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AfD: Auflösungserscheinungen

Saarländischer Landesverband wird aufgelöst, von Storch keilt gegen Petry

Der Bundesvorstand der Alternative für Deutschland löst den saarländischen Landesverband der AfD auf. Grund sind Kontakte der Saarbrücker Parteispitze zu Rechtsradikalen – von der Bundespartei als „schwerwiegende Verstöße gegen die politische Zielsetzung und die innere Ordnung der Partei“ bezeichnet. Der Landesverband will sich gegen den Beschluss wehren.

AfD-Kontakte zur NPD

Hintergrund sind Recherchen des Stern über enge Kontakte, die der Saar-Landeschef Josef Dörr und sein Stellvertreter Lutz Hecker im Herbst zur rechtsradikalen NPD gepflegt haben – in Person des ehemaligen stellvertretenden rheinland-pfälzischen Landesvorsitzenden Sascha Wagner – sowie zu einer Aktivistin der „Pfälzer Spaziergänger”, die gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung protestieren. Die Gruppe wird, so die Einschätzung von Verfassungsschützern, von der NPD dominiert.

Unsere Kinder dürfen in der Schule nicht zum Spielball der sexuellen Neigungen einer lauten Minderheit werden.

Zudem gibt es widersprüchliche Berichte um Parteivize Beatrix von Storch. So zitiert das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) einen Spitzenfunktionär der AfD mit den Worten: „Ihre Mitarbeit in der 20-köpfigen Programm-Kommission ist nicht mehr erwünscht.” Vor einigen Tagen war ein vorläufiger Programm-Entwurf vorzeitig an die Öffentlichkeit gelangt – was man von Storch zur Last legt. Die AfD dementierte diese Meldung jedoch. Die Politikerin sei nach wie wie vor Mitglied der Programmkommission. Den Auftrag, einen Entwurf vorzulegen, habe sie „zur großen Zufriedenheit aller” erfüllt. Gemeint ist damit etwa die Warnung vor Homo-Propaganda – auch wenn dieses Wort nicht offiziell benutzt wird. Doch die AfD warnt davor, Homo- und Transsexualität im Schulunterricht „einseitig hervorzuheben”, denn: „Unsere Kinder dürfen in der Schule nicht zum Spielball der sexuellen Neigungen einer lauten Minderheit werden.”

Kurz vor Ostern kündigte allerdings der Vorstand der europäischen Partei „European Christian Political Movement” (ECPM) die Mitgliedschaft von Beatrix von Storch, wie die Publizistin Liane Bednarz gestern auf Facebook verkündete. Grund seien öffentliche Äußerungen der Politikerin, die den Zielen der ECPM widersprächen, sowieso die Positionen der Partei in der Flüchtlingsdebatte und deren Annäherung an die österreichische Rechtsaußen-Party FPÖ. Die ECPM ist aktuell mit fünf Abgeordneten im Europäischen Parlament vertreten.

Zickenkrieg von Storch gegen Petry

Unterdessen kommt es zur offenen Auseinandersetzung zwischen Parteichefin Frauke Petry und ihrer Stellvertreterin von Storch. Grund sind Äußerungen beider Frauen zum möglichen Einsatz von Schusswaffen gegen Flüchtlinge. Petry nannte Äußerungen von Storchs „katastrophal”. Diese konterte, die Debatte um Schusswaffen habe Petry losgetreten. Gegenüber Bild sagte von Storch, das sei »der Kardinalfehler« gewesen. Dass von Storch selber die Äußerungen Petrys gestützt hat (wofür sie sich danach mit der Erklärung rechtfertigte, sie sei auf ihrer Computer-Maus ausgerutscht), verschwieg sie.

AfD Auflösung

André Poggenburg (Foto: AfD)

Derweil kann sich die AfD über neue Umfragehöchstwerte freuen. Bundesweit käme sie aktuell auf 13 % und wäre damit drittstärkste Kraft in Deutschland. In Sachsen-Anhalt kann sie nach dem Abschneiden als zweitstärkste Partei bei der Landtagswahl am 13. März einen nachträglichen Erfolg verbuchen: Die rechtspopulistische Partei erhält einen zusätzlichen Sitz im Landtag, weil bei der Stimmenauszählung irrtümlich ein Teil ihrer Stimmen der neuen Partei von Ex-AfD-Chef Lucke, ALFA, zugerechnet worden waren. Nun wird die Partei mit 25 Abgeordneten im neuen Madgeburger Parlament vertreten sein. Dessen Landeschef André Poggenburg warnte kürzlich in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vor „Exzessen” beim Christopher Street Day: Dass dort Schwule halbnackt tanzten, dürfe nicht sein.

Titelbild: Imago


29 Kommentare

  1. Christoph Beckmann

    Was für wunderbare Nachrichten. Schöne Ostern an alle Sympathisanten und Unterstützer dieser Truppe.
    Wie schon vor ein paar Wochen prognostiziert , ist die AfD ein Furz in der Geschichte

  2. Joerg Schnellbaecher

    Ja, ja, einen Landesverband kurzzeitig opfern um Deutschland zu zeigen, dass man nicht braun ist. Wird wieder einige Tausend in die Arme dieser „Wahnsinnigen” treiben. Guter Schachzug, aber doch zu einfach zu durchschauen.

  3. Andreas Wolfgang Krieg

    Die Grünen liegen bei 5%. Kein Wunder bei einer Partei aus Junkies, Pädosexuellen, Flugmeilenbescheissern, Hanfanbauern, Steuerhinterziehern, Studienabbrechen, ehemaligen Pol Pot Anhängern und Kriegstreibern.

  4. Tom Franz Figl

    Die Kommentare hier drin zeigen,dass gerade die,die für Toleranz werben keinen Deut besser sind als diejenigen,die sie bekämpfen.Diskriminierende Wortwahl,Beschimpfungen und und und.Einige von euch sollten sich mal an die eigene Nase fassen,bevor sie mit dem Moral-Finger auf die Afd zeigen!


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