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Tom of Finland – Der Film

Der finnische Regisseur Dome Karukoski verfilmt das Leben der Homo-Ikone Tom of Finland

Stiefel, Muskeln und fette Beulen. Selbst wer mit dem Pseudonym Tom of Finland nichts anfangen kann, der kennt die charakteristischen Illustrationen des finnischen Künstlers Touko Laaksonen. Seine Kunst prägte nicht nur die schwule Erotik, sondern auch die Ästhetik der Szene – machte die kernigen, muskulösen Ledertypen zum Stereotyp des schwulen Mannes.

Dass das Leben des Tom of Finland aus mehr bestand als schlüpfrigen Zeichnungen, berichtet Produzent und Drehbuchautor Alseki Bardy (45) auf der heutigen Pressekonferenz in Berlin. 

„Alles, was Touko tat, war zu seiner Zeit illegal und sehr gefährlich. Was dieser Mann gewagt hat, ist unglaublich und seine Geschichte ist eine Geschichte über den Mut und die Freiheit, so zu leben, wie wir sind. Der Film wird den Leuten helfen, zu verstehen, woher Toms Bilder kommen, aus welcher Tiefe.“

Zusammen mit Dome Karukoski (39), einem der erfolgreichsten Regisseure Finnlands, wagt sich Bardy derzeit an die Verfilmung des Stoffes und beschreibt Tom of Finland während der heutigen Pressekonferenz in Berlin als homosexuellen James Bond, ohne uns eine Erklärung schuldig zu bleiben: „In den alten James-Bond-Filmen begegnete der Held immer einem Gegner, der zunächst größer und mächtiger schien als er selbst. Aber das bedeutete nicht, dass sich der Held geschlagen gab. James Bond war einfallsreich und verstand die humoristische Natur seiner Situation. Er ist ein Überlebenskünstler – und genau so einer war Tom of Finland.

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Von links nach rechts: Werner Daehn, Pekka Strang, Dome Karukoski, Lauri Tilkanen

Humor, Drama, Geschichte – der Film, der 2017 in die (finnischen) Kinos kommen soll, glänzt mit den besten Zutaten aus einer Zeit, die ebenso zwischen Lebensfreude und Unterdrückung balancierte, wie ihr Protagonist. Aus der Nachkriegsdepression der 50er über viele persönliche Umwege und Einbrüche in den 60ern und 70ern bis zu den Siegen der Gay Liberation in den 80ern. „Touko schuf diese wunderschönen Fantasien, obwohl er selbst in einer hässlichen Welt lebte“, fasst Bardy den Wert Tom of Finlands zusammen.

Er ist das beste Beispiel dafür, wie Bilder die Welt verändern können. Und genau darauf liegt der Fokus unseres Drehbuchs.“

„Tom of Finland“ wird uns in drei Länder mitnehmen: Nach Deutschland, in die Vereinigten Staaten und natürlich nach Finnland, wo Touko Laaksonen 1920 geboren wurde und 1991 starb. Dazwischen liegen (die schillernden) Szenenbilder Berlin, Los Angeles und das schwule Mekka seinerzeit, San Francisco. Bis die richtigen Drehorte gefunden waren, vergingen sechs Monate. Neben dem bereits bestehenden Cast aus den Schauspielern Pekka Strand (38) als Touko und Lauri Tilkanen (28) als dessen Geliebter, läuft das Casting für die Rolle des schnurrbärtigen Kake, einer Fantasiegestalt von Tom of Finnland. Förderung erhält der Film u.a. vom Medienboard Berlin-Brandenburg.

Was Crew und Regie letztlich aus der Geschichte der Homo-Ikone machen, bleibt mit Spannung abzuwarten. Sicher ist, dass mit „Tom of Finland“ ein weiterer Meilenstein homosexueller Historie Filmgeschichte schreiben wird. Wir sichern der DVD-Veröffentlichung schon einmal einen Regalplatz neben „Milk“.

 


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