imago68597074h

Schwule überfallen für den Jihad

In Brüssel sagen Jugendliche IS-Anwerber aus, wie sie sich für den Kriegseinsatz in Syrien bewähren mussten

Die Aufgabe ist ganz einfach: Homosexuelle überfallen und ausrauben! So sollen junge radikalisierte Muslime, die sich als Syrienkämpfer beim IS bewerben, beweisen, dass sie gute Gotteskrieger sein werden und mutig genug sind, um fürs Kalifat zu fechten. Schwule klatschen als Aufnahmeprüfung, sozusagen. Das haben jetzt mehrere Jugendliche vorm Gericht in Belgien zu Protokoll gegeben.

Die Teenager wurden von ihren IS-Anwerbern in Schwulenbars geschickt, um ihre Opfer in die Lustfalle zu locken. Sie begleiteten nach dem Kennenlernen die nichtsahnenden Männer in deren Wohnung, um sie dort zu überfallen, festzuketten und zu schlagen. Und zwar solange, bis ihre Opfer ihnen sagten, wo sie ihr Geld und andere Wertgegenstände versteckt haben. „So sollten wir beweisen, dass wir geeignet sind für den Jihad“, sagte ein Minderjähriger, der in Belgien von der Polizei festgenommen wurde. „Insgesamt haben wir sechs solche Aufträge ausgeführt. Wenn ich nicht festgenommen worden wäre, wäre ich jetzt wahrscheinlich in Syrien.“

Es ging nicht nur darum, mit solchen homophoben Aktionen Mut zu beweisen. Das Ganze sollte auch Geld bringen. „Wir vermuten schon länger, dass ein Teil der IS-Kriegskasse über kleine Überfälle und Erpressungen gefüllt wird“, erklärt ein belgischer Polizist gegenüber der Presse. Trotzdem schienen die Richter in Brüssel vom Geständnis der jugendlichen Täter überrascht.

„Bislang wies nichts darauf hin, dass solche Überfälle und andere brutale Aktionen eine Art Examen waren, um eine Gratisreise nach Syrien zu ergattern.“

Interessant wäre natürlich die Frage, ob dieses Problem auf Belgien beschränkt ist. Oder ob gleiche Aktionen auch in Deutschland verbreitet sind unter radikalen jungen Islamisten, die auf Homofang gehen, um möglichst schnell zum Jihad nach Syrien geschickt zu werden – wenn sie ihren Wert im Kampf gegen die bösen Schwulen bewiesen haben?

Titelbild: Imago/Sebastian Backhaus

 


3 Kommentare


Schreibe einen neuen Kommentar



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close