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Poppers in England doch nicht verboten

Zwei Wochen vor Inkrafttreten des Gesetzes, macht die Regierung einen Rückzieher

Das britische House of Commons hat am 20. Januar 2016 ein Gesetz beraten, und auch verabschiedet, das den Verkauf aller „psychoaktiven Substanzen” im Königreich verbietet. Darunter fallen laut dem Gesetz zum Beispiel Lachgas, aber auch Poppers. Der Verkauf solcher Substanzen wird seitdem mit Gefängnisstrafen von bis zu sieben Jahren geahndet. Es gibt eine Liste mit Ausnahmeregelungen, auf der unter anderem Kaffee, Alkohol und Tabak stehen. Regierungsbehörden und Mitarbeiter, die sich mit Drogengebrauch befassen, haben der zuständigen Staatssekretärin im Heimatministerium, Theresa May, dazu geraten, auch Poppers dieser Liste hinzuzufügen, weil das Verbot „diskriminierend für eine große Gruppe innerhalb der Bevölkerung sei“ und May hat genau das jetzt auch getan, knapp zwei Wochen, bevor das Gesetz am 6. April in Kraft tritt.

Nach reiflicher Überlegung stimmt die Regierung ihrer Interpretation der Definition zu.

Innenministerin Karen Bradley ließ ihre Berater vom Advisory Council on the Misuse of Drugs, die sie in diesen Fragen beraten, wissen: „Mir wurde berichtet, dass sie zu neuen Erkenntnissen gelangt sind, was die Psychoaktivität der entsprechenden Substanz anbelangt und sich darauf verständigt haben, das nur solche Mittel, die das zentrale Nervensystem direkt pushen oder unterdrücken, im Rahmen des Gesetzes als psychoaktiv zu bezeichnen sind. Nach reiflicher Überlegung stimmt die Regierung ihrer Interpretation der Definition zu, allerdings unter der Voraussetzung, dass es nur „Poppers“ sind, die von der Neuinterpretation betroffen sind. Andere Substanzen, deren Weitergabe im Rahmen des Gesetzes verboten wird, sind von der Neudefinition nicht betroffen. Polizei und Justiz werden angewiesen, diese neue Regelung umzusetzen.“

Bei Verbot enstünde ein Schwarzmarkt, der sich nur schwer kontrollieren ließe

Amylnitrit, das als Poppers verkauft wird, ist als Droge in Großbritannien eigentlich längst illegal, der offene Konsum ist verboten. Allerdings konnten die Stoffe bisher als Raumduft oder Reinigungsmittel verkauft werden. etwas, das nun auch weiterhin geschehen wird. Irland hat Poppers 2010 mit einem ähnlichen Verbot belegt, seitdem ist der Konsum der Substanz unter jungen Menschen aber angestiegen. Auch Frankreich hat 2010 versucht, Poppers zu verbieten, das Verbot aber wenig später zurückgezogen. In Deutschland fällt Poppers unter die Liste der verschreibungspflichtigen Medikamente, der Besitz und Konsum sind nicht verboten, der Vertrieb und die Weitergabe allerdings schon. Trotzdem benutzen laut Umfragen gut ein Drittel aller sexuell aktiven Männer, die Sex mit Männern haben, in Deutschland Poppers, um sich vor oder während des Analverkehrs zu entspannen. Poppers ist giftig und sollte nicht verschluckt werden. Außerdem wurde es in den letzten Jahren immer wieder mit schweren Schädigungen der Augen in Zusammenhang gebracht.

Bild: Facebook


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