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Mächtig Macho

Die fünf besten Oldtimer zum Selbstrestaurieren

Männerhobby Autoschrauben

Entrosten, schleifen, schrauben: Kaum ein Hobby ist so männlich wie Autorestaurierung. Wer aber nicht mit Elektronik kämpfen will, sollte bei Baujahren vor Ende der 80er Ausschau halten.

Auf der Suche nach einem wirklich männlichen Hobby kommen viele über kurz oder lang auf die Idee „Autoschrauben, das wär‘s“. Allerdings zerstört meist schon ein Blick unter die Haube des in diesem Jahrzehnt gebauten Alltagswagens sämtliche Ambitionen. Sind wir ehrlich: An modernen Autos können Männer bestenfalls noch Reifendruck und Wasserstand checken. Für mehr braucht es Computer, Spezialwerkzeuge und telefonbuchdicke Reparaturanleitungen –  ohne Fehlercode-Auslese und Fachkenntnisse lässt sich ja heute nicht einmal mehr die Batterie wechseln, weil hinterher die Fensterheber nicht mehr funktionieren.

Nein, wer heute noch als Laie zwischen Nockenwelle und Auspuffschellen arbeiten will, muss auf Old- und Youngtimer umsteigen. Die, die in Anschaffung und Reparierbarkeit am besten geeignet sind, will dieser Artikel auflisten. Aber zunächst erst mal Theorie:

Gollden year of the American cars: 1960'  American vintage car renew and polish,

Gollden year of the American cars: 1960′ American vintage car renew and polish,

 

Oldtimer? Youngtimer?

Youngtimer ist ein Szenebegriff und bezeichnet Autos, die 15, 20 Jahre alt sind, aber noch keine 30. Dann nämlich spricht auch der Gesetzgeber vom Oldtimer. Und wenn der die magische 30 überschritten hat, wird’s günstig: Dann nämlich kann ein sogenanntes H-Kennzeichen beantragt werden. Damit ist der Wagen als „Kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut“ anerkannt und Ihr zahlt jährlich  nur zirka 180 Euro Steuer und Versicherung.

Aber: Bevor ein Auto diese H-Weihen erhält, muss ein TÜV-Gutachter bestätigen, dass der Wagen halbwegs gepflegt ist. Und wenn das Auto „tiefer, breiter, härter“ ist, müssen die Umbauten „zeitgenössisch“ sein. Wer also auf einen 1980er Opel Rekord dicke Felgen montieren will, sollte solche nehmen, die damals gebaut wurden.

Was aber das vielleicht Beste am Oldtimer ist: Man kann mit seinem Mercedes-C123 auch problemlos in den deutschlandweit 52 Umweltzonen cruisen. Denn Oldtimer mit H-Kennzeichen benötigen keine Umweltplakette, unabhängig von ihrem Schadstoffausstoß.

Tipp: Unter Schrauberprofis gilt beim Oldtimerkauf die Devise: Jeden Euro, den Du im Einkauf sparst, zahlst Du für Reparaturen. Weitere Tipps hat Auto-Motor-Sport auf Lager.

Werkzeug

Das gute an Oldtimern: Das benötigte Werkzeug gibt’s im Baumarkt. Für den Anfang reichen ein großer und ein kleiner Knarrenkasten, sowie Maul- und Ringschlüssel und ein Schraubenzieher-Set. Bei US-Fahrzeugen ab Mitte der 70er findet sich oft ein Mix an zölligen und metrischen Schrauben. Deshalb sollten deren Besitzer auch einen Engländer ihr Eigen nennen. Ein guter Wagenheber und Unterstellböcke sind Pflicht, auch der Sicherheit wegen.

 

An old and wonderful Triumph Spitfire 1500, Ireland.

An old and wonderful Triumph Spitfire 1500, Ireland.

Die Liste

Nach dieser Theorie nun die besten Autos aus den Kategorien Limousine, Coupé, Cabrio, Sport- und Geländewagen.

Limousine

BMW 5er, Baureihe E28, 1981-87

Die zweite Baureihe des Fünfer-BMWs eignet sich perfekt für Anfänger, denn die Preise für brauchbare Exemplare liegen momentan noch im mittleren vierstelligen Bereich – Tendenz steigend. Zudem gibt es bei den meisten Modellen Sicherheitsfeatures wie ABS. Späte Exemplare verfügen auch über Airbags. Darüber hinaus ist der E28 ein sehr unkompliziertes Auto, von dem bis auf das letzte Baujahr alle Varianten bereits jetzt fürs H-Kennzeichen infrage kommen. Wer gerne sportlich unterwegs ist, sollte nach den Modellen 525e und 528i Ausschau halten.

