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„Wir können helfen, wenn man uns ruft”

Die Berliner Polizei kann keine Zunahme LGBT-feindlicher Gewalt beobachten

In der Nacht zu Samstag wurden in Berlin zwei Männer Anfang 20 Opfer eines homophoben Übergriffs. Allerdings nicht am Stadtrand, sondern in der Nähe des „Möbel Olfe”, einer Szenekneipe in Kreuzberg.

Nach Angaben der Opfer liefen sie nach Mitternacht Hand in Hand die Adalbertstraße entlang und wurden aus einer Personengruppe heraus von einem Unbekannten zunächst homophob verbal angegriffen. Im Anschluss versetzte der Angreifer einem der beiden Opfer mehrere Faustschläge. Nach der Tat ergriffen die Täter die Flucht. Der Geschlagene hatte Schmerzen und wollte sich selbst in ärztliche Behandlung begeben. Gleichzeitig sorgte am Wochenende ein angeblich vor drei Wochen aus dem „Cafe Kotti” am Kottbusser Tor gedrehtes im Internet veröffentlichtes Video für Unruhe, das die minutenlange, angeblich homophobe Jagd eines Mannes durch eine Gruppe anderer Personen durch Kreuzberg zeigt. Das Video wurde oft geteilt, nachdem es von einem Blogger veröffentlicht worden war, unter anderem auch von Führungsmitgliedern der AfD, und dabei zutiefst fremdenfeindlich kommentiert. Auch der Originalpost sprach von „Milieuveränderungen  im Kiez” und „Zuzug”, die zu einem vermehrten Auftreten von Gewalttaten gegen LGBT führen würden. Das Problem: Das stimmt so nicht.

Da schwingt die Unterstellung vom ‘bösen Migranten’ mit, als ob diese Gruppe per se ein größeres Problem mit Homophobie hätte, als andere Menschen. Dem ist nicht so.

Kriminaloberkommissarin Maria Tischbier, Ansprechpartnerin der Berliner Polizei für LSBTI sagte m-maenner.de. „Wir können diese Milieuveränderungen nicht feststellen. Da schwingt die Unterstellung vom ‘bösen Migranten’ mit, als ob diese Gruppe per se ein größeres Problem mit Homophobie hätte, als andere Menschen. Dem ist nicht so. Der Gegend um das Kottbusser Tor wird allgemein auch der Vorwurf der ‘Gentrifizierung’ gemacht, das passt nicht zusammen.” Auch eine Häufung von Taten kann sie nicht beobachten: „In einem Fall gibt es Zeugenaussagen, die eindeutig auf Homophobie hinweisen. Alle bekannt gewordenen Sachverhalte sind noch laufende Ermittlungsverfahren. Insofern ist deren Ergebnis abzuwarten.” Zu dem am Samstag gelöschten Video sagt sie: „Bisher gab es hierzu keine Anzeige. Dem zuständigen Abschnitt war kein solcher Sachverhalt bekannt. Eine Anzeige wurde später durch die Polizei selbst gefertigt. Schade, dass die filmende Person nicht über 110 die Polizei verständigt hat. Hätten die Kollegen schneller eingreifen können, hätten wir die Täter vielleicht schon.” Es ist ihr wichtig auf Folgendes hinzuweisen: „Wir können Betroffene nur bitten, in jedem Fall die Polizei zu rufen. Und auch mein Kollege Harald Kröger und ich sind dankbar für jeden Anruf. Das ist niedrigschwellig. Es muss niemand seinen Namen sagen oder sich outen, man kann immer anonym Anzeige erstatten. Aber wir können nur helfen, wenn man uns ruft.”

Ansprechpartner für LSBTI der Berliner Polizei

Bild: IMAGO/Florian Schubert


9 Kommentare

  1. Männer Magazin

    Finden wir auch, Carsten Kimmel. Wenn Du Dir die Mühe machen möchtest, den Artikel zu lesen, wirst Du verstehen warum. Wir haben Sachlichkeit am Montag der Hysterie vom Sonntag den Vorzug gegeben.

  2. Männer Magazin

    Finden wir auch, Carsten Kimmel. Wenn Du Dir die Mühe machen möchtest, den Artikel zu lesen, wirst Du verstehen warum. Wir haben Sachlichkeit am Montag der Hysterie vom Sonntag den Vorzug gegeben.

  3. Christian Knuth

    Mal Tagesspiegel gelesen? Es gab nur ein Video, das wohl „nur” einen ekelhaften gewalttätigen Raub zeigt. Was daraus mangels Recherche eines Bloggers gemacht wurde, ist unfassbar schlechter Journalismus.

  4. Jo Johannes Duve

    Christian Knuth wäre es nicht so traurig, würde ich Dir antworten, ich lese nur das Monatsjournal von küchenaktuell. Ich frage mich nun wirklich, worin schlechter Journalismus bestehen soll, wenn die Aufzeichnungen eines Cafebetreibers ungeschnitten und mit seinem Namen, Adresse,Aussage im Netz wahrheitsgetreu wiedergegeben wird, unverzüglich,schnell und informativ. Und nun lies Dir mal den Artikel hier durch und den Zeitpunkt. Ganz ehrlich, auf solche Quellen können ich und andere dann auch verzichten – besonders auf den völlig unwichtigen und unsachlichen Hinweis, die Quellen und Artikel hinsichtlich des Überfalls am Kottbusser Tor und/oder am Olfe/Adalbertstraße seien ja auch zuvor von AfD-Führungsmitgliedern veröffentlicht worden. Die Quintessenz dessen wäre also, dass Artikel über Überfälle durch Migranten oder arabische Zuwanderer erst durch Linke,Grüne oder Marsmenschen,was auch immer, nicht jedoch von AfD-Mitgliedern,homosexuellen oder transsexuellen, wie auch immer, veröffentlicht werden dürfen oder müssen, DAMIT SIE WAHR SIND.IRRE,nicht wahr ? ?


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