otto meinecke

Dortmund: „Schwule“ Straße eingeweiht

Die Otto-Meinecke-Straße erinnert an einen schwulen KZ-Häftling

Am Freitagvormittag war es soweit: Die Otto-Meinecke-Straße in Dortmund wurde eingeweiht. Sie befindet sich unmittelbar hinter dem Dortmunder U, einem Zentrum für Kunst und Kreativität, und in der Nähe des Hauptbahnhofs sowie des Robert-Schumann-Berufskollegs.

Damit ist Dortmund die erste Stadt in Deutschland, die eine Straße nach einem homosexuellen NS-Opfer benennt. Die Namensgebung geht auf eine Initiative des Runden Tisches zur Förderung der Emanzipation und Akzeptanz von Lesben, Schwulen und Transidenten in Dortmund und SLADO e.V. zurück. SLADO hat daraufhin verschiedene Bezirksvertretungen in Dortmund angeschrieben.

Viele Dortmunder kommen an dem Schild vorbei

„Ich bin bewegt, dass wir heute in Dortmund eine Straße nach einem Opfer des Paragraphen 175 benennen. Ich finde dies ein wichtiges Zeichen. Vielen Dank an die Bezirksvertretung Innenstadt West, dass sie dem Vorschlag der Community, SLADO e.V. und dem Geschichtsarbeitskreis gefolgt ist und wir heute diese Straße einweihen können. Danke auch an Jürgen Wenke, der die historische Vorarbeit zu Otto Meinecke geleistet hat“, sagte SLADO-Vorstand Frank Siekmann bei der Einweihung.

Neben dem eigentlichen Straßenschild wurde in der Brinkhoffstraße auch ein Schild aufgestellt, das den historischen Hintergrund kurz erläutert. Hier kommen jeden Tag viele Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs vorbei, die Partygäste des FZW und einige Bürgerinnen und Bürger, die hier ihren Weg ins Unionviertel abkürzen wollen.

Anders als beim Felix-Rexhausen-Platz: Keine Proteste

Bei der Einweihung waren neben zahlreichen Journalisten auch der Bezirksbürgermeister Fridu Fuß (auf unserem Foto rechts), der stellvertretende Bezirksbürgermeister Ralf Stoltze (links), Jürgen Wenke, Vertreter der Bezirksvertretung, der Geschichts-Arbeitskreis des SLADO und Frank Siekmann vom SLADO e.V. Vorstand.

Dem 1880 in Witten geboren Otto Meinecke, der 1942 im KZ Sachsenhausen einer gezielten Mordaktion an homosexuellen Männern zum Opfer fiel, wird somit – neben dem seit einigen Jahren liegenden Stolperstein an der Kleppingstraße – ein würdiges Andenken zuteil. Anders als beim letzten Versuch, mit dem Kölner Felix-Rexhausen-Platz einem schwulen Mann ein Denkmal zu setzen, gab es in Dortmund keinerlei Proteste.

Titelfoto: SLADO e. V.


0 Kommentare



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close