anthony_gooden-and-kim-fosterx750

Mit Wasser verbrüht: FBI ermittelt

Im US-Bundesstaat Georgia gibt es kein Gesetz gegen Hassverbrechen

Die Tat selber liegt schon über einen Monat zurück, war aber erst vor ein paar Tagen bekannt geworden: Martin Blackwell hat aus Abscheu vor Homosexuellen am 12. Februar den Sohn seiner Lebensgefährten Anthony und dessen Partner Marquez im Schlaf mit heißem Wasser übergossen. Beide Männer mussten wegen ihrer schweren Verbrennungen über Tage und Wochen im Krankenhaus behandelt werden.

Hassverbrechen werden in Georgia nicht erfasst

Der Täter muss sich wegen schwerer Körperverletzung in zwei Fällen verantworten – aber nicht weil er ein Hassverbrechen begangen hat. Dafür gibt es in Georgia nämlich keine gesetzliche Grundlage. Vielmehr wurde in der vergangenen Woche ein „Gesetz für Religionsfreiheit“ beschlossen: Es erlaubt Glaubensgemeinschaften, Homosexuelle zu diskriminieren – etwa sie keine gleichgeschlechtliche Paare trauen müssen.

Ein Gesetz, das Verbrechen basierend auf sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität als Hassverbrechen verfolgt, existiert überhaupt nur in 17 US-Staaten. (In Deutschland gibt es seit Mai 2015 ein Gesetz, mit dem rassistische, fremdenfeindliche oder „andere menschenverachtende Motive“ beim Strafmaß besonders berücksichtigt werden müssen – sexuelle Orientierung wird als Motiv nicht ausdrücklich erwähnt.)

Hassverbrechen

In welchen US-Staaten gibt es Gesetze gegen Hassverbrechen aufgrund von sexueller Orientierung? (Quelle: Human Rights Campaign)

Dafür hat die örtliche FBI-Stelle in Atlanta erklärt, man werde untersuchen, ob Blackwell nach dem US-weiten Gesetz gegen Hasskriminalität angeklagt werden könnte.

Da ist man mit jemandem länger zusammen, und weiß überhaupt nicht, wer dieser Mensch ist

Mittlerweile hat sich auch die Mutter eines der Männer zu Wort gemeldet, Kim Foster – ihr Lebensgefährte hatte das Paar mit heißem Wasser übergossen. „Als ich meinen Sohn danach sah, wollte ich sterben.“ Über ihren Lebensgefährten Blackwell sagte sie in einem Fernseh-Interview: „Er ist kein Mensch. Ich weiß nicht, wie jemand so voller Hass sein kann. Da ist man mit jemandem länger zusammen, und weiß überhaupt nicht, wer dieser Mensch ist.“

Warnung an alle Eltern

Er habe sie zuvor gefragt, wie sie unter ihrem Dach tolerieren könnte, dass ihr Sohn mit einem Mann zusammen sei. Darauf habe sie ihm gesagt, er möge sich um seine eigenen Sachen kümmern. Foster wandte sich in dem Interview an andere Eltern: Man wisse nie, an wen die Kinder geraten. „Seid vorsichtig, denn sowas kann auch Euren Kindern passieren!“

Hassverbrechen

Anthony Gooden im Krankenhaus (Foto: GoFundMe/privat)

Fosters Sohn Anthony und Marquez sind seit drei Jahren ein Paar, und auch jeweils in der Familie des anderen bekannt. Ihre Angehörigen haben Online-Kampagnen gestartet, bei denen jeweils über 60.000 Dollar zusammengekommen sind, um die Behandlungskosten zu begleichen.

Titelbild: www.wsbtv.com/Advocate


8 Kommentare

  1. Ilias Gatzias

    Alex. Schäfer… Da kann ich dir nur zustimmen. In Indien gab es mal einen Fall, da wurde einer junge Frau von einem Mann der sie heiraten wollte (sie aber nicht) Säure ins Gesicht geschüttet. Die Frau wurde blind. Die Eltern durften vom Gericht aus dem Täter auch das Augenlicht mit Säure nehmen. Fand ich gut!

  2. Peter Kluge

    Hallo Ilias, ich kann verstehen das man in solchen Augenblicken emotional reagiert. Aber gleiches mit gleichem zu vergelten, halte ich für nicht richtig.
    Fragen wir uns doch warum ein Mensch so reagiert. Ist das nicht das Produkt der Erziehung und des Umfeldes?
    Wenn jeder von uns Menschen anfängt Toleranz und Akzeptanz den Kindern und den Menschen beizubringen würden wir eine bessere Welt haben. Es liegt immer nur an uns selber was die Zukunft bring.
    Dabei fällt mir ein sehr guter Spruch ein:
    Wenn jeder Mensch auf dieser Welt eine Kerze anzündet für einen guten Gedanken, wie hell wäre unsere Welt…

  3. Ilias Gatzias

    Hallo Peter. Prinzipiell gebe ich dir zu 100% Recht. Das Problem ist aber sehr komplex. Entweder ist es wegen Religion oder wie in Indien eine Zweiklassengesellschaft. Frauen sind dort nicht so viel wert wie Männer. Beim IS ist es das Problem das sie uns ihre radikale Religion aufzwängen wollen was übrigens nicht mit dem islam zu tun hat

  4. Peter Kluge

    Aber das ist es ja gerade, die Schraube der gewallt gegen gewallt bringt uns ja gerade zu dem was auf der Welt geschieht.
    Das Übel der Wurzel liegt doch darin das wir verlernt haben Werte, Respekt und Toleranz unseren „Kindern“ bei zu bringen.

  5. Ilias Gatzias

    Ich habe den Eindruck, das seitdem die Grenzen offen sind es immer schlimmer wird. Leider ist es so das alles was nach Griechenland kommt eine andere Welt ist. Natürlich sind dort nicht alle extrem aber die haben dort eine andere Weltanschauung die hier nicht passt. Das ist bestimmt die Rache für die Kreuzzüge im Mittelalter.


Schreibe einen neuen Kommentar



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close