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„Ich bedauere meine Aussagen sehr”

Hillary Clinton hat im Wahlkampf einen schweren Fehler gemacht

Kosten drei Sätze über Nancy Reagan Hillary Clinton die US-Präsidentschaft? Das könnte seit gestern gut sein. Denn Clinton hat einen großen Fehler gemacht und damit eine ihrer Hauptwählergruppen sehr verärgert. Was ist geschehen? Am Sonntag letzter Woche verstarb Nancy Reagan. Die ehemalige First Lady der USA wurde am gestrigen Freitag in der Nähe von Los Angeles beigesetzt. Wie traditionell üblich, erschienen viele andere, ehemalige First Ladys zu ihrer Beerdigung, unter ihnen Barbara Bush und Hillary Clinton. Auch die amtierende Landesmutter der USA, Michelle Obama, war vor Ort. Und natürlich Hunderte von Medienvertretern, darunter auch der Fernsehsender MSNBC, dem Clinton vor der Beerdigung ein Interview gab. Darin sagte sie: „Sie müssen sich in diesem Zusammenhang auch überlegen, wie schwierig es in den Achtzigern war, über HIV/AIDS zu sprechen. Nancy Reagan war eine Fürsprecherin dieser Community, wenn auch eher unter dem Radar. Sie und ihr Mann haben einen nationalen Dialog über HIV und AIDS begonnen, als niemand sonst darüber sprechen wollte.”

Trotzdem gibt es ein riesiges Problem mit Clintons Aussagen: sie sind unglaublicher Unsinn.

Man soll ja nichts Böses über Tote sagen, besonders auf deren Beerdigungen, aber trotzdem gibt es ein riesiges Problem mit Clintons Aussagen: sie sind unglaublicher Unsinn. Ronald Reagan und seine Frau Nancy waren in den Achtzigern mit allergrößter Wahrscheinlichkeit für den AIDS-Tod Tausender schwuler Männer in den USA mit verantwortlich, weil Präsident Reagan bis 1987 brauchte, um AIDS das erste Mal öffentlich zu erwähnen. Da waren schon mehrere Zehntausend Amerikaner an der Immunschwäche gestorben. Wie Nancy Reagan ganz persönlich mit ihrem an den Folgen von AIDS sterbenden Freund Rock Hudson umging, kann man hier nachlesen. Eine Fürsprecherin benimmt sich anders.

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Das sehen auch LGBTI- und HIV-Aktivisten so, die Clinton noch am gestrigen Abend in sozialen Netzwerken, aber auch vielen Medien, ihre Aussagen zum Vorwurf machen. Der Schriftsteller Armistead Maupin schrieb auf Facebook: „Ich kann mich noch gut an die schweigende Niedertracht erinnern, mit der meinen sterbenden Freunden seinerzeit begegnet wurde. … So geht das nicht. Das hast du mal so richtig schön gegen den Baum gesetzt, Hillary.” Peter Staley, einer der wichtigsten HIV-Aktivisten der USA sagte CNN, „Ich bin froh, sie nicht nur wegen ihrer LGBTI-Politik wählen zu wollen, sondern auch wegen vieler anderer Punkte. Sonst wäre sie meine Stimme jetzt los. Wie kann man nur so etwas sagen? Sie war doch dabei.” Clinton sah ihren Fehler schnell ein und twitterte nur drei Stunden nach dem verhängnisvollen Interview auf MSNBC: „Die Reagans haben sich sehr für die Stammzellenforschung eingesetzt, um ein Mittel gegen Alzheimer zu finden. Meine Aussagen zu ihrer HIV/AIDS-Politik waren falsch. Das bedauere ich sehr.” Ob das reichen wird, um die LGBTI-Community in den USA zu beruhigen, darf bezweifelt werden.

Hier Clintons Interview auf MSNBC:

„Because of both President and Mrs. Reagan, in particular Mrs. Reagan, we started a national conversation” about HIV and AIDS.- Hillary ClintonWatch more: http://on.msnbc.com/1pkO90S

Posted by MSNBC on Freitag, 11. März 2016


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