Gucci stellt alle gleich

Italiens größte Modemarke führt gleiche Vorteile für Homo-Paare ein

Italienische Modehäuser können ja den größten Unsinn verzapfen. Siehe Dolce und Gabana zum Beispiel, die vor nicht mal zwei Jahren fanden, Homopaare mit Kindern wären total unnatürlich und jeder bräuchte, um als normaler Mensch großzuwerden, unbedingt Mutter und Vater. Jeder der beiden hatte das, offensichtlich gibt es für die daraus folgende Normalität keine Garantien. Das es auch ganz anders geht, beweist jetzt Gucci. Das Modehaus aus Florenz, Italiens umsatzstärkste Modemarke, führt jetzt für seine homosexuellen Angestellten und ihre Partner* die gleichen Rechte bei Eheschließung ein, wie sie Heterosexuelle genießen: einen zweiwöchigen, bezahlten Honeymoonurlaub und danach selbstverständlich gegenseitige Absicherung, Krankenversicherung, etc.. Die erste Firma mit gleichen Rechten für alle in Italien ist Gucci nicht, IKEA und Citibank machen das schon ein bisschen länger, allerdings der erste Modefabrikant.

 Wir wollen ein Zeichen für den Geist der persönlichen Freiheit und Gleichberechtigung setzen, für die Gucci jetzt seit vielen Jahren steht

Und dass, obwohl noch nicht mal die zivile Partnerschaft für Homopaare bislang Gesetz ist. „Wir wollen ein Zeichen für den Geist der persönlichen Freiheit und Gleichberechtigung setzen, für die Gucci jetzt seit vielen Jahren steht”, so ein Firmensprecher. Vielleicht hilft das ja. Nachdem das Gesetz über die Lebenspartnerschaft letzten Monat demn Senat passiert hat, muss es jetzt noch durch die untere Kammer des Parlaments, bevor es in Kraft treten kann. Da es breite Unterstützung von Regierungsseite hat, sollte das kein Problem sein. Experten rechnen mit der auch offiziell gültigen Lebenspartnerschaft in Italien noch vor dem Sommer. Es wird auch Zeit, Italien ist das letzte westeuropäische Land, dem diese Institution fehlt und war deswegen vom Europäischen Menschengerichtshof schon 2013 zur Eile gemahnt worden.

Oben einige Höhepunkte der Gucci Herbst/Winterkollektion 2016/2017. Wir wollen das Tweety-Shirt!

Bilder: Imago/Independent Photo Agency


3 Kommentare

  1. Kai Tonath

    Ist das jetzt was besonderes? – O.k. Flitterwochenurlaub gibt es jetzt so in Deutschland nicht – aber der Rest ist in Deutschland eher „Rechtslage”, oder?


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