterin und Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen Dilek Kolat erklärt dazu: Queere Flüchtlinge „erfahren Diskriminierung und Gewalt und brauchen daher unseren besonderen Schutz. Es gibt in Berlin bereits eine von uns geförderte Infrastruktur von Projekten, die sich schon sehr intensiv um queere Geflüchtete kümmern. Es ist gut und folgerichtig, dass sie nun auch eine eigene Unterkunft haben.“

Queere Flüchtlinge in Berlin Treptow

Einrichtungsplan in der Berliner LGBTI Flüchtlingsunterkunft

Die Unterkunft wird von der Schwulenberatung Berlin betrieben. Geschäftsführer Marcel de Groot will „mit dem Haus einen Beitrag dazu leisten, die teilweise dramatische Situation“ von LGBTI-Flüchtlingen zu verbessern. „Wir hoffen, dass unsere Unterkunft auch in anderen Bundesländern und Städten Nachahmer findet. Die Situation, in der sich diese Menschen befinden, ist geprägt von Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt. Es ist unser aller Aufgabe, dies zu verbessern.“

LGBTI-Schulungen für Leitungen und Sozialarbeiter von Gemeinschaftsunterkünften

Als erstes Bundesland hat das Land Berlin in seinem Senatskonzept zur Unterbringung im August letzten Jahres diese besondere Schutzbedürftigkeit von LGBTI Flüchtlingen anerkannt und diese gerade mit Blick auf die Planung zukünftiger Unterbringungsformen berücksichtigt. Ebenfalls 2015 hat die Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen damit begonnen, die Leitungen und Sozialarbeiter von Gemeinschaftsunterkünften hinsichtlich der besonderen Situation von queeren Flüchtlingen zu schulen, damit diese auf konkrete Bedürnisse reagieren können – zum Beispiel, wenn es zu Diskriminierungen aufgrund von Outings kommt. Die Fortbildungen gehen in diesem Jahr weiter. Ziel ist es, das Personal aller Unterkünfte in Berlin zu schulen.

Refugees welcome steht während der Eroeffnung der LGBT Fluechtlingsunterkunft am 20.02.2016 in Berlin Treptow, Deutschland auf einer Broschuere. In der Unterkunft werden bis zu 124 queere Fluechtlinge (lesbisch, schwul, bi, trans-inter, LSBT) leben. Refugees Welcome is during the Opening the LGBT Fluechtlingsunterkunft at 20 02 2016 in Berlin Treptow Germany on a Brochure in the Accommodation will until to 124 queer Refugees lesbian gay Bi Trans Inter  Life

Refugees welcome steht bei der Eröffnung der LGBTI Flüchtlingsunterkunft auf einer Broschüre

Und noch etwas tut sich in Berlin: Das Rathaus Friedenau bietet in Trägerschaft des gemeinnützigen Vereins SIN eine Unterkunft für besonders Schutzbedürftige. Neben allein reisenden Frauen und Familien kommen hier auch homosexuelle und transgeschlechtliche Flüchtlinge unter. Die ersten sieben Klienten des Lesben- und Schwulenverbandes sind bereits am Mittwoch eingezogen.

Für die Unterkunft in Treptow sucht die Schwulenberatung Helfer für die Essensausgabe vormittags, mittags und abends für jeweils etwa zwei Stunden. Interessierte melden sich beim Empfang der Schwulenberatung Berlin: 030 / 233 690 70 oder per Mail unter info@schwulenberatungberlin.de

Fotos: Imago/Markus Heine


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