Coupé

Mercedes C123, 1977-85

Der „ewige 123er“ war eines der Modelle, das den Mythos vom unzerstörbaren „Kilometermonster“ Mercedes erbaute. 123er Taxi-Limousinen mit 800000 und mehr Kilometern sind bekannt. Die Coupés schweben zwar schon in gehobeneren Preisklassen, aber zeichnen sich durch zeitlose Optik und grandiose Ersatzteilversorgung aus. Quasi alles bis auf exotische Innenraumstoffe kann beim Mercedeshändler bestellt werden. Dadurch, dass beim C auch die hinteren Fenster versenkbar sind und die Türfenster keine Rahmen haben, lässt sich schon Cabrio-gleiches Fahrfeeling erzeugen.

Cabrio

Triumph Spitfire 1500, 1974-80

Ein Roadster, wie er britischer nicht sein könnte, ist die letzte Baureihe von Triumphs „Hitzkopf“. Alltagstaugliche Modelle fangen laut dieser Kaufberatung bei rund 6000 Euro an. Und dafür gibt’s Tonnen von Fahrspaß: Der Spitfire ist ein Zweisitzer mit Faltdach, geringem Gewicht und trotz der vergleichsweise schwachen Motoren sehr spritzigem Fahrverhalten. Aber: Sämtliche Muttern benötigen zölliges Werkzeug und zudem gelten die Briten als Raubeine, die beherzte Griffe ins Lenkrad benötigen: Servo- Unterstützung und Co. gibt’s nicht.

Sportwagen

Opel GT, 1968-73

Beim Opel GT haben die Ingenieure und Designer alles richtig gemacht: Die Karosserie hat einen sexy Hüftschwung, dem die Auto-Bild noch 2009 ewige Jugend attestierte, die Fahrleistungen sind ideal für den flinken Sprint über Landstraßen und unter dem Blech werkelt die tausendfache verbaute, günstige und zuverlässige Großserientechnik von Kadett-B und Rekord-C. Und die Summe dieser Gründe sorgt auch noch heute dafür, dass der sportliche Rüsselsheimer einer der besten Anfänger-Sportoldies ist. Aber: Nur wenige GT überdauerten in unverbasteltem Zustand. Gute Modelle kosten daher seit Jahren Preise ab 10000 Euro. Dafür ist die Ersatzteillage erstklassig. Wer aber auch zur Optik passende Fahrleistungen haben möchte, sollte auf den 60PS-Motor verzichten.

Geländewagen

Ford F-Serie, sechste Generation (1973-79)

Fords F-Serie ist nicht nur irgendein Pickup, sondern der Männertruck schlechthin: Das ab 1973 gebaute Modell, das je nach Zuladung als F100, F150, F250 oder F350 bezeichnet wird, eroberte für Ford erstmals den Titel „Meistverkaufter Truck Amerikas“ – den der Hersteller bis heute hält. Was den Truck für Europäer interessant macht: Er ist grundsolide verarbeitet. Auch, weil Ford galvanisiertes und somit rostfreies Blech verwendete. Je nach Motor gluckert aus dem Auspuff  betörend tiefes V8-Bollern und die Reparierbarkeit ist vorzüglich. Zwar ist der F dank seiner riesigen Ladefläche ein echter Transporter, allerdings haben die Motoren viel Durst – der beim H-Kennzeichen auch nur rechtlich schwierig per Gasanlage gestillt werden darf, wie der ADAC erklärt.

Fazit

Männlichere Hobbies als Autoschrauben gibt’s abseits von Vollkontakt-Sportarten nur sehr wenige. Wer aber auch ohne dreieinhalbjährige Ausbildung in Ölwanne und Co. wühlen möchte, der sollte sich nach günstigen Oldtimern für Einsteiger umsehen. Denn nur hier geht es zudem auch ohne Elektronik-Kenntnisse und teures Spezialwerkzeug.

 

Bildquellen:

1) Photographee.eu

2) Pierette Guertin

3) neutralgrey1

Alle © fotolia.com


